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Dokumentation über Leben entlang deutsch-polnischer Grenze
Fortsetzung folgt

 Für die Fortsetzung seines Defa-Films war Regisseur Andreas Voigt auf der Suche nach einer seiner damaligen Protagonisten – Carla, aus Guben.
Für die Fortsetzung seines Defa-Films war Regisseur Andreas Voigt auf der Suche nach einer seiner damaligen Protagonisten – Carla, aus Guben. FOTO: Andreas Voigt
Guben. 27 Jahre nach seiner Premiere erhält der Film „Grenzland“ eine Fortsetzung. Der Streifen handelte vom Leben entlang der deutsch-polnischen Grenze kurz nach der Wiedervereinigung.

1992 hatte Andreas Voigt den Defa-Film „Grenzland – eine Reise“ gedreht, der das Leben entlang der deutsch-polnischen Grenze kurz nach der Wiedervereinigung beschrieb. Vor zwei Jahren wendete er sich an die RUNDSCHAU. Seine Absicht, eine Fortsetzung.

Mit Hilfe der Lokalzeitung versuchte er eine Protagonistin aus dem ersten Teil wieder finden – Carla, damals eine junge Frau, die im Chemiefaserwerk Guben arbeitete. Mehr als den Vornamen und die Arbeitsstelle kannte Voigt nicht von ihr. Kurz nach der Veröffentlichung eines Fotos von Carla war die Frau  ausfindig gemacht. Zu Hause ist sie nun in Niedersachsen.

Voigt will jetzt wieder in der Grenzregion auf die Suche nach Geschichten gehen. Dafür braucht er Geld. Das kommt unter anderem auch aus einem Filmfördertopf in Niedersachsen, weil Carla dort lebt. Die Finanzierung des Films sei  mittlerweile gesichert. Im Frühjahr will er anfangen zu drehen. Noch reist er entlang der Neiße und der Oder, erzählt von Begegnungen, die er im Film verarbeiten will. Und sucht weitere.

Ein 90-minütiger Film soll entstehen, einen Trailer gibt es schon. Er zeigt Arbeiter, die Grenzpfosten austauschen, einen Fischer, der auf der Oder erklärt, dass genau auf der Hälfte des Flusses die Grenze verläuft. Ganz so streng will sich Voigt nicht an die vorgegebene Grenznähe halten Er will interessante Geschichten erzählen.

Kürzlich war der Filmemacher in Guben, um sich mit Carla zu treffen. Die komme regelmäßig zurück in die alte Heimat, besuche eine Freundin. Carla aber ist krank geworden und musste den Besuch in der Neißestadt verschieben. Voigt nutzte die Zeit, schaute sich das neue Einkaufszentrum Galeria Hosso in Gubin an. Es verändert sich viel entlang der deutsch-polnischen Grenze. Für den Filmemacher ist das besonders spannend.

Im März will er wieder in die Region zurückkommen, einige Orte an der Grenze besuchen und nach Geschichten suchen. Vielleicht in Bad Muskau und Leknica, Forst und Zasieki, Guben und Gubin, Eisenhüttenstadt, Frankfurt, Slubice oder auch in  Cottbus und Zielona Góra.

(dsf)