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Zweiter Hybrid-Operationssaal am Sana Herzzentrum
Neuer OP-Saal am Sana-Herzzentrum

Der neue Zweit-Hybridsaal, in dem Kardiologen und Herzchirurgen parallel arbeiten können, ist am Dienstag eröffnet worden.
Der neue Zweit-Hybridsaal, in dem Kardiologen und Herzchirurgen parallel arbeiten können, ist am Dienstag eröffnet worden. FOTO: Michael Helbig
Cottbus. Im Sana-Herzzentrum in Cottbus ist am Dienstag der neue Hybrid-Operationssaal eingeweiht worden, am Mittwoch startete die erste Operation.

(hil/abr) Chefarzt Axel Harnath hat bei der ersten Operationen im neuen Hybridsaal einer 78 Jahre alten Patientin aus Senftenberg eine neue Aortenklappe eingesetzt. Noch vor zehn Jahren wäre ein solcher Eingriff kaum denkbar gewesen.

Nachdem ein interdisziplinäres Team 2010 in Frankreich Erfahrungen mit einer neuen Operationstechnik, bei der Kardiologen und Herzchirurgen zusammenarbeiten, gesammelt hat, wurde am Cottbuser Herzzentrum ein erster Hybrid-Operationssaal gebaut.

„Die kurzen Wege, die interdisziplinäre Zusammenarbeit und die raschen Reaktionsmöglichkeiten sind ein enormer Vorteil für unsere Patienten“, so Harnath.

Die Hybrid-Operationen beim Ersatz von Aortenklappen haben große Vorteile: keine Anwendung der Herz-Lungen-Maschine, keine Durchtrennung des Brustbeins, kein zeitweises Abklemmen der Aorta und kein längerer Herzstillstand während des Eingriffs. Die Folge: Der Eingriff ist mit rund 90 Minuten deutlich kürzer als konventionelle Herzoperationen, die Patienten erholen sich schneller und die Überlebensrate ist trotz des Hochrisikos der Patienten sehr gut.

Inzwischen entspricht es europäischen Standards, dass Aortenklappen nur in Zentren mit Hybridsälen durchgeführt werden dürfen. Brandenburger werden daher ausschließlich in Bernau oder eben in Cottbus operiert. „Wir haben Menschen aus Neuruppin, Brandenburg an der Havel oder Frankfurt/Oder, die zu uns kommen“, sagt Axel Harnath. Jährlich werden zwischen 350 und 400 Aortenklappen mittels Kathetertechnik im Sana-Herzzentrum Cottbus im sogenannten TAVI-Verfahren, in örtlicher Betäubung eingesetzt. Etwa 350 Patienten werden konventionell operiert.

Schon heute ist Cottbus europaweit eines der führenden Zentren im Bereich der TAVI-Eingriffe (Transcatheter Aortic Valve Implantation). Und ihre Zahl wird steigen: Die Bevölkerung altert, im Flächenland Brandenburg sind künftig immer mehr Menschen auf Behandlung angewiesen. Das Problem: Der bisherige Hybridsaal in Cottbus war längst an die Grenzen seiner Kapazität gekommen. Es gab Wartelisten von vier bis sechs Wochen.

Jetzt, in dem neuen, 70 Quadratmeter großen Hybridsaal ist die Raumsituation wesentlich komfortabler für Patienten und Mediziner.  Modernste Technik steht zur Verfügung, dazu die Möglichkeit, Besucher- und Studiengruppen optimal am OP-Geschehen teilhaben zu lassen. Weiterer Vorteil: Im alten Hybridsaal können jetzt vermehrt Patienten mit Herzrhythmusstörungen behandelt werden. Die nämlich mussten bisher wegen fehlender Kapazitäten oft nach Leipzig, Dresden oder Berlin geschickt werden.

Der neue OP-Trakt hat 3,6 Millionen Euro gekostet, ein Drittel trägt das Land.