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Forster Stadteisenbahn
Wie weiter mit der Schwarzen Jule?

 Die Schwarze Jule konnte anlässlich des 125-jährigen Jubiläums der Gründung der Forster Stadteisenbahn im Mai 2018 besichtigt werden. Sie ist nur selten für die Öffentlichkeit zugänglich.
Die Schwarze Jule konnte anlässlich des 125-jährigen Jubiläums der Gründung der Forster Stadteisenbahn im Mai 2018 besichtigt werden. Sie ist nur selten für die Öffentlichkeit zugänglich. FOTO: Thoralf Haß
Forst. Eine ordentliche Unterbringung für die Stadtbahn Schwarze Jule – das wünscht sich nicht nur der Forster Museumsverein seit Langem. Von Steffi Ludwig

(slu/abr) Mit den Ende November 2018 beantragten Bundesfördermitteln für die Weiterentwicklung des Brandenburgischen Textilmuseums Forst, die auch einen dortigen Anbau für die Schwarze Jule einschließen, ist das Ziel einer öffentlichen Präsentation der Stadteisenbahn ein Stück näher gerückt. 

Bürgermeisterin Simone Taubenek (parteilos) hatte zur jüngsten Stadtverordnetenversammlung angekündigt, auch die beiden Lausitzer Bundestagsabgeordneten Ulrich Freese (SPD) und Klaus-Peter Schulze (CDU) um Unterstützung zu bitten für insgesamt drei Förderanträge. Denn neben den Mitteln aus dem Bundesprogramm zur „Förderung von Investitionen in nationale Projekte des Städtebaus“ zur Weiterentwicklung des Textilmuseums hat die Stadt auch Mittel aus dem Bundesprogramm „Sanierung kommunaler Einrichtungen in den Bereichen Sport, Jugend und Kultur“ zum Ausbau des Stadions am Wasserturm und zur Sanierung der Radrennbahn beantragt.

Für das Textilmuseum und die Unterbringung der Schwarzen Jule sind laut Machbarkeitsstudie und Kostenschätzungen rund acht Millionen Euro erforderlich. Die zunächst auf vier Millionen Euro begrenzte Förderhöchstsumme könnte auch höher ausfallen, wenn die bundesbaupolitischen Ziele umfassend erfüllt sind, hatte Simone Taubenek angekündigt. Dafür mussten im Antrag die einzelnen Bauabschnitte mit Kosten unterlegt dargestellt werden. Eine Stückelung aus verschiedenen Fördertöpfen wie bei der Forster  Schwimmhalle sei am wahrscheinlichsten, so Bauverwaltungsvorstand Heike Korittke.

Die Schwarze Jule ist, seit sie 2012 als Leihgabe des Dresdner Verkehrsmuseums nach Forst kam, im Feuerwehrgerätehaus in der Hochstraße untergestellt und deshalb der Öffentlichkeit nur selten zugänglich. Die Leihfrist umfasse laut Bürgermeisterin Taubenek 15 Jahre, die Ende März 2027 auslaufen würden. Derzeit wird nach Auskunft von Verwaltungsvorstand Sven Zuber mit dem Verkehrsmuseum eine unbefristete Dauerleihgabe abgestimmt. Schon zum 125. Jubiläum der Schwarzen Jule im Mai 2018 hatte Sven Bracke vom Verkehrsmuseum angekündigt, sich eine Leihgabe über die 15 Jahre hinaus vorstellen zu können. Voraussetzung sei eine adäquate Unterbringung. Das Verkehrsmuseum habe durch eine Änderung seiner Ausstellungskonzeption für die Lok auch keine ausstellungsmäßige Verwendung mehr.

„Wir denken, dass sich eine Mehrheit der Forster wünschen würde, dass die Lok im oder am Textilmuseum untergebracht wird“, so der Vorsitzende des Museumsvereins. Dort bestünde auch die Möglichkeit, dass die Lok fahren könnte, da am Museum noch die alten Gleise liegen.

„Somit wäre eine touristische Nutzung der Schwarzen Jule möglich“, sagt Kristian Schmidt. Deshalb hält er die Uneinigkeit der Stadtverordneten in ihrem Beschluss für die Fördermittel zum Museumsumbau für bedauerlich. 13 Ja-Stimmen hatten zehn Gegenstimmen aus den Reihen der SPD und Linken gegenübergestanden. Vor allem die zu hohen Kosten werden von den Kritikern immer wieder bemängelt.

Das Geld solle eher in andere Bereiche wie Kitas oder Schulen gesteckt werden. Doch es gebe den Beschluss der Stadtverordneten von 2016, das Textilmuseum weiterzuentwickeln und für die Schwarze Jule ein Gebäude auf dem Gelände des Museums zu planen, so Schmidt.