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Neue Spielzeit am Theater
Neue Spielzeit wird ernst, romantisch und amüsant

Das Staatstheater Cottbus bietet auch in der neuen Spielzeit ein anspruchsvolles und vielfältiges Programm.
Das Staatstheater Cottbus bietet auch in der neuen Spielzeit ein anspruchsvolles und vielfältiges Programm. FOTO: Frank Hammerschmidt
Cottbus. Die neue Spielzeit des Cottbuser Staatstheaters bietet insgesamt 15 Premieren, acht Philharmonische Konzerte, zahlreiche Sonderkonzerte und jede Menge kammermusikalische Aktivitäten.

(pm/abr) Mit 18 Aufführungen gastieren das Opern- und das Ballettensemble im Rahmen des Brandenburgischen Theater- und Konzertverbunds in Potsdam, Frankfurt (Oder) und Brandenburg an der Havel.

Das Schauspiel setzt in der neuen Spielzeit – der zweiten von Schauspieldirektor Jo Fabian – die Zusammenarbeit mit bewährten Regisseuren fort und baut im Großen Haus auf populäre und zeitrelevante Stoffe: Jörg Steinberg eröffnet die Spielzeit mit einer Schauspielversion von „Brassed off – Mit Pauken und Trompeten“ nach dem gleichnamigen Film von Mark Herman, einer sozialkritischen Geschichte rund um britische Bergarbeiterfamilien in den 1990er-Jahren. Andreas Nathusius widmet sich George Orwells heute erneut brandaktuellem Roman 1984, der im Jahr 1948/49 als düstere Zukunftsversion eines Überwachungsstaates entstand.

Der aus Cottbus stammende Regisseur Ronny Jakubaschk inszeniert mit Friedrich Dürrenmatts berühmter Tragikomödie „Der Besuch der alten Dame“ erstmals im Großen Haus. Zum Ende der Spielzeit nimmt Jo Fabian Henrik Ibsens Drama „Ein Volksfeind“ als Grundlage, um gemeinsam mit dem Ensemble zu erforschen, wieviel Kraft Idealismus in einer durch und durch von ökonomischen und karrieristischen Interessen dominierten Gesellschaft hat.

In der Kammerbühne legt Jo Fabian in der kommenden Spielzeit einen Schwerpunkt auf die Auseinandersetzung mit Stoffen für ein jugendliches oder jung gebliebenes Publikum. Zu erleben sein werden Interpretationen von Schillers Sturm-und-Drang-Drama „Kabale und Liebe“ und Hauffs Märchen „Das kalte Herz“. Die erfolgreiche Reihe Black Friday wird fortgesetzt. Neu ist eine Gastspielreihe mit dem Kult-Moderator Jürgen Kuttner, der mit seinem legendären Format der „Videoschnipselvorträge“ nach Cottbus kommt.

Die Theaterscheune Ströbitz wird zur Bühne einer amüsanten musikalischen Reise mehrerer gealterter Schauspieler in ihre Vergangenheit – mit Erik Gedeons Stück „Ewig jung“.

Im Mittelpunkt des Opernspielplans steht in 2018/2019 Richard Wagners (schaurig)-romantische Oper „Der fliegende Holländer“ unter der musikalischen Leitung von Alexander Merzyn (Regie: Christiane Lutz).

Im Musical „My fair Lady“ kehrt Eliza Doolittle das Verhältnis von Lehrer und Schüler um. Als Regisseur konnte der Operetten- und Musicalexperte Michael Wallner gewonnen werden, die musikalische Leitung übernimmt Alexander Merzyn. Paul Linckes Operette „Frau Luna“ thematisiert augenzwinkernd das Scheitern von Versuchen, Konflikten durch den Bau von Luftschlössern zu entgehen.

In der Weihnachtszeit ist nach 22 Jahren wieder das „Traumfresserchen“ von Winfried Hiller zu erleben. In diesem poetischen Singspiel schickt die kleine Prinzessin Schlafittchen das ihr fremde traumfressende Männchen ans Ende der Welt; eine unüberlegte Handlung, für die sie die Verantwortung übernehmen muss.

In der ersten Premiere der Sparte Ballett begleitet Choreograf Torsten Händler „Alice im Wunderland“.

In der Kammerbühne ist mit „Casanova“ ein Ballett von Mauro de Candia zu erleben, das zu einem üppigen Fest der Begegnungen lädt. Der Freigeist Casanova vervielfältigt sich in maskuline und feminine Aspekte, Liebesaffären ziehen sich durch eine Vielzahl von Situationen.

Komponistenporträts, unter anderem von Mozart, Rossini oder Tschaikowski, stehen im Zentrum der Philharmonischen Konzerte der kommenden Spielzeit. Unter den Uraufführungen ragen drei längere „Brandenburgische Doppelkonzerte“ hervor. Mit ihnen setzt das Staatstheater fort, was in der Spielzeit 2016/17 begonnen wurde: Auftragswerke zu vergeben, in denen sich zwei Länder mit ihren Kulturen begegnen – in der Musik selbst und in der Solistenbesetzung. Die Fortführung des Projektes wurde ermöglicht durch eine Förderung im Rahmen des Programms „Exzellente Orchesterlandschaft Deutschland“. Das Philharmonische Orchester erhielt dafür 450 000 Euro.

Die Singakademie Cottbus ist ihrerseits mit zwei Konzerten des Kammerchores vertreten und präsentiert gemeinsam mit dem Opern- sowie dem Kinder- und Jugendchor des Staatstheaters am Pfingstsonntag „Carmina Burana“ im Amphitheater Senftenberg.