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Umfrage
Lila-Tracht und Kartoffelsalat

FOTO: Frank Ratajczak
Region . Traditionen spielen in der Weihnachtszeit eine große Rolle. In jeder Familie werden zum Fest Rituale gepflegt – vom Weihnachtsbaumschmücken bis zum Festessen. Die LAUSITZER WOCHE hörte sich um, wie die Leser Weihnachten feiern.

Marga Morgenstern, Spreewälder Original: Ich setze Weihnachten die von meinen Eltern und Großeltern aus Straupitz übernommenen Bräuche fort. Für mich ist die Adventszeit eine stille Zeit, eine Zeit der Besinnung. Die Tracht, die ich bei öffentlichen Auftritten trage, ist daher traditionell in Lila gehalten. Am Nachmittag vorm Heiligen Abend erzähle ich den Gästen der Burger Bleiche von der wendischen Weihnacht im Spreewald. Wenn ich dann abends mit dem Auto zurück nach Lübben fahre, mache ich an der Straupitzer Kirche eine Pause und lausche den Gesängen, die aus dem Gebäude dringen. Ich gehe dann in mich und gedenke meiner Lieben. In Lübben werde ich dann mit meinen Kindern und Enkeln den Weihnachtsabend verbringen.“

Dora und Manfred Bronk aus Muckwar: Kartoffelsalat und Bockwurst sind ein Ritual, das wir seit Ewigkeiten zu Heiligabend pflegen. Gelegentlich hatten wir es auch schon mal mit Backschinken versucht, sind aber zum Traditionsessen zurückgekehrt. Die Vorzüge liegen auch auf der Hand, muss sich doch keiner aus der Familie an Heiligabend zeitraubend in der Küche aufhalten, um die Beköstigung vorzubereiten. Kinder oder Enkel warten auf die Bescherung, wollen die Geschenke auspacken oder sich an diesen erfreuen – da sind der tags zuvor zubereitete Kartoffelsalat und die schnell erhitzten Würstchen schnell serviert.

Marita Müller aus Neudöbern: Im Zeitalter von Handy und Smartphone halten wir noch immer am klassischen Schreiben von Weihnachtskarten fest. Dabei handelt es sich um selbstgedruckte Karten mit weihnachtlichen Motiven von unseren Hunden. Rund 50 Karten gehen auf Reisen, wie auch das alljährliche Paket nach Litauen. Seit der 8. Klasse pflege ich eine Brieffreundschaft mit einer Namensvetterin, die auch Marita heißt und die jedes Jahr zum Weihnachtsfest ein Päckchen mit selbstgebackenen Plätzchen bekommt. Der Kontakt ist nie abgebrochen, wir haben uns auch schon gegenseitig besucht.

Sabine Pawella und Marcel Brandt aus Lübben: Kartoffelsalat und Würstchen sind schon ein Klassiker. Wie auch der Besuch der Kirche zu Heiligabend, wobei die Wahl des Gotteshauses variiert. In diesem Jahr besuchen wir eine Kirche in Mecklenburg-Vorpommern, wo eines unserer Elternpaare wohnt. Familienbesuche und das Genießen gemeinsamer Stunden haben einen hohen Stellenwert und sind uns wichtig. Kürzlich haben wir gelesen, dass in Berlin eine hohe Anzahl von Singles den Heiligabend und das Fest allein verbringen. Ohne Familie, Freunde oder Seelenverwandte – das stimmt uns traurig, zeigt aber auch, wie sich die Gesellschaft entwickelt hat.