| 18:03 Uhr

Neues Puppentheaterstück im Cottbuser Piccolo
Wir könnten sehr viel, wir können aber auch

 Nicht nur Familie Fisch – Hauke Grewe und Josephine Egri – samt Fischkind Harald lebt im neuen Puppentheaterstück des Cottbuser Piccolo Theaters in seiner eigenen Blase. Da gibt es viele Vorurteile unter den Nachbarn. Aber die Kinder haben ihren eigenen Kopf.
Nicht nur Familie Fisch – Hauke Grewe und Josephine Egri – samt Fischkind Harald lebt im neuen Puppentheaterstück des Cottbuser Piccolo Theaters in seiner eigenen Blase. Da gibt es viele Vorurteile unter den Nachbarn. Aber die Kinder haben ihren eigenen Kopf. FOTO: Piccolo Theater Cottbus / Michael Helbig
Cottbus. Vögel fliegen, Fische haben nur Schwimmen im Kopf und Schweine wälzen sich gern im Dreck. Was klingt wie eine Einführung im Fach Biologie, ist im neuen Puppentheaterstück des Cottbuser Piccolo-Theaters Ausgangspunkt für viele Vorurteile und für viel Spaß.

Himmel, Wasser, Erde: Jeder hat sein eigenes Element und möchte das auch gerne so halten. Dass Vögel nicht schwimmen können, Fische nicht fliegen und Schweine, ja Schweine wühlen doch eh nur im Dreck, das ist für die Familien Fisch, Schwein und Vogel Grund genug, nichts mit den Nachbarn zu tun haben zu wollen, mit den „Körnerfressern“ und den „Nichtschwimmern“. Und das, obwohl man Dach an Dach, Balkon an Balkon lebt.

„Wir können noch so viel zusammen machen“ ist der Titel des neuen Puppentheaterstücks, das auf dem gleichnamigen Kinderbuch von F. K. Waechter basiert und ab sofort im Cottbuser Piccolotheater zu sehen ist. Es richtet sich an Kinder ab vier Jahren. Allerdings, auch für Erwachsene lohnt sich der Besuch. Es lohnt sich, dabei zuzusehen, wie im Verlauf von nicht mal einer Stunde aus einem Konjunktiv ein Indikativ wird, aus einem „Wir könnten“ ein „Wir können“.

Dass das Publikum sich am Ende davon überzeugen kann, dass Fische sehr wohl fliegen und sogar balancieren, Schweine sehr gut schwimmen und Vögel sogar tauchen können, ist den Tierkindern zu verdanken, bei denen die Neugier auf die Nachbarskinder dann doch größer ist als alles Abwiegeln und Warnen der Eltern vor den doofen Nachbarn.

Alleine spielen macht eben auch keinen Spaß. Das ist das Fazit von Ferkelkind Inge, als es einsam und singend auf der Wäscheleine umhertanzt. „Bin ich denn das einzige Kind hier“, fragt sie zunehmend trauriger werdend und kann die Antwort „Siehst du denn hier noch andere Schweine“ nur verneinen. „Nein, aber ....“, doch da hören die Eltern schon gar nicht mehr zu.

Und auch Fischkind Harald hat überhaupt keine Lust mehr, nur noch mit seinen Eltern zu schwimmen. Und Vogelkind Philipp ist mittlerweile von den Erziehungsberechtigten auch genervt. Eltern sind ja ganz nett, aber man möchte doch auch mal mit Gleichaltrigen spielen.

Und dann flattert Philipp los, die drei Kinder treffen aufeinander und das erste „Eigentlich darf ich gar nicht mit dir spielen, meine Eltern wollen das nicht“ hat sich schnell in Luft aufgelöst. Schnabel an Flosse an Schweineohr zu spielen, macht einfach zu viel Spaß. Die Eltern aber sind skeptisch, ob das wirklich gut ist. Ob es das ist? Dies zu entdecken, sei Kindern und Erwachsenen empfohlen.

Mit viel Witz, Spielfreude, einer guten Portion Ironie und sehr liebevoll erzählen die Schau- und Puppenspieler Hauke Grewe, Josephine Egri und Werner Bauer – Regie: Ute Kotte – die Geschichte. Sie wechseln von der einen Rolle in die andere, sind Schweinemutti oder auch mal Fischkind.

Das Zusehen macht Spaß, bringt zum Lachen, macht wehmütig und regt schließlich auch zum Nachdenken an. Erwachsene sicher nochmal anders als die Kinder. Das Bühnenbild schafft eine kleine, verwinkelte, sehr enge Welt aus Brettern und Luken, wo sich Wohnung an Wohnung reiht und der Tellerrand doch höher ist als alles andere.

Doch ganz am Ende steht da diese Erkenntnis im Raum, die sich so auch als Zitat auf T-Shirts oder Wände drucken ließe: „Wir können noch so viel zusammen machen.“ Kein könnten, kein wöllten, kein müssten, kein sollten, sondern ein Können. Ja, das ist natürlich alles sehr romantisch, werden da die Erwachsenen denken, während die Kinder sich schon überlegen, was sie mit dem Nachbarsjungen spielen könnten.

Weitere Vorstellungen von „Wir können noch so viel zusammen machen“ sind am Sonntag, 2. Juni,
15 und 17 Uhr, im Piccolo Theater Cottbus, Erich-Kästner-Platz 2, zu sehen. Telefon: 0355 23687, E-Mail: info@piccolo-cottbus.de.

Weitere Informationen und Termine unter www.piccolo-cottbus.de.

 Nicht nur Familie Fisch – Hauke Grewe und Josephine Egri – samt Fischkind Harald lebt im neuen Puppentheaterstück des Cottbuser Piccolo Theaters in seiner eigenen Blase. Da gibt es viele Vorurteile unter den Nachbarn. Aber die Kinder haben ihren eigenen Kopf.
Nicht nur Familie Fisch – Hauke Grewe und Josephine Egri – samt Fischkind Harald lebt im neuen Puppentheaterstück des Cottbuser Piccolo Theaters in seiner eigenen Blase. Da gibt es viele Vorurteile unter den Nachbarn. Aber die Kinder haben ihren eigenen Kopf. FOTO: Piccolo Theater Cottbus / Michael Helbig