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Cottbus
Wohnzimmer auf vier Rädern

Für einen Tag konnte unsere Redakteurin die A-Klasse Probe fahren.
Für einen Tag konnte unsere Redakteurin die A-Klasse Probe fahren. FOTO: LR / Josephine Japke
Cottbus. Zur Probefahrt der anderen Art lud das Mercedes Autohaus Cottbus eine Redakteurin der LAUSITZER WOCHE ein. Einen Tag lang konnte Josephine Japke die im Mai auf den Markt gekommene neue A-Klasse unter die Lupe nehmen. Von Josephine Japke

Kaum macht man es sich bequem, geht es auch schon los: indirekte Beleuchtung taucht den Innenraum in Sonnenuntergangs-Gelb, neben mir in der praktischen Halterung das erfrischende Getränk, von vorne bläst mir kühle Luft ins Gesicht.

Was nach einem Erholungsurlaub auf Bali klingt, findet direkt auf dem Parkplatz vom Mercedes-Autohaus Cottbus in der Paul-Greifzu-Straße 1 statt. Denn für einen Tag darf ich die neue A-Klasse Probe fahren. Balsam für meine geschundene Seele, denn als Tochter eines KfZ-Meisters mag ich Autos durchaus - fahre selbst aber eine 20 Jahre alte Kiste, die gerade so Tüv kriegt. „Dieses Auto bietet jeglichen Komfort, den man sich wünschen kann“, sagt Mercedes-Verkäufer Ralph Preßgott: „Aber eh ich Ihnen das alles erkläre, müssen sie es selbst erfahren - im wortwörtlichen Sinne.“ Und damit entlässt er mich auf die Straßen.

Kaum stehe ich an der Ampel, folgt jedoch schon die erste Enttäuschung. Denn fährt man an die Haltelinie, kann man die Ampel nicht mehr sehen. Durch das riesige Panorama-Dach fällt die Frontscheibe nämlich relativ flach aus. Muss ich mich jetzt wirklich verrenken um was zu erkennen?

„Natürlich nicht“, würde die A-Klasse antworten, wenn sie könnte. Denn auf dem Display öffnet sich ein Kamerabild von der Straße vor mir. Die Kamera sitzt über der Frontscheibe und erweist sich als äußerst praktisch: In der Navigationsfunktion zeigt sie innerorts die exakten Straßen, an denen man in Echtzeit vorbeifährt. Besonders für Ortsunkundige, wie mich, ist das ein großer Vorteil.

Das dünne Display hat das klassische Armaturenbrett abgelöst. Bedient werden kann es via Lenkrad, Touchpad oder direkt auf der Anzeige.
Das dünne Display hat das klassische Armaturenbrett abgelöst. Bedient werden kann es via Lenkrad, Touchpad oder direkt auf der Anzeige. FOTO: LR / Josephine Japke

Die rechten Seite des dünnen Displays ist für Unterhaltung und Service zuständig. Sie zeigt Radio, Navigation, Anrufe, Medien und Komfort. Die linke Seite hingegen zeigt Geschwindigkeit und Drehzahlen. Apropos Geschwindigkeit: Überlegenheit und Rausch fühlt man auch, wenn man auf der Autobahn mal die Schnellste ist. Woher soll ich das auch wissen? Meine Kiste hat 60 PS. Damit sollte ich am Berg besser keinen Überholvorgang starten.

In der A-Klasse sind Abstandsmesser, erlaubte Geschwindigkeit und Spurassistenz Standard. Andere Module, wie die automatische Einpark-Assistenz oder Near-Field-Communication, womit das Handy automatisch und ohne Kabel aufgeladen wird, können dazu gebucht werden.

Dass Kunden das Potential ihres Autos manchmal allerdings gar nicht ausschöpfen, weiß Ralph Preßgott nur zu gut: „Wir hatten auch schon Kunden, die auch nach drei Jahren viele praktische Funktionen gar nicht genutzt haben“, erklärt er. Deshalb sei es umso wichtiger Kunden über einen längeren Zeitraum zu begleiten, weil sie direkt nach dem Autokauf meist nur die Basics verstehen würden. „Nach ein paar Tagen fragen wir sie noch mal ob sie jetzt bereit sind die ganzen Feinheiten kennenzulernen“, sagt der Verkäufer.

Dazu gehört auch die Sprachbedienung, die das Herzstück des Autos ist. Ein einfaches „Hey Mercedes, mir ist kalt“ reicht, damit das Auto sagt, dass es die Temperatur um zwei Grad höher stellt. Auch andere Wünsche liest es quasi von den Lippen ab: „Stell einen anderen Radiosender ein, mach das Navi an, wo ist die Tankstelle?“

Nach einem Tag in der neuen Mercedes A-Klasse ist die Beschreibung von Ralph Preßgott wirklich wahr geworden: Das Auto ist ein fahrendes Wohnzimmer. Die Sitze sind bequem, auch auf der Rückbank hat man genug Platz, der Kofferraum bietet Stauraum für einen Kinderwagen oder wahlweise mehrere Bierkästen, die Innenraumbeleuchtung ist individuell einstellbar und das Auto speichert sogar Lieblingsmusik und oft gefahrene Routen ab. Alles was jetzt noch fehlt, ist die Flugfunktion um mich tatsächlich auf Bali abzusetzen. Ab das wäre auch zu schön um wahr zu sein.

Im knalligen rot mit verchromten Details und schwarzer Innenausstattung kostet die Mercedes A-Klasse etwa 34 000 Euro.
Im knalligen rot mit verchromten Details und schwarzer Innenausstattung kostet die Mercedes A-Klasse etwa 34 000 Euro. FOTO: LR / Josephine Japke