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Nach neuen Ideen gesucht
Feuerwehr-Nachwuchs verliert die Lust

 Radduscher Kinder haben beim 15. Vetschauer Stadtfeuerwehrtag ihren Heimvorteil nutzten und zum Sieg in der Altersklasse U14 spurteten. Damit bereiteten sie ihrem Heimatdorf anlässlich des 110-jährigen Bestehens der Ortswehr ein Jubiläumsgeschenk.
Radduscher Kinder haben beim 15. Vetschauer Stadtfeuerwehrtag ihren Heimvorteil nutzten und zum Sieg in der Altersklasse U14 spurteten. Damit bereiteten sie ihrem Heimatdorf anlässlich des 110-jährigen Bestehens der Ortswehr ein Jubiläumsgeschenk. FOTO: Uwe Hegewald
Landkreis OSL. Eine bittere Nachricht hat Fred-Hagen Karzenburg bei der Delegiertenkonferenz des Kreisfeuerwehrverbandes Oberspreewald-Lausitz (KFV-OSL) übermittelt. „Erstmals seit sechs Jahren müssen wir einen Rückgang der Mitgliederzahlen in den Jugendfeuerwehren hinnehmen“, so der Kreis-Jugendfeuerwehrwart.

879 Mädchen und Jungen sind in 67 Jugendfeuerwehren organisiert, um das Feuerwehr-Abc zu erlernen. Das sind 111 Kinder/Jugendliche weniger, als vor einem Jahr. „Die steigenden Zahlen der zurückliegenden Jahre ließen uns hoffen, irgendwann die 1000er Marke zu knacken. Von diesem Ziel müssen wir uns vorerst verabschieden“, so Fred-Hagen Karzenburg.

Was sind die Gründe, warum Mädchen und Jungen der Nachwuchsfeuerwehr den Rücken kehren? 40 Prozent hätten keine Lust mehr, 20 Prozent andere Interessen gefunden, und zehn Prozent sind in andere Vereine gewechselt. Dabei brennen die Jugendfeuerwehrwarte für ihre Arbeit mit Kindern und Jugendlichen.

„Eine überaus erfolgreiche Arbeit“, so Karzenburg, der als Beispiel die vier Landesmeistertitel der Jugendfeuerwehren aus Bronkow (Amt Altdöbern) und Groß Lübbenau anführt. Im Idealfall vollziehen die Nachwuchs-Feuerwehrsportler den Schritt in die Einsatzabteilung, in der Frauen und Männer händeringend gesucht werden. „Die Tageseinsatzbereitschaft von Ortswehren ist oft nur noch zu 25 Prozent gewährleistet“, sagt Werner-Siegwart Schippel Ende, Präsident des Brandenburger Feuerwehrverbandes. Um Tageseinsatzbereitschaften zu garantieren werde auch über das Einbeziehen von Kommunalbediensteten mit Feuerwehrerfahrung nachgedacht. Für sie soll ein Teil ihrer Arbeit in der öffentlichen Verwaltung – rund 30 Prozent – dem Brandschutz vorbehalten sein.

Sollte sich dieses Modell durchsetzen, hätten jene Nachwuchsfeuerwehrleute beste Aussichten, bei einem Berufswunsch in Kommunalverwaltungen Vorrang zu genießen. Um Mädchen und Jungen so lange wie möglich bei der Stange zu halten, müssen Jugendfeuerwehrwarte Ausgewogenheit bieten. Neben feuerwehrtechnischen Ausbildungen dürfe auch der Spaß nicht zu kurz kommen. Bei der Vetschauer Jugendfeuerwehr stand im vergangenen Jahr ein Zeltlager auf dem Programm, inklusive Ausflug in den MitMachPark „Irrlandia“ in Storkow.

„Zur Weihnachtsfeier waren wir zum Bowling in Lübbenau. In diesem Jahr soll es eine Ganztagsausbildung mit einem Ausflug nach Lehde geben, wo uns der Löschkahn vorgeführt wird“, kündigt Vetschaus Ortsjugendfeuerwehrwart Ringo Born an.

Dass auch beim Altdöberner Feuerwehrnachwuchs dem Freizeitvergnügen angemessener Raum eingeräumt wird, belegen jüngste Aktivitäten wie das Jugendlager in Neupetershain mit Ausflug und Führung zum Flughafen Dresden, ein Besuch der Lübbenauer Spreewelten oder des Erlebnisbades Senftenberg. „Ein Ausflug mit Nachhaltigkeit“, erklärte Ortswehrführer Manuel Kupsch, „haben doch gleich mehrere Kinder ihr Seepferdchen abgelegt.“

 Radduscher Kinder haben beim 15. Vetschauer Stadtfeuerwehrtag ihren Heimvorteil nutzten und zum Sieg in der Altersklasse U14 spurteten. Damit bereiteten sie ihrem Heimatdorf anlässlich des 110-jährigen Bestehens der Ortswehr ein Jubiläumsgeschenk.
Radduscher Kinder haben beim 15. Vetschauer Stadtfeuerwehrtag ihren Heimvorteil nutzten und zum Sieg in der Altersklasse U14 spurteten. Damit bereiteten sie ihrem Heimatdorf anlässlich des 110-jährigen Bestehens der Ortswehr ein Jubiläumsgeschenk. FOTO: Uwe Hegewald