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COTTBUS
Den Weg einer Lampe erforscht

  Foto: U. Röthke
Foto: U. Röthke FOTO: Ulrich Röthke
COTTBUS.   Ulrich Rüthe hat gemeinsam mit Marina Budnitskaya ein Rätsel um eine Lampe gelöst. Die beiden Forscher von der Cottbuser Universität waren auf den Spuren einer Lampe, die nach einem Modell des Bauhaus-Designer Christian Dell einst in der Römmler AG aus Spremberg um 1930 hergestellt worden.

Die Lampen haben den Weg in viele Moskauer Büros gefunden. In der russischen Stadt Orechowo-Sujewo befand sich der Sitz einer Firma, die Jahr für Jahr 100 000 Exemplare der Lampe produzierte.

Offenbar ist es einst ein Funktionär gewesen, der im Jahr 1933 nach einem Ausflug nach Deutschland in dieser Firma auftauchte und ein Modell der Spremberger Lampe auf den Tisch stellte. Sie gefalle ihm so gut, dass er sich einen Nachbau wünsche. Dieser Wunsch galt den Mitarbeitern als Befehl. Also lief die Produktion an.

So erzählte es der ehemalige Chef dieser Firma beiden Forschern von der Cottbuser Universität. Ulrich Rüthe und Marina Budnitskaya fanden heraus, dass es sich um eine Raubkopie handelte. Sie verließen sich nicht nur auf mündliche Überlieferungen.
Als Beleg dienen historische Fotos, aus dem Stadtmuseum in Orechowo-Sujewo. Sie zeigen Arbeiter am Fließband, datiert auf das Jahr 1939, die diese Lampe herstellten. Auch im Militärhistorischen Museum in Moskau gibt es ein nachgestaltetes Büro eines russischen Offiziers (Foto links) – auf dem Schreibtisch steht eine solche Lampe. Und selbst in einem, auf Befehl Josef Stalin gebauten, atomsicheren Bunker stehen auf Schreibtischen der Wachmannschaften diese Lampen. Der Bunker ist jetzt ein Museum.

 Ulrich Röthke
Ulrich Röthke FOTO: LR / René Wappler
  Foto: U. Röthke
Foto: U. Röthke FOTO: Ulrich Röthke
 Ulrich Röthke
Ulrich Röthke FOTO: LR / René Wappler