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Auf die Pilze, fertig, los

Wer die richtigen Stellen kennt, findet auch Pilze.
Wer die richtigen Stellen kennt, findet auch Pilze. FOTO: Fotolia/nikitos77
Region. Regen, Sonne, schwüle Wärme und nochmals Regen: Was für Urlauber alles andere als schönes Wetter ist, ist für die Pilze nahezu perfekt. Pilzberater der Region sprechen zwar nicht von einer Schwemme, aber das eine oder andere Körbchen kann man schon füllen. Angelika Brinkop

Regen und mildes Wetter lassen die Pilze sprießen. "Von einer Schwemme kann man gegenwärtig nicht reden, aber wer gute Stellen hat, der findet im Moment auch Pilze", sagt der Forster Pilzsachverständige Klaus Wilde. Für das Pilzwachstum sei die Feuchtigkeit im Boden entscheidend. "Allerdings reichen wenige heiße Tage und Wind aus, und die Pilze verschwinden wieder", so der Experte. Pfifferlinge, Steinpilze, Maronen oder Schirmpilze seien gegenwärtig zu finden. Allerdings seien viele Pilze madig. "Sie werden von Insekten als Kinderstube genutzt", erklärt Klaus Wilde. Seine Lieblingspilze, die Reizker, seien erst ab Ende August zu erwarten. 80 Prozent der essbaren Pilze würden aus seinen Erfahrungen heraus gar nicht gesammelt werden, weil vielen Menschen die notwendigen Pilz-Kenntnisse fehlen.

"Lieber einmal mehr gefragt, als einmal zu früh gestorben", sagt Lutz Helbig, Pilzsachverständiger aus Drebkau. Dabei versteht sich der Pilzexperte nicht als Aussortierstation, sondern möchte gezielt aufklären und Wissen vermitteln. Auch wenn ihm oft die Frage gestellt wird, wo es die besten Stellen für Pilze gibt, kann er sie nicht eindeutig beantworten: "Birkenpilze wachsen nicht im Kiefernwald und Eichensteinpilze nicht unter Robinien. Jeder Pilz hat spezifische Standorte." Für ihn ist es auch nicht wichtig, die Körbe möglichst voll zu bekommen. "Ich interessiere mich mehr für seltene Arten und helfe bei der Pilzkartierung der Deutschen Gesellschaft für Mykologie", sagt Lutz Helbig. Seltene Arten, wie der Fahle Röhrling und der Fuchsröhrling, der auch als Kiefernrotkappe bekannt ist, hat er schon in der Lausitz endeckt. Zu seinen Lieblingspilzen gehören der Büschelrasling, Hexenröhrlinge, Hallimasch oder fette Henne, die andernorts auch Krause Glucke genannt wird.

Lutz Helbig lädt alljährlich zur Drebkauer Pilzwanderung ein. Dabei können die Teilnehmer viel über die Pilze und auch ungewöhliche Arten der Zubereitung erfahren. Die nächste findet am 14. Oktober in der Zeit von 9 bis 16 Uhr statt, Treffpunkt ist das Anglerheim in der Lindenstraße 2. Für einen Teilnehmerbeitrag von fünf Euro (Kinder 2,50 Euro) gibt es im Anschluss eine zubereitete Pilzpfanne nebst einem Vortrag über Pilze.

Die Pilze wachsen gegenwärtig auch im Spreewald gut. "Es gibt viele Täublinge, Pfifferlinge, Birkenpilze, und jetzt wachsen auch langsam die Schirmpilze", schwärmt Pilzsachverständiger Rainer Tietze aus Radensdorf bei Lübben. "Wer in die Pilze im Spreewald will, sollte etwas gegen Mücken mitnehmen", rät er.

Zum Thema:
Vor allem in Mischwäldern wachsen Pilze.Vorraussetzung ist, dass der Boden feucht ist. Es gibt mehr essbare Pilze als Giftige.Eine Liste aller Pilzberater in Brandenburg findet man auf der Internetseite www.blp-ev.de