| 18:35 Uhr

Unternehmen investiert 7,5 Millionen Euro
Trevira setzt weiter auf Guben

 Edo Lieven, Leiter der Business Unit Filamente, der Gubener Werks- und Entwicklungsleiter Thomas Rademacher und Trevira-Geschäftsführer Klaus Holz (v.l.) mit einem Musterstück der dreidimensionalen Trevira-CS-Stoffentwicklung.
Edo Lieven, Leiter der Business Unit Filamente, der Gubener Werks- und Entwicklungsleiter Thomas Rademacher und Trevira-Geschäftsführer Klaus Holz (v.l.) mit einem Musterstück der dreidimensionalen Trevira-CS-Stoffentwicklung. FOTO: FOTO-Werner
Guben. Sie ist nach wie vor mit rund 600 Mitarbeitern der größte Arbeitgeber der Stadt: die Trevira GmbH. Der Leiter des Gubener Werkes, Thomas Rademacher hat die Stadtverordneten über aktuelle Entwicklungen im Unternehmen informiert.

 Für die thailändische Firma Indorama Ventures, den weltgrößten Polyesterhersteller, dem die Trevira GmbH gehört, scheint der Standort Guben auch in Zukunft eine wichtige Rolle zu spielen. Immerhin sollen 2019 im Werk im Industriegebiet Forster Straße rund 7,5 Millionen Euro investiert werden. Das Geld soll vorrangig in neue Anlagen fließen, um Arbeitsprozesse zu optimieren. So soll bis zum Jahresende das Streckspulen und Streckzwirnen entfallen. Auch eine neue Schärmaschine ist vorgesehen.

Rademacher ist zudem optimistisch, dass Trevira noch mehr auf dem Gebiet der Forschung leisten kann. Der Werkleiter setzt unter anderem auf eine engere Zusammenarbeit mit der Brandenburgischen Technischen Universität Cottbus-Senftenberg.

Neben diesen positiven Ansätzen machte Rademacher vor den Abgeordneten aber auch auf die Probleme aufmerksam, mit denen Trevira, auch am Standort Guben, zu kämpfen habe. So sei das Unternehmen im Januar und Februar hinter seinen Planzielen geblieben. Als einen Grund nannte Rademacher die Verunsicherung der Kunden beim Thema Auto-Kauf, ausgelöst unter anderem durch die Diesel-Krise. Sie schlage bis zu Trevira durch.

Schließlich wird ein großer Teil der in Guben hergestellten Fasern bei der Ausstattung von Autos verwendet. Speziell deutsche Fabrikate, von VW über Opel und Audi bis zu Porsche, setzen auf Trevira-Fasern.

Ein weiteres Problem, mit dem faktisch alle Unternehmen der Region zu kämpfen haben, ist der Fachkräftemangel. Laut Rademacher konnten 2018 zu Beginn des neuen Lehrjahrs nicht alle Ausbildungsstellen im Gubener Werk besetzt werden. Der Altersduchschnitt der Belegschaft sei nicht zuletzt deshalb hoch. Erschwerend komme hinzu, dass Mitarbeiter abgeworben werden, nicht zuletzt durch die unmittelbare Südbrandenburger Konkurrenz.

Auch der bevorstehende Strukturwandel in der Lausitz werde von Trevira genau beobachtet. Hier stelle sich die Frage, inwiefern sich tatsächlich neue Unternehmen im Gubener Industriegebiet ansiedeln.

Nicht zuletzt gibt es für den Faserhersteller laut Rademacher auch infrastrukturelle Probleme. Und die reichen bis zur Auslastung der Kantine und der Zukunft des arbeitsmedizinischen Dienstes.

Über die Situation im Industriegebiet und damit auch bei Trevira haben sich am 22. März Dietmar Woidke (SPD), Brandenburgs Ministerpräsident, und Lausitzbeauftragter Klaus Freytag informiert. Laut Woidke habe der Standort Guben beste Voraussetzungen.

Gubens Bürgermeister Fred Mahro (CDU) will jetzt den Strukturwandel in die Praxis umzusetzen. Ziel ist die Ertüchtigung des Industriegebietes. Neun Millionen Euro soll dazu vorerst die Investitionsbank des Landes Brandenburg beisteuern. Diese werden etwa in die komplette mediale Erschließung des Geländes, aber auch für den Neubau von Straßen und Wegen, die Erweiterung des Schienennetzes und die Abkopplung des Abwassernetzes des Industriegebietes vom übrigen Stadtnetz investiert.

 Edo Lieven, Leiter der Business Unit Filamente, der Gubener Werks- und Entwicklungsleiter Thomas Rademacher und Trevira-Geschäftsführer Klaus Holz (v.l.) mit einem Musterstück der dreidimensionalen Trevira-CS-Stoffentwicklung.
Edo Lieven, Leiter der Business Unit Filamente, der Gubener Werks- und Entwicklungsleiter Thomas Rademacher und Trevira-Geschäftsführer Klaus Holz (v.l.) mit einem Musterstück der dreidimensionalen Trevira-CS-Stoffentwicklung. FOTO: FOTO-Werner
(dsf)