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Gegen den Trend arbeiten
Andrea wird’s schon richten

Seit dem Jahr 2000 ist Andrea Eckert-Burdack „Einzelkämpferin“ in ihrem Textilshop. Das Nähen hat sie sich auf Anregung selbst angeeignet. Von Kunden wird der Service gern angenommen.
Seit dem Jahr 2000 ist Andrea Eckert-Burdack „Einzelkämpferin“ in ihrem Textilshop. Das Nähen hat sie sich auf Anregung selbst angeeignet. Von Kunden wird der Service gern angenommen. FOTO: Uwe Hegewald
ALTDÖBERN. Märkte, Dienstleistungsangebote aber auch das Kaufverhalten wandeln sich. Entwicklungen machen auch vor dem beschaulichen Altdöbern nicht Halt. In der belebten Bahnhofstraße war in den zurückliegenden Jahren und Monaten ein regelrechter Aderlass zu verzeichnen.

„So ist der Lauf der Dinge“, sagt Andrea Eckert-Burdack. Mit ihrem Textilshop ist auch sie in der Bahnhofstraße präsent, die etwas vom Charme der lokalen Einkaufsmeile verloren hat. Sie versucht, dem Trend entgegenzusteuern. Seit 1995 ist sie mit ihrer Boutique am Standort, die sich immer wieder selbst erneuert hat. Zum klassischen Konfektionsbedarf für Frauen, Männer und Kinder gesellte sich irgendwann ein Schneiderei- und Änderungsservice hinzu. „Das war schon kurios. Ich selbst hätte es mir nicht in den kühnsten Träumen vorstellen können, an einer Nähmaschine zu sitzen“, erzählt sie. Von einer früheren Angestellten ist Andrea Eckert-Burdack langsam an das Schneiderhandwerk herangeführt worden.

Überhaupt bricht sie sprichwörtlich eine Lanze für ihre früheren Mitarbeiterinnen, auf die sie sich jederzeit verlassen konnte. Als Beispiel führt sie die ersten Monate ihrer 1991 begonnenen, beruflichen Selbstständigkeit als Verkaufsstellenleiterin im ehemaligen HO-Textilgeschäft in der Marktstraße an. „Da war ich dankbar, als 23-Jährige erfahrene Mitarbeiterin an meiner Seite zu wissen“, so die Altdöbernerin.

Zur Lehrausbildung ging es nach Calau, wobei im letzten Ausbildungsjahr mit einer Anstellung im Altdöberner Haushaltswarenladen der Arbeitsplatz fast vor der Haustür lag. In die Textil-Branche habe sie sich reingearbeitet, frühzeitig auch Textilreinigung vermittelt. „Dass bei mir auch Tischdecken oder Bettwäsche zur Reinigung abgegeben werden können, hat sich im Ort noch nicht flächendeckend rumgesprochen. Mit der Schließung der Wäscherei & Heißmangel Marita Müller könnte sich eine neue Situation ergeben“, prophezeit Andrea Eckert-Burdack.

Ähnliches habe sie bereits bei der Geschäftsaufgabe des örtlichen Schreibwarenladens gespürt. In Gesprächen klagten Kunden, wo sie denn nun Dokumente kopieren könnten. „Dann kommen sie eben zu mir. Warum soll ich meinen Kopierer nur für eigene geschäftliche oder private Angelegenheiten nutzen?“, entgegnet sie Hilfesuchenden. Und noch einen Service hat Andrea Eckert-Burdack unter ihrem Dach etabliert: Eine Vorverkaufsstelle für Tickets von Veranstaltungen des Altdöberner „Club Extra“. Schwerpunkt des Vereins ist das Vorbereiten und Durchführen von Konzerten renommierter, internationaler Blues- oder Rockbands, die regelmäßig im Gasthaus „Im Krug zum grünen Kranze“ (Muckwar) auftreten.