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Naturschutzsee entsteht bis 2024
Flutung am Hermannsdorfer See

Weisswasser, 17.08.2018, Flutungsbeginn Hermannsdorfer See im Rekultivierungsbereich des Tagebaus Nochten. **Foto: LEAG / Andreas Franke**
Weisswasser, 17.08.2018, Flutungsbeginn Hermannsdorfer See im Rekultivierungsbereich des Tagebaus Nochten. **Foto: LEAG / Andreas Franke** FOTO: Leag / Andreas Franke
Nochten. (pm/abr) In der Bergbaufolgelandschaft des aktiven Tagebaus Nochten haben in dieser Woche Vertreter der Lausitz Energie Bergbau AG (Leag) die Flutung des Hermannsdorfer Sees gestartet. Rund 24,3 Millionen Kubikmeter Wasser werden in den kommenden fünf bis sieben Jahren in den See fließen, der ausschließlich der Natur vorbehalten sein soll.

„Es ist der erste Naturschutzsee, der in Verantwortung unseres Bergbauunternehmens entsteht und das während die Kohleförderung im Tagebau Nochten weitergehen wird“, informierte der Bergbauvorstand der Leag, Uwe Grosser.

Der Görlitzer Landrat Bernd Lange, der an der Flutung im Rahmen seiner jährlichen Naturschutz-Exkursion im Tagebau Nochten teilnahm, sagte: „Anders als noch vor 30 Jahren, geben wir der Region nach intensiver Nutzung die Landschaft mit der Chance auf eine naturnahe Entwicklung zurück.“

Für die Flutung des 256 Hektar großen und maximal 25 Meter tiefen Sees nutzt die Leag Reinwasser aus der Grubenwasserbehandlungsanlage Tzschelln. Bis zu zehn Kubikmeter pro Minute werden über eine knapp 13 Kilometer lange Rohrleitung in den See gepumpt. Der Seeboden wurde mit einer bis zu drei Meter dicken Tonschicht ausgestattet, um einen massiven Wasserverlust durch die Entwässerung der nahen Grube zu verhindern. „Auch, wenn der See etwa im Jahr 2024 seinen bestimmungsgemäßen Wasserstand erreicht haben wird, werden wir ihm noch Jahrzehnte Wasser zuführen, um Verluste durch Verdunstung und Versickern auszugleichen“, kündigte Leag Chef-Geotechniker, Ingolf Arnold, an.

Bis zum Jahr 2004 wurde Kohle im Bereich des künftigen Sees gefördert. Von 2005 bis 2013 schütteten die Bergleute die Fläche einschließlich der Uferkanten und formten damit das künftige Seebecken. Die Flutungsinfrastruktur sowie zwei Inseln und eine Halbinsel konnten erst mit Eingehen des wasserrechtlichen Planfeststellungsbeschlusses durch die verfahrensführende Behörde, der Landesdirektion Sachsen, nach 2016 hergestellt werden.

Ein knapp zwei  Kilometer langes Dammbauwerk zum Hochwasserschutz wird demnächst gebaut. Die Hochwassersicherheit des Sees richtet sich nach einem 10 000jährigen Hochwasserereignis, ein Maßstab, der unter anderem bei Talsperren angelegt wird.