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Internationaler Museumstag
Von der Kreativ-Meile bis zur Turmführung

Kasper und seine Familienmitglieder stellen sich ab Sonntag im Mitteldeutschen Marionettentheatermuseum Bad Liebenwerda vor.
Kasper und seine Familienmitglieder stellen sich ab Sonntag im Mitteldeutschen Marionettentheatermuseum Bad Liebenwerda vor. FOTO: Museumsverbznu / Andreas Franke
Region. Unter dem Motto „Netzwerk Museum: Neue Wege, neue Besucher“ findet an diesem Sonntag, dem 13. Mai, der diesjährige Internationale Mu­seumstag statt. Auch zahlreiche Museen im Süden Brandenburgs laden an diesem Tag zu Ver­anstaltungen und Aktionen ein.

(red/ten) Das bewegte Leben der Mina Witkojc, einer wendischen Dichterin und Zeitungsredakteurin, die sich zeitlebens für den Erhalt ihrer wendischen Muttersprache eingesetzt hat, steht im Mittelpunkt der Veranstaltung in der Heimatstube Burg. Die dortige Ausstellung zeichnet den Lebensweg einer immer einfach gebliebenen Frau nach, die trotz vieler Tiefschläge mutig ihren Weg gegangen ist. Zum Internationalen Museumstag lädt die Heimatstube um 15 Uhr zu einem Vortrag über das Leben von Mina Witkojc ein, der kombiniert wird mit alten Tonaufnahmen, die auch ihre Musikalität belegen. Geöffnet ist die Heimatstube an diesem Tag bis 17 Uhr.

Das benachbarte Heimatmuseum Dissen lädt zum Saisonstart im Freilichtbereich „Stary lud“ ein. Der Tag bietet zudem die Gelegenheit, um den „Zeitstrahl“ als Bindeglied zwischen dem Museum und dem Freilichtbereich zu eröffnen. Er lädt ein zu einer spannenden Entdeckungsreise von der Völkerwanderung bis ins 21. Jahrhundert ein. Von 13 bis 17 Uhr wird kleinen und großen Gästen des Siedlungsausschnittes eine besondere Führung zu diesem Zeitstrahl angeboten. Als Zugabe dürfen sich die Besucher auf historisches „Fingerfood“ freuen.

Das Brandenburgische Landesmuseum für moderne Kunst im Cottbuser Dieselkraftwerk bietet seinen Besuchern am Sonntag das eine oder andere „Kunstbonbon“. Kaum hat das Museum seine Pforten geöffnet, werden um 11 Uhr bei der beliebten Familienführung die „Kunstgeschmacksnerven“ der Besucher gekitzelt. Ab 13 Uhr gilt es dann, herauszufinden, wie „ansteckend“ Kunst sein kann. Aus eigenen Zeichnungen, Plakaten, Textschnipseln oder alten Buchseiten können die Besucher ihren ganz persönlichen Museums-Ansteck-Button gestalten und so ein Stückchen Kunsterlebnis mit nach Hause nehmen. Freunde der Architektur erhalten um 15 Uhr die Gelegenheit, in die Baugeschichte des alten Dieselkraftwerkes einzutauchen. Unterhaltsame Anekdoten erzählen von Vergangenem wie Gegenwärtigem.

Im Schloss Branitz lädt Kustodin Dr. Simone Neuhäuser anlässlich des Museumstages zu einer Führung ein. Los geht es um 11 Uhr.

Auf dem Gelände des Brandenburgischen Textilmuseums Forst findet ab 10 Uhr ein Trödelmarkt statt. Angeboten werden Kleidungsstücke, Bücher, Sammlerobjekte, Keramik, Glas und mehr. Gleichzeitig endet an diesem Tag die Ausstellung „Brigitte Kopp – Über Menschen. Bilder gemalt mit Nadel und Faden“, die über die Grenzen der Region große Beachtung erfuhr.

Das Gubener Stadt- und Industriemuseum lädt am Sonntag ab 14 Uhr zu einer Kinderveranstaltung unter dem Motto „Aus dem Hut gezaubert“ ein. Um 14.30 Uhr erwartet die Mädchen und Jungen eine Reise durch die Hutgeschichte und Hutherstellung. Im Anschluss folgt eine Anprobe an der echten Hutprobierstation.

Das Niederlausitz-Museum in Luckau bietet ab 11 Uhr Führungen unter dem Titel „Vom Gefängnis zum Kulturquartier“ an. Zudem gibt es „Knastgeschichten per Hightech“. Auf Kinder wartet eine Kreativ-Meile. Für 14.30 Uhr ist die Eröffnung der Sonderausstellung „Zinngießer in der Niederlausitz – Ein verschwundenes Handwerk“ vorgesehen.

In Calau gibt es anlässlich des Museumstages zwei Führungen auf dem Turm der Stadtkirche. Diese beginnen um 13.30 Uhr und um 14.30 Uhr.

Das Kunstgussmuseum Lauchhammer hat für die Zeit von 13 bis 17 Uhr mehrere Aktionen vorbereitet. So werden die neuen QR-Codes vorgestellt, die die Ausstellung bereichern und Hintergrundwissen zu ausgewählten Ausstellungsstücken vermitteln. Die Mädchen und Jungen können sich im Kinderatelier des Museums ausprobieren. Die dabei entstehenden kleinen Kunstwerke können als Erinnerungsstücke mit nach Hause genommen werden.

Nicht den vollen, sondern nur den ermäßigten Eintritt entrichten die Besucher der Einrichtungen des Museumsverbundes Elbe-Elster am Sonntag, wenn sie die Ausstellungen des Mitteldeutschen Marionettentheatermuseums Bad Liebenwerda, des Museums Schloss Doberlug, des Sänger- und Kaufmannsmuseums Finsterwalde und des Museums „Mühlberg 1547“ besuchen. Damit sagen die Museen ihren treuen Stammbesuchern Dank, wollen aber auch neues Publikum für sich interessieren.

Der Museumstag bietet auch den passenden Rahmen für die Eröffnung der neuen Sonderausstellung des Mitteldeutschen Marionettentheatermuseums Bad Liebenwerda. Pulcinella, Polichinelle, Putschenelle, Kasper, Kasperle, Kašpárek, Hanswurst: Die lustige Figur des Kaspers ist im Handpuppen- und im Marionettentheater allenthalben zu entdecken. Er gehört zum europäischen Kulturerbe und wird künftig im Mitteldeutschen Marionettentheatermuseum eine Heimstatt finden. Während sich Kasper und Co auf den großen Auftritt vorbereiten, gibt eine gleichnamige Sonderausstellung vom 13. Mai bis 31. Oktober einen ersten Eindruck der bunten Kasper-Vielfalt und zeichnet einen Stammbaum der lustigen Figur. Die Sonderausstellung wird um 14 Uhr eröffnet. Ebenfalls ab 14 Uhr sind Kinder eingeladen, gemeinsam mit Museumspädagogin Bettina Beyer kleine Schattentheater-Figuren zu basteln und auszuprobieren. Um 15 Uhr bitten „Camillo, Casper & Co“ das Publikum zu einer klassischen Kaspertheater-Aufführung.