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100 Jahre Fahrradhaus Vater
Vater macht Drahtesel wieder flott

 So sah das Schaufenster des Fahrradgeschäftes Vater vor 100 Jahren aus.
So sah das Schaufenster des Fahrradgeschäftes Vater vor 100 Jahren aus. FOTO: Fahrradhaus Vater
Cottbus. Ob Ersatzteile, Reparatur oder ein neues Fahrrad: Seit 100 Jahren ist das Fahrradhaus Vater die richtige Adresse in Cottbus für alle, die Zubehör rund um den geliebten Drahtesel oder eine ausführliche Beratung benötigen.

Am 19. Februar 1919 eröffnet, feiert das Reparaturgeschäft in diesem Jahr sein Jubiläum.

In den vergangenen 100 Jahren hat das Fahrradhaus eine wechselvolle Geschichte erlebt. Gegründet wurde das Traditionsgeschäft 1919 von Wilhelm Vater, einem aktiven Rennradfahrer bei „Endspurt 09“ Cottbus. Die Gründung eines Fachgeschäftes mit Reparaturwerkstatt lag also nahe. 1956 übernahm Sohn Willi Vater, ebenfalls aktiver Radsportler, die Geschicke des Unternehmens. Gerade zu DDR-Zeiten war das Geschäft für zahlreiche Radsportvereine und Sportclubs eine sehr gute Adresse.

Das galt – und gilt noch heute – zudem für „normale“ Bürger: So existiert ein altes Foto, auf dem eine über 100 Meter lange Menschenschlange zu sehen ist. Ersatzteile wie Speichen, Ketten oder Pedale waren damals keine Massenware, sondern ausschließlich bei Fachhändlern wie den Vaters erhältlich.

1970 übernahm Frieda Vater die Leitung des Unternehmens, 1983 folgte Christa Lieben, Mutter des heutigen Geschäftsführers. Seit dem 1. April 1995 führt Gerd Lieben das Unternehmen gemeinsam mit seiner Frau Birgit. Dem 56-Jährigen war vor dem Hintergrund seiner Familiengeschichte klar, dass er in die Fußstapfen seiner Vorfahren treten wird. „Es gab nie einen anderen Plan“, resümiert Gerd Lieben.

Neben dem Handel mit Fahrrädern und Ersatzteilen werden auch alte oder kaputte Drahtesel wieder flott gemacht. „In den besten Zeiten wurden in der Woche 2000 Speichen verarbeitet – von solchen Zahlen kann man heute nur träumen. Das Internet hat sich zu einer großen Konkurrenz entwickelt. Doch es gibt nach wie vor Kunden, die lieber im Fachhandel kaufen und eine ausführliche Beratung wünschen und diese auch bekommen“, so Gerd Lieben.