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Zeuthen: 261 Alleebäume nach wie vor von Fällung bedroht

Grüne Schattenspender: Schön anzusehen sind die Alleebäume in Niederlausitzer Straße in Zeuthen. Nach Plänen vom Landesbetrieb Straßenwesen sollen diese, 261 sind es, wegen dem Ausbau der L 401 weichen. Der NABU erwägt nun, dagegen zu klagen.
Grüne Schattenspender: Schön anzusehen sind die Alleebäume in Niederlausitzer Straße in Zeuthen. Nach Plänen vom Landesbetrieb Straßenwesen sollen diese, 261 sind es, wegen dem Ausbau der L 401 weichen. Der NABU erwägt nun, dagegen zu klagen. FOTO: Axel Mieritz
Zeuthen. Der Landesbetrieb Straßenwesen plant in Zeuthen wegen einer Straßenerneuerung 261 Alleebäume zu fällen, wie der Naturschutzbund Brandenburg in einer Pressemitteilung informiert. Auf 2,3 Kilometern Länge soll demnach die Ortsdurchfahrt erneuert werden.

"Das prägende Element in Zeuthen, die Straßen begleitende Allee in der See- und Goethestraße, soll dafür gefällt werden. Betroffen sind alle 261 Alleebäume, obwohl diese sich nachweislich in einem gesunden Zustand befinden", sagt Henry Streckenbach, einer der Aktiven vor Ort.

Dabei ist der hohe ökologische, kulturhistorische und touristische Wert von Alleen längst anerkannt. Sie prägen seit vielen Generationen die Landschaft, spenden Schatten und Erholung und bieten darüber hinaus immer knapper werdende Lebensräume und Brutplätze für Vögel und Insekten.

Deswegen genießen Alleen auch besonderen Schutz. Sie dürfen nach Paragraf 17 des Brandenburgischen Naturschutzausführungsgesetzes grundsätzlich nicht beseitigt, zerstört oder beschädigt werden. Eine Fällung kommt selbst zur Verkehrssicherung erst nach Ausschöpfung aller Alternativen in Betracht.

Eine solche Alternativprüfung habe der Landesbetrieb bei seinen Planungen aber nicht einmal in Erwägung gezogen, so der Vorwurf des NABU.

Um gegen die geplanten Fällungen vorzugehen, wollen der NABU und das Aktionsbündnis nichts unversucht lassen: Im Planfeststellungsverfahren wurde mit Unterstützung eines Rechtsanwalts Stellung genommen.

Sollte der Landesbetrieb seine Planungen nicht anpassen, ist man entschlossen, die Bäume auch vor Gericht zu verteidigen.

Der NABU kämpft gemeinsam mit einer Bürgerinitiative für den Erhalt der Bäume und ist entschlossen, notfalls auch vor Gericht zu ziehen.

Schon vor zwei Jahren als der Landesbetrieb Straßenwesen die Pläne der Gemeinde vorgelegt hat, sorgten die vorgesehenen Fällungen der Linden für Aufregung. Nach den damaligen Ausführungen sei die Fällung der Bäume nötig, da die Straße im Rahmen des Ausbaus um einen halben Meter verbreitert werden soll. pm/lsc