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Neues Hotelangebot in Lübbenau
Start für das Spreewelten Hotel

 Hotelleiterin Birgit Tanner mit dem symbolischen Schlüssel für das Spreewelten Hotel.
Hotelleiterin Birgit Tanner mit dem symbolischen Schlüssel für das Spreewelten Hotel. FOTO: LR / Daniel Preikschat
Lübbenau. Vier Sterne hat die noble Spreewelten-Herberge in der Lübbenauer Neustadt schon einmal bekommen. Am 1. März sollen dort nun die ersten Gäste einziehen. Von Daniel Preikschat

(dpr/abr) Bei der Eröffnung des neuen Spreewelten Hotels platzten die ersten Besucher mitten hinein in die Rede von Bürgermeister Helmut Wenzel vor 100 geladenen Gästen. Es waren die beiden Bunte-Bühne-Schauspieler Sylvia Burza und Matthias Greupner. Das Schauspieler-Duo lieferte noch weitere Szenen ab. Unter anderem hauste es in einem der 60 Appartementzimmer ziemlich wüst mit seinen zwei Kindern, gespielt von Mitgliedern des Theaterjugendklubs.

Indes ließen sich die geübten Redenhalter nicht groß aus dem Konzept bringen. Bürgermeister Wenzel sprach von einer „neuen spannenden Aufgabe“ und dankte allen Mithelfern. Die Stadt brauche ein solches Hotel. Bislang werden 60 Prozent der Gäste bei Privatvermietern untergebracht. Mit dem Hotel-Bad-Komplex könne die Stadt ein besonderes Angebot machen. Was Dieter Hütte von der TMB Tourismus-Marketing Brandenburg GmbH noch bekräftigte: „Das stärkt den ganzen Spreewald.“

Wobei allein in das Hotel 10,6 Millionen Euro investiert wurden, wie Spreewelten-Geschäftsführer Michael Jakobs sagte. Insgesamt wurden für den Ausbau des Bads mit den Pinguinen, das am 1. Dezember wiedereröffnet wurde, für das neue Hotel und einen großen Parkplatz 24 Millionen Euro benötigt.

Olaf Schöpe und Olaf Lücke vom Deutschen Hotel- und Gaststättenverband (Dehoga) Brandenburg Spreewald brachten die Vier-Sterne-Plakette für das Hotel Spreewelten mit nach Lübbenau. Der Standort ist für Touristen nicht ideal. Der Hotelgebäude-Komplex im Stil eines Spreewälder Gutshofs liegt am Rande der Neustadt mit vielen Plattenbauten. Bis zur Touristen-Attraktion Altstadt mit den gut besuchten Spreewald-Häfen sind es drei Kilometer, dazwischen liegt ein Bahnübergang. Doch dafür haben die Spreewelten Alleinstellungsmerkmale zu bieten: die Pinguine, den Spreewald und ein Bad, das durch einen Bademantelgang mit dem Hotel verbunden ist. Damit erhofft man sich auch im Winter Touristen.

Was Olaf Schöpe außerdem freut: „Das Lübbenauer Angebot ist eine sehr gute Ergänzung zu dem in Burg.“ Das dortige Spreewald-Thermenhotel hat ebenfalls einen Bademantelgang. Allerdings führt er nicht in ein Familienbad mit Erlebnischarakter wie in Lübbenau, sondern in eine Therme, in der vor allem Erwachsene geruhsame Erholung finden können.

Burg und Lübbenau liegen im Reisegebiet Spreewald, das 2017 die zweitmeisten Übernachtungen aller 13 Reisegebiete in Brandenburg aufweisen konnte, hinter dem Seen-
land Oder-Spree. Innerhalb des Spreewalds ragt Burg heraus. Die Gemeinde mit ihren 4500 Einwohnern sei touristisch und gastronomisch dermaßen gut entwickelt, dass dort Jahr für Jahr 600 000 Übernachtungen verbucht werden. Nur Potsdam und Rheinsberg haben laut dem Amt für Statistik Berlin-Brandenburg landesweit noch mehr Übernachtungsgäste. Senftenberg rangiert auf Rang 8.

Lübbenau indes hat es noch nicht in die Top 10 geschafft. Doch wenn die 60 Zimmer mit den 220 Betten gut ausgelastet werden, könnte sich das ändern. Schöpe rechnet mit 80 bis 85 Prozent Auslastung in den kommenden Jahren. 65 Prozent sind es für März 2019, wie Hotelleiterin Birgit Tanner bei der Feier verkünden durfte. Die rund 4400 Gäste kommen aus Sachsen, Thüringen, Berlin und Brandenburg.