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Bilanz zur Saison
„Eines meiner Lieblingsjahre als Trainer“

 Trainer Corey Neilson hat mit den Lausitzer Füchsen Rekorde geknackt. Das Playoff-Aus tut dem Kanadier weh, doch sein Fazit ist äußerst positiv.
Trainer Corey Neilson hat mit den Lausitzer Füchsen Rekorde geknackt. Das Playoff-Aus tut dem Kanadier weh, doch sein Fazit ist äußerst positiv. FOTO: Eibner-Pressefoto / EIBNER/rrz
Weißwasser. Füchse-Coach Neilson zieht eine positive Bilanz und freut sich nun auf seine Familie. Aber ganz ohne Eishockey geht es für ihn nicht. Von Jan Lehmann

Nach dem bitteren Saison-Aus in der Vorwoche geht in Weißwasser eine bemerkenswerte Saison zu Ende. Trainer Corey Neilson verabschiedete seine Mannschaft in die Sommerpause und verrät, was er den Spielern nach dem Aus im Playoff-Viertelfinale der DEL2 gegen Kaufbeuren gesagt hat: „Ich habe ihnen persönlich für all ihr Engagement und ihre Professionalität die ganze Saison über gedankt“, so Neilson.

Die Füchse legten einen Rekordstart mit acht Siegen in Folge hin, holten sagenhafte 92 Punkte in der Hauptrunde und prägten einen Eishockey-Stil, der so in Weißwasser lange nicht zu sehen war: extrem schnell, sehr intensiv – und dennoch mit klarer Struktur. Geschäftsführer Dirk Rohrbach konstatierte in der RUNDSCHAU zufrieden: „Nur wenige hätten wohl damit gerechnet, dass wir so attraktives, mitreißendes Eishockey spielen.“

Daran hatte Coach Neilson den wohl größten Anteil. Der Kanadier hatte mächtig Staub im Fuchsbau aufgewirbelt, als er nach der überraschenden Trennung der Füchse von Robert Hoffmann in Weißwasser engagiert wurde. Entgegen dem kumpelhaften Hoffmann-Stil agierte Neilson mit klaren Ansagen und auch öffentlicher Kritik an seinen Spielern – und das im so familiär geprägten Eissport in Weißwasser. Man benötigte etwas Fantasie, um sich im vergangenen August vorstellen zu können, dass Neilson ein halbes Jahr später zum „Trainer des Jahres der DEL2“ ernannt werden und die Füchse den Halbfinal-Einzug nur knapp verpassen würden.

Der Trainer hat inzwischen auch das Ausscheiden im entscheidenden siebten Playoff-Spiel analysiert und gleich mehrere Gründe gefunden. Die Verletzung des Torhüters Olafr Schmidt und zweifelhafte Schiedsrichter-Entscheidungen spielten dabei ebenso eine Rolle, wie die Verletzungen der beiden Verteidiger Jakub Kania und Joel Keussen. Zudem sagt er: „Wir haben zu den wichtigen Zeiten einfach nicht die Tore gemacht.“

Trotzdem schaut Neilson zufrieden auf die Saison und sagt offen: „Es war eines meiner Lieblingsjahre als Trainer. Ich habe es schon die ganze Saison über gesagt: Das war eine unglaubliche Gruppe von Spielern und Leuten.“ Der Coach schwärmt regelrecht: „Wir haben großartige junge Spieler, mit denen es Spaß gemacht hat, zusammenzuarbeiten.“

Und dennoch genießt selbst so ein Eishockey-Fanatiker wie Neilson die (fast) eisfreie Zeit, in der er zu seiner Frau Joanne nach Nottingham zurückkehrt. Aber ganz ohne Hockey geht es auch dann nicht: „Es macht mir wirklich Spaß, junge Spieler in Hockeyschulen zu coachen“, verrät er. Neilsons Söhne Cade (17 Jahre) und Logan (16) spielen natürlich auch Hockey. Cade Neilson stürmt für Yarmouth (Kanada) in der MHL. Und Logan läuft für die West Coast Renegades in Salt Lake City in den USA auf. Beide haben auch schon Erfahrung in englischen Nachwuchs-Nationalteams gesammelt.

Ein bisschen freut er sich wohl auch schon auf das Wiedersehen mit seinem Team zum Trainingsstart im August. Neilson verrät: „An dem Tag, als ich den Vertrag für kommende Saison unterschrieben habe, haben auch die Planungen für den Kader begonnen.“

 Mit seiner geradlinigen Art und klaren Ansagen sorgte Corey Neilson zu Saisonbeginn für einen Stilwechsel in Weißwasser.
Mit seiner geradlinigen Art und klaren Ansagen sorgte Corey Neilson zu Saisonbeginn für einen Stilwechsel in Weißwasser. FOTO: Thomas Heide
 Eines der wenigen öffentlichen Familienfotos zeigte  Corey Neilsons Sohn Logan (l.) bei Twitter. Mit der Erlaubnis des Trainers druckt die RUNDSCHAU das Bild mit Ehefrau Joanne und dem ­älteren Sohn Cade ab.
Eines der wenigen öffentlichen Familienfotos zeigte Corey Neilsons Sohn Logan (l.) bei Twitter. Mit der Erlaubnis des Trainers druckt die RUNDSCHAU das Bild mit Ehefrau Joanne und dem ­älteren Sohn Cade ab. FOTO: Logan Neilson
 Trainer Corey Neilson hat mit den Lausitzer Füchsen Rekorde geknackt. Das Playoff-Aus tut dem Kanadier weh, doch sein Fazit ist äußerst positiv.
Trainer Corey Neilson hat mit den Lausitzer Füchsen Rekorde geknackt. Das Playoff-Aus tut dem Kanadier weh, doch sein Fazit ist äußerst positiv. FOTO: Eibner-Pressefoto / EIBNER/rrz
 Mit seiner geradlinigen Art und klaren Ansagen sorgte Corey Neilson zu Saisonbeginn für einen Stilwechsel in Weißwasser.
Mit seiner geradlinigen Art und klaren Ansagen sorgte Corey Neilson zu Saisonbeginn für einen Stilwechsel in Weißwasser. FOTO: Thomas Heide
 Eines der wenigen öffentlichen Familienfotos zeigte  Corey Neilsons Sohn Logan (l.) bei Twitter. Mit der Erlaubnis des Trainers druckt die RUNDSCHAU das Bild mit Ehefrau Joanne (r.) und dem älteren Sohn Cade ab.
Eines der wenigen öffentlichen Familienfotos zeigte Corey Neilsons Sohn Logan (l.) bei Twitter. Mit der Erlaubnis des Trainers druckt die RUNDSCHAU das Bild mit Ehefrau Joanne (r.) und dem älteren Sohn Cade ab. FOTO: Logan Neilson