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Die LAWO Redaktion hat wieder fleißig gespielt
Thron oder Eigenkorb – NBA 2K19 im Test

Superstar LeBron James im Lakers Trikot. Für den ein oder anderen Spieler sicher immer noch gewöhnungsbedürftig
Superstar LeBron James im Lakers Trikot. Für den ein oder anderen Spieler sicher immer noch gewöhnungsbedürftig FOTO: gaertner-pr.de
Es ist der „ewige Kreis“ der Sportspiele. Jahr für Jahr erscheinen neue Ableger und die Neuheiten gegenüber dem letzten Jahr sind meistens überschaubar. Ob die 2019er Variante von NBA 2K weiter das Maß aller Dinge in Sachen Sportsimulation bleibt oder der Thron bereits wackelt – die LAUSITZER WOCHE hat das Spiel getestet.

von Danny Büttner

Sobald das Spiel beginnt fühlt man sich wie in einer „echten“ Basketball Arena. NBA 2K19 begeistert meiner Meinung nach vor allem durch die absolut gelungene Atmosphäre. So erklingen typische Fangesänge der Teams, die Kommentatoren überzeugen auf ganzer Linie und selbst eine Halbzeitshow wurde integriert. Des Weiteren gibt es den passenden Soundtrack, der aus 49 Hip-Hop- und Rocksongs besteht.

Doch die zahlreichen Mikrotransaktionen sorgen immer noch für Frust und Ärger. NBA 2K-Produzent Rob Jones bezeichnete Mikrotransaktionen vor nicht allzu langer Zeit als „bedauerliche Realität.“ Auch der neuste Ableger funktioniert immer noch nach dem „Pay-to-win“ Prinzip – gegenüber dem Vorgänger hat es sich aber bereits reduziert.

Im Karrieremodus beginnt ihr als absoluter „Rookie“. Eine Wertung von 60 macht euch nicht wirklich zum Schreckgespenst unter den Korb. Zwar kann man sich durch konstante Leistungen im Spiel oder gezieltes Training schneller verbessern wie im Vorjahr, man kann aber auch echtes Geld in die Hand nehmen und Verbesserungen erkaufen. Ohne großen Einsatz wird man durch „Pay-to-win“ dann zum neuen Michael Jordan.

Positiv ist die hervorragende Erzählung der Geschichte. Diese wird bombastisch präsentiert, endet aber viel zu schnell. Ungefähr sieben Stunden habe ich gebraucht. Sobald man im Rahmen der Geschichte seinen NBA-Vertrag in der Tasche hat, verdient man gutes virtuelles Geld und kann auf diesem Wege seine Fähigkeiten deutlich zügiger steigern. So wird man auch früher zu einem wettbewerbstauglichen Spieler. Dies ist zufriedenstellender und motivierender gelöst wie im Vorjahr, aber immer noch nicht wirklich rund.

Zum Spiel selbst: Die Story hört auf den Titel „Der Weg zurück“. Wie gesagt, kurz, aber überzeugend erzählt. Die Rückkehr eines ungedrafteten Spielers, der sich in Shanghai probiert und über Umwege schließlich doch in der NBA landet, ist rundum gelungen. So werden Spiele aus der chinesischen Liga auch in chinesisch kommentiert. Ich persönlich spreche die Sprache nicht und habe demzufolge auch kein Wort verstanden, aber es ist atmosphärisch einfach sehr gut inszeniert.

Spielerisch war die 2K Version in den letzten Jahren unschlagbar. Nicht Wenige bezeichneten die unterschiedlichsten Ableger als beste Sportsimulation auf den Markt. Wie kann man den König des Genres also noch besser machen?

Zuerst fällt das reduzierte Tempo gegenüber dem Vorgänger auf. Auch alt eingesessene Basketballspieler müssen sich ein wenig umstellen und der Einstieg ins Spiel fällt weniger leicht. Dennoch, hat man sich durch viel Training eingespielt, überzeugt der sehr gute Spielfluss. Vor allem die bessere Kollisionserkennung fällt auf. Letztes Jahr clippten oftmals mehre Körperteile ineinander. So ragte beispielsweise manchmal ein Arm aus dem Brustkorb. Dieses Problem aus dem Vorjahr konnte aber gut gelöst werden.

Die Arbeit in der Defensive ist etwas leichter geworden. So gelingen öfter Steals und auch die Verteidigung unter dem Korb ist besser möglich. Im Angriff ist die Schussanzeige bei Korblegern zurück, was angesichts der vielen möglichen Bewegungsabläufe eine große Hilfe ist. Vereinfacht gesagt muss also nicht mehr selbst abgeschätzt werden, wann der optimale Zeitpunkt zum loslassen des Balles ist.

Simple Dribblings oder einfaches Durchrennen wie im letzten Jahr gehören der Vergangenheit an. Die Künstliche Intelligenz ist in meinen Augen sehr gut. Man merkt, die Gegner verstehen das Spiel. So werden gleiche Spielzüge besser verteidigt und auch seitens des Computers gute Würfe kreiert. Insgesamt bietet das Spiel eine gute Herausforderung.

Positiv hervorzuheben sind also die verbesserte Physik auf dem Platz, der Realismus und die Atmosphäre, der umfangreiche „MyGM“ Modus sowie die Grafik. Für Kritik sorgt allerdings immer noch das Drängen zum weiteren Geld ausgeben und für Ungeübte der schwierige Einstieg ins Spiel, aufgrund der komplexen Steuerung. Zwar sichert sich das Spiel auch 2018 wieder den Thron, allerdings wird auch NBA Live aus dem Hause EA nicht schlechter und so sollte man sich nicht auf den Lorbeeren ausruhen.

Einer der Top Rookies aus dem vergangenen Jahr. Jayson Tatum im Trikot der Boston Celtics
Einer der Top Rookies aus dem vergangenen Jahr. Jayson Tatum im Trikot der Boston Celtics FOTO: gaertner-pr.de
Grafik: Gaertner-pr.de
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