| 17:08 Uhr

Konzept für das Jahr 2022
275 000 Gäste für Laga erwartet

Bewerbungsfoto der Stadt Spremberg für die Landesgartenschau 2022
Bewerbungsfoto der Stadt Spremberg für die Landesgartenschau 2022 FOTO: Stadt Spremberg
Spremberg . Bewerbung für Landesgartenschau enthält konkrete Aussagen zu Ideen und Finanzen. René Wappler

Im Dezember wird sich entscheiden, ob Spremberg den Zuschlag für die Landesgartenschau im Jahr 2022 erhält. Aus den Bewerbungsunterlagen, eingereicht beim Land Brandenburg, geht allerdings jetzt schon hervor, wie sich die Organisationen das Fest vorstellen.

Laut Plan reicht das Hauptgelände der geplanten Gartenschau vom Tal der Kleinen Spree über den Schwanenteich, die Festwiese und den Georgenberg. Das Konzept sieht einen Mehrgenerationen-Spielplatz auf der Festwiese im Stadtpark vor, außerdem einen Kletter-Abenteuer-Park auf dem Georgenberg. Beide Anlagen sollen auch über die Landesgartenschau hinaus bestehen bleiben. Dazu heißt es im Konzept: „Gerade in den letzten Jahren ist der Trend zu beobachten, dass es ehemalige Spremberger wieder in ihre Heimat und zu Familie und Freunden zurückzieht.“ Der einst angekündigte Einwohnerschwund sei nicht so stark ausgeprägt, wie es die Prognosen befürchten ließen. So stabilisierte sich diese Zahl im Jahr 2016. Derzeit leben ungefähr 23 100 Menschen in Spremberg.

Im Falle einer Landesgartenschau kämen noch einmal kurzzeitig 250 000 bis 275 000 Leute hinzu: So viele Besucher strömten in der Vergangenheit zu Ereignissen dieser Art. 70 Prozent von ihnen reisten mit dem eigenen Auto an, weitere 20 Prozent mit dem Reisebus – und lediglich zehn Prozent mit der Bahn. So gehen die Mitarbeiter des Rathauses davon aus, dass Stellflächen für 2000 Autos am Tag nötig sein werden.

Einen Haupteingang zur Festwiese sehen die Unterlagen an der Georgenstraße vor, samt benachbartem Shuttle-Service in der Innenstadt. Der zweite Eingang könnte an der Jägerstraße neben dem Marktplatz liegen. Ein „Eingang des Gedenkens“ ist am Stadtpark und am Friedhof vorgesehen.  Das Konzept erläutert: „Am Eingang empfangen Gehölze wie Pfaffenhütchen, Gemeiner Schneeball und Mandel-Weide sowie blühende Staudenbeete die Besucher.“ Auf der Grünfläche der Festwiese könnten Felder aus Zwiebelpflanzen entstehen, während sich der Stadtpark für eine Rhododendron-Schau eignet.

Darüber hinaus bietet sich die Chance, fast wie im Spreewald mit Kähnen den Schwanenteich zu überqueren. Selbst einen Unterwassergarten schlägt das Konzept vor, per Glaskonstruktion in den Teich eingebettet, der einheimische Fische und Pflanzen zeigt. Eine Voliere am Teich als Herberge für Vogelarten aus verschiedenen Regionen Europas – auch das wäre möglich.

Die Organisatoren wollen Firmen aus dem Land Brandenburg in die Ausschreibung für die Arbeiten zur Gartenschau einbeziehen. Der Stadt als Eigentümerin des Geländes wäre ein Beirat zugeordnet, dem Vertreter des gärtnerischen Berufsstandes angehören. Das Konzept bezieht eine Zusammenarbeit mit dem Förderverein Laga Spremberg ein. Im März 2018 könnte der Geschäftsführer oder die Geschäftsführerin einer GmbH eingestellt werden, die das Ereignis betreut.

Die Gesamtbaukosten belaufen sich laut Investitionshaushalt auf ungefähr 12,8 Millionen Euro. Hinzu kommen Ausgaben für die Veranstaltung selbst, die nach aktuellen Angaben 8,3 Millionen Euro betragen würden. Die Stadt Spremberg leistet dabei einen Eigenanteil von 8,92 Millionen Euro – vorausgesetzt, sie erhält den Zuschlag. Den Kosten stehen geschätzte Einnahmen von 5,275 Millionen Euro gegenüber, vor allem durch das Eintrittsgeld: Es berechnet sich aus 13,40 Euro pro Gast bei insgesamt 275 000 Besuchern.

Momentan sieht es so aus, als könnte sich Spremberg die Landesgartenschau leisten. So sagte Bürgermeisterin Christine Herntier (parteilos) im August beim Jahresempfang im Hotel Georgenberg: Trotz knapper Kassen sei es möglich, „die Stadt so zu entwickeln, wie wir es uns lange nicht vorstellen konnten“. Allerdings besteht die Gefahr, dass unbekannte Variablen dem Traum einen Dämpfer versetzen: So befürchten viele Kommunalpolitiker, dass die Kreisumlage weiter steigt. Dann stünde erneut die Frage im Raum, ob sich Spremberg mit der Veranstaltung überhebt – wie es SPD-Fraktionschef Dirk Süßmilch schon vor der gescheiterten Bewerbung für das Jahr 2019 annahm.