| 13:12 Uhr

Konzert mit Ludwig Güttler
Ludwig Güttler zu Gast in Cottbus

Cottbus. „Dialoge mit Trompete, Corno da caccia und Orgel“ lautet der Titel eines Konzertes, das am Freitag, dem 1. Juni, ab 20 Uhr in der Cottbuser Klosterkirche zu erleben ist. Es musizieren Ludwig Güttler, Volker Stegmann und Friedrich Kircheis.

(pm/ten) Ludwig Güttier besucht die Klosterkirche Cottbus mit einem erlesenen Programm. An seiner Seite gestalten Volker Stegmann und Friedrich Kircheis das sorgsam zusammengestellte Sonderkonzert.

Das freie Orgelwerk zu Beginn, ein bewährtes Paar aus Präludium und Fuge, steht exemplarisch für die Freiheit der musikalischen Gedanken. Bach-Lehrer Dietrich Buxtehude zählt zu den bedeutendsten Vertretern der Norddeutschen Orgelschule.

Jean Baptiste Loeillet wurde vor allem in London bekannt – als Virtuose auf dem Cembalo sowie als Lehrer und Komponist. Ludwig Güttler hat den Komponisten, der einer einflussreichen Genter Musikerfamilie entstammt, für sich entdeckt, ohne speziell gesucht zu haben. Er fand Loeillets Flötensonaten reizvoll und richtete sie für die Besetzung Trompete und Orgel ein.

London ist die Stadt, in der auch der gebürtige Hallenser Georg Friedrich Händel seine Laufbahn krönte. Bei den Orgelkonzerten op. 4, HWV 289-294, handelt es sich um sechs Werke für kleinere Orgel und Orchester. Sie entstanden in London zwischen 1735 und 1736. Zu hören ist in Cottbuser das Konzert HWV 293.

Zum schier unüberschaubaren kompositorischen Œuvre Georg Philipp Telemanns zählen Werke, die ihn zu einem Wegbereiter der Programmmusik machten. In diesem Konzert werden die 12 Marches héroiques „Heldenmusik“ mit drei Sätzen zitiert. Telemann komponierte diese Charakterstücke 1728 für Orchester, regte aber zudem an, sie „auch auf dem Claviere allein zu spielen“. Dies war der Impuls für weitere Bearbeitungen. In einer Fassung für Trompete und Orgel lässt sich erfahren, wie menschliche Charaktere musikalisch dargestellt werden können.

Der Choral steht im Fokus der Binnenwerke des Programms. Johann Sebastian Bachs Choralvorspiele offenbaren eine Tiefe der Empfindung und kompositorische Durchdringung des theologischen Gehalts, die unübertroffen geblieben ist. Auch Bachs mutmaßlicher Schüler Gottfried August Homilius bearbeitete Kirchenchoräle in der Tradition seiner Vorgänger.

Ludwig Güttler beschreibt die klassische Dramaturgie seiner Programme für Trompete, Como da caccia und Orgel wie folgt: „Anfang und Ende gehören dem Konzertieren. Man hört, wie sich die Trompete als Soloinstrument zu behaupten versucht, vernimmt daneben aber die Orgel mit einem Passagen- und Klangspiel, das alle Zweifel zerstreut, hier ginge es lediglich ums Begleiten. Es ist Musik von virtuosem Anspruch, die dem Ganzen einen Rahmen gibt, die den Hörer hin- und wieder wegführt. Sie umschließt, ja beschützt einen inneren Programmteil, der gedanklich dichter, verinnerlichter angelegt ist. Dort nämlich stehen die Choralbearbeitungen und -vorspiele. Die Gattung des Choralvorspiels hat für mich etwas Einzigartiges, Absolutes. Es sind Lieder, Melodien, die für einen unglaublichen gedanklichen Reichtum stehen.“

Bachs Präludium und Fuge a-Moll BWV 543 für Orgel stammt vermutlich aus den frühen Weimarer Jahren. Nirgendwo hielt der Meister in einem Präludium konsequenter am Anfangsmotiv fest. So ist diese Komposition zur konzentriertesten ihrer Art geworden.

Der Abschluss des Programms bleibt einem Höhenflug der Trompete vorbehalten. Voller Kontraste steckt die konzertante Sonate D-Dur von Henry Purcell, deren Sätze feierliche, abgedunkelte, schließlich ausgelassene Stimmungen evozieren.

Der Eintritt kostet für Vollzahler im Vorverkauf 26 Euro. An der Abendkasse sind dann 28 Euro zu zahlen.