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LUCKAU
Auf ein Käffchen in die Kulturkirche

 Daumen hoch für das neue Museumscafé in der Kulturkirche Luckau findet Unternehmer Ralf Zimmermann, einer der Eröffnungsgäste.
Daumen hoch für das neue Museumscafé in der Kulturkirche Luckau findet Unternehmer Ralf Zimmermann, einer der Eröffnungsgäste. FOTO: LR / Carmen Berg
LUCKAU. Luckau hat jetzt ein Museumscafé. Was den Gast in der Kulturkirche freuen dürfte, ist eine Herausforderung fürs Personal.

„Der Kaffee ist gut“, lobte Ralf Zimmermann bei der Eröffnung des Museumscafés in der Kulturkirche. Im Foyer des Hauses, das neben dem Niederlausitz-Museum die Touristinformation und die Bibliothek beherbergt, lässt es sich an Tischen gemütlich Pause machen. Mitarbeiter vom Info-Tresen servieren Kaffee, Capuccino, Espresso oder Tee und auch Wasser. Die Warmgetränke kommen aus einem 1500 Euro teuren Automaten. Zur Premiere wurden die Gäste mit Tulpen-Törtchen von Konditor René Klinkmüller verwöhnt.

Der Erlös der Aktion kommt dem Laga-Park zugute. Kuchen wird es nicht immer geben, aber der Museumsshop hält regionale Leckereien wie Edelmond-Schokolade aus Zöllmersdorf bereit.

Seit es das Café Graf nicht mehr gibt, haben es Einheimische und Tagestouristen schwer, im historischen Zentrum Kaffee-Pause zu machen. „Besonders an Samstagnachmittagen, wenn die Bäckerei Bubner am Markt geschlossen hat“, legte Bürgermeister Gerald Lehmann den Finger auf eine Wunde. Dietrich Kölling und andere Luckauer hatten den Notstand oft kritisiert. Der Bürgermeister sieht das neue Angebot als „Versuch, eine Phase zu überbrücken, bis sich wieder ein privater Cafébetreiber in der Altstadt findet.“

Für das kleine Team von Museum und Tourist-Service ist es eine zusätzliche Aufgabe. „Wir stehen dahinter, denn Gastlichkeit ist beste Werbung für Luckau und für unser Haus“, sagt Museumsleiterin Marina Gadomski. Doch die knappe Personaldecke wird dadurch noch angespannter. Das ist unlängst im Ausschuss für Tourismus, Gewerbe und Stadtmarketing deutlich geworden.Rund 15 000 Besucher zählt das Niederlausitz-Museum seiner Chefin zufolge im Jahr. Sie kommen in die Ausstellung, genießen Kultur im Klostersaal, kaufen am Info-Tresen Tickets für Events.

Neben Marina Gadomski ist eine weitere Museums-Fachkraft im Hause tätig, unterstützt von drei Mitarbeitern für Kasse und Aufsicht, davon zwei mit befristeten Stellen. Alle sind mit 30 Wochenstunden beschäftigt. Dem stehen Öffnungszeiten gegenüber, die speziell  in den Wintermonaten länger sind als in Lübben oder Lübbenau, den Touristenhochburgen des Spreewalds. Nur in Luckau ist die Kulturkirche ganzjährig dienstags bis sonntags und feiertags von 10 bis 17 Uhr geöffnet.  Überstunden vom Wochenende müssen unter der Woche abgebaut werden.

So passiert es, dass Fachkräfte hinter dem Tresen stehen und ureigene Museumsbelange in der Warteschleife bleiben. Erst 15 Prozent der bislang per Zettelkatalog erfassten Sammlung sind digitalisiert. Kaum Zeit bleibt für die Forschung, zählt Marina Gadomski auf.

Die Öffnungszeiten im Winter neu zu überdenken, wird im Fachausschuss ebenso vorgeschlagen wie eine Erhöhung der Wochenarbeitszeit. Für die Bildungsarbeit, die Museen leisten, sieht Harry Müller (UWG/FDP) aber auch den Landkreis  in der Pflicht. Luckau bemüht sich um Förderung für einen Museumspädagogen. „Landkreise wie Oberspreewald-Lausitz betreiben noch selbst Museen“, vergleicht Harry Müller.

 Daumen hoch für das neue Museumscafé in der Kulturkirche Luckau sagt Unternehmer Ralf Zimmermann, einer der Eröffnungsgäste.  Foto: be
Daumen hoch für das neue Museumscafé in der Kulturkirche Luckau sagt Unternehmer Ralf Zimmermann, einer der Eröffnungsgäste. Foto: be FOTO: LR / Carmen Berg