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Sonder-Fotoausstellung in Forst 30 Jahre nach der Wende
Forst hat sein Gesicht mehrfach verändert

 Forst zwischen 1989 und 1991: Eine Ausstellung, die zum Innehalten, Diskutieren und Gestikulieren herausfordert.
Forst zwischen 1989 und 1991: Eine Ausstellung, die zum Innehalten, Diskutieren und Gestikulieren herausfordert. FOTO: Angela Hanschke
Forst. Zur Eröffnung der Sonderausstellung mit Pressefotografien aus den Jahren 1989 bis 1991  kamen am letzten Freitag rund 60 Besucher ins Textilmuseum Forst.

Im Herbst jährt sich die Zeit der politischen Wende zum 30. Mal. Sie brachte zahlreiche Umbrüche für die Menschen mit sich, aber auch das Gesicht der Städte veränderte sich. Das Textilmuseum Forst hat für seine neue Ausstellung „Fotografische Erinnerungen zwischen 1989 und 1991 im Rundschau-Archiv gekramt und dabei so manches Zeitdokument entdeckt.

Die Motive zeigen ein Stück Alltagsleben in einer bewegten Zeit. 400 ausgewählte Aufnahmen – darunter einige  unveröffentlichte – die zur Berichterstattung in der Lausitzer RUNDSCHAU entstanden, werden nun auf  70 Tafeln thematisch geordnet bis zum 2. Juni gezeigt. Zur Kamera gegriffen haben insgesamt 21 Fotografen, wie Erich Schutt, Angelika Brinkop, Jürgen Hennig, Michael Helbig, Gerd Kundisch, Michael Leske sowie – inzwischen verstorben – Werner Schuffenhauer und Adi Wawro. Die Motive reichen von den Feierlichkeiten zur Deutschen Einheit, Protesten am Hornower Berg bis zu den ersten prall gefüllten Regalen und der Eröffnung der Schwimmhalle.

Für Michaela Zuber hat die Beschäftigung mit den historischen Bildern auch so manchen Aha-Effekt gebracht. „Die Stadt hat sich unglaublich verändert. Allerdings wurde auch vieles abgerissen, was für die Forster zur Identifikation mit ihrer Stadt dazugehörte und unwiederbringlich verloren gegangen ist.“ Sie denkt dabei unter anderem an die alten Gebäude, die den Neubauten an der Berliner Straße, Ecke Käthe-Kollwitz-Straße weichen mussten.

Die meisten der rund 60 Besucher der Ausstellungseröffnung erlebten die ereignisreichen Wendejahre bereits als Erwachsene. „Eine Zeit voller Freude und Optimismus, aber auch voller großer Aufgaben“, nannte der erste demokratisch gewählte Nachwende-Bürgermeister Gerhard Reinfeld (CDU) diese Epoche. Sie habe neben großer Freude auch große Sorgen für die Bürger mit sich gebracht. Insbesondere die Wohnverhältnisse und die Situation in Altenpflegeheimen sowie nach 1990 der Verlust vieler Arbeitsplätze in der Stadt.

„Vieles ist zu sehen, wo man denkt, es wäre erst gestern gewesen“, sagte Ulrich Rhode aus Forst. „Es ist jedoch traurig, was alles aus dem Stadtbild verschwunden ist“, sagte er angesichts der alten Fotos. Behelfsbauten wie das Einkaufszentrum an der Umgehungsstraße oder die Markthalle auf dem Friedrichsplatz waren  nur von kurzer Dauer..

Michaela Zuber würde sich freuen, wenn weitere Fotos aus diesen Jahren dem Museum zur Verfügung gestellt werden. Sie wünscht sich auch, dass Forster ihre Erinnerungen zu den Fotos aufschreiben, um die Aufnahmen besser einordnen zu können.

 Forst zwischen 1989 und 1991: Eine Ausstellung, die zum Innehalten, Diskutieren und Gestikulieren herausfordert.
Forst zwischen 1989 und 1991: Eine Ausstellung, die zum Innehalten, Diskutieren und Gestikulieren herausfordert. FOTO: Angela Hanschke
 1. Juli 1990: Vor der Währungsumstellung werden im Schaufenster die Preise verglichen.
1. Juli 1990: Vor der Währungsumstellung werden im Schaufenster die Preise verglichen. FOTO: LR / Jürgen Hennig
 27. Juni 1990: Die Forster wollen noch schnell für DDR-Mark an der Tankstelle an der Umgehungsstraße tanken.
27. Juni 1990: Die Forster wollen noch schnell für DDR-Mark an der Tankstelle an der Umgehungsstraße tanken. FOTO: LR / Jürgen Hennig
 27. Juni 1990: Die Forster wollen noch schnell für DDR-Mark an der Tankstelle an der Umgehungsstraße tanken.
27. Juni 1990: Die Forster wollen noch schnell für DDR-Mark an der Tankstelle an der Umgehungsstraße tanken. FOTO: LR / Jürgen Hennig
 1. Juli 1990: Vor der Währungsumstellung werden im Schaufenster die Preise verglichen.
1. Juli 1990: Vor der Währungsumstellung werden im Schaufenster die Preise verglichen. FOTO: LR / Jürgen Hennig
(aha)