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Cottbus
Ein Strudel aus Lügen, Verrat und Mord

Cottbus. Nachdem vor mehr als 20 Jahren eine konzertante Version des „Macbeth“ von Giuseppe Verdi am Cottbuser Theater zu erleben war, hebt sich am 21. April zum ersten Mal in der Geschichte des Hauses der Premierenvorhang zu einer Inszenierung dieser Oper.

Die musikalische Leitung hat Evan Alexis Christ, Regie führt Martin Schüler. Für die Ausstattung zeichnet Gundula Martin verantwortlich, für die Videoproduktion Daniel Rentzsch. Die Choreinstudierung übernimmt Christian Möbius.

Das Regieteam hat sich für die Opernfassung aus dem Jahre 1865 entschieden. Verdi interessiert in seiner Bearbeitung von Shakespeares Drama die Frage, mit welchen Folgen politische Macht illegitim erzwungen und erhalten wird, wie Menschen korrumpiert und Beziehungen dadurch deformiert werden. In seinem Polit- und Psychodrama lässt Verdi dem fantastischen Element eine immense Bedeutung zukommen. Er stellt dabei erstmals in der italienischen Operngeschichte den dramatischen Ausdruck über den Schöngesang und schafft mit „Macbeth“ ein geradezu realistisches Musiktheater.

Auf dem Schlachtfeld beweinen Frauen ihre gefallenen Männer. Als der Kommandeur Macbeth siegreich und stolz über das Feld schreitet, rebellieren die Witwen. Sie verwandeln sich in Hexen, die Macbeth einflüstern, dass er König von Schottland werde. Ohne Zögern stiftet Lady Macbeth ihren Mann zum Königsmord an.

Nach diesem ersten glaubt Macbeth weitere Morde vollbringen zu müssen, um seines Thrones sicher sein zu können. Wieder verlässt er sich dabei auf die Prophezeiungen der Hexen, doch die täuschen ihn. Ein Strudel aus Lügen, Verrat und Mord reißt den einst so hoffnungsvollen Politiker in den Tod.

Den gesellschaftlichen Auf- und Abstieg des Macbeth wird der Bariton Jaco Venter gestalten. Der Sänger ist erstmalig in Cottbus zu erleben, ebenso wie die Mezzosopranistin Sanja Radišić als Lady Macbeth. Die dritte Hauptpartie – die Hexen – werden von den Damen des Opern- und des Extrachores interpretiert.

Nach der Premiere gibt es weitere Aufführungen am Dienstag, 1. Mai, Mittwoch, 30. Mai, und Dienstag, 26. Juni. Karten für diese Veranstaltungen gibt es unter anderem über die RUNDSCHAU-Hotline 0355 48 15 55 und bei Lautix in der Spremberger Straße in Cottbus.

(pm/ten)