| 15:12 Uhr

Leichtathletik
Hobeck wünscht sich die Überflieger

 Stabhochsprung-Weltmeister Sam Kendricks kommt erneut zum Internationalen Springermeeting nach Cottbus.
Stabhochsprung-Weltmeister Sam Kendricks kommt erneut zum Internationalen Springermeeting nach Cottbus. FOTO: Springermeeting
Cottbus. Der Vorverkauf zum Sportevent läuft bereits auf Hochtouren. Inzwischen haben einige Wunschkandidaten des Meetingchef Ulrich Hobeck zugesagt. Von Sven Hering

Die Turngeräte wurden gerade weggeräumt, da steht nach dem Turnier der Meister schon das nächste sportliche Großereignis in der Cottbuser Lausitz-Arena ins Haus. Zum 17. Mal wird am 30. Januar 2019 das Cottbuser Springermeeting ausgetragen. Der Ticket-Vorverkauf für die beliebte Veranstaltung hat vor zweieinhalb Wochen begonnen.

Mit Stift und Notizzettel ausgestattet, schaute Ulrich Hobeck bei den Turnern in der Lausitz-Arena vorbei. „Es ist eine sehr gut organisierte Veranstaltung, da können wir uns vielleicht ein paar Tipps für unser Meeting holen“ verriet Hobeck, der seit Jahren der Kopf, aber vor allem das Herz der hochklassigen Leichtathletik-Veranstaltung ist. Er sieht die Turner nicht als Konkurrenz, sondern freut sich über die positive Resonanz, die das Turnier der Meister hervorgerufen hat. „Das ist Cottbus, eine sympathische, weltoffene Stadt, wie wir es auch bei unserem Meeting immer wieder demonstrieren.“

Nachdem Hobeck vor zwei Jahren etwas lauter über seinen möglichen Rückzug vom Meeting nachdachte – und damit am Ende sogar zusätzliche Sponsoren gewinnen konnte – ist ein Abschied (vorerst) kein Thema mehr. „Fünf Jahre mache ich das noch“, hatte Hobeck vor gut einem Jahr zu seinem 70. Geburtstag den geladenen Gästen versprochen. Auch wenn diesmal die Organisation des Meetings wieder ein ganz besonderer Kraftakt ist. Mehr als 100 Sponsoren unterstützen die Veranstaltung. Beinahe jeden davon hat der ehemalige Leichtathlet in den vergangenen Monaten persönlich besucht. „Bei manch einem stand ich fünfmal im Büro, bis ich die Zusage für eine weitere Unterstützung hatte“, verrät der umtriebige Meetingchef. Somit ist auch diesmal ein Etat gesichert, der für die 17. Auflage des Meetings im Januar ein attraktives Teilnehmerfeld verspricht.

Dauerbrenner wie der polnische Überflieger Piotr Lisek stehen auf Hobecks Wunschliste, Sam Kendricks und Shawn Barber, die die Show perfekt beherrschen, möchte er erneut nach Cottbus locken.

Bei den Frauen sind es nicht weniger klangvolle Namen: Yulia Levchenko hat ihre Teilnahme praktisch schon zugesagt, Ana Simic, Airine Palsyste oder Marie Laurence Jungfleisch möchte Hobeck ebenfalls gern auf der Startliste sehen.

Die Cottbuser Veranstalter haben dabei diesmal zusätzliche Konkurrenz. Drei ähnliche Hallenmeetings buhlen Ende Januar/Anfang Februar um die Gunst der Athleten. Ein paar Euro als Antrittsgeld sind da ein gutes Argument, allerdings längst nicht das einzige.

So lebt das Springermeeting, wie jüngst der Turn-Weltcup auch, von seiner besonderen Atmosphäre. Die britische Hochspringerin Isobel Pooley schätzt genau die familiäre Atmosphäre, aus der sich Freundschaften entwickelt haben: „Genau das ist es, warum die meisten von uns so gern nach Cottbus kommen. Hotel, Trainingsmöglichkeiten, das Meeting selbst – hier stimmt einfach alles. Und dann kommt eben auch noch diese wunderbare Atmosphäre dazu. Ich fühle mich hier immer sehr willkommen“, sagte sie. Und auch ein Athlet, der den Kohlefaser-Stab inzwischen gegen den Steuerknüppel eines Flugzeuges eingetauscht hat, kommt immer wieder gern nach Cottbus, wo er als Aktiver den Status des Publikumslieblings beim Springermeeting hatte: Björn Otto, der als Pilot bei einem Ferienflieger arbeitet. Ulrich Hobeck weiß, „wenn er es mit seinem Dienstplan in Einklang bringen kann, dann wird er auf jeden Fall nach Cottbus kommen“. Auf seiner Wunschliste stehe Otto jedenfalls auch diesmal wieder ganz weit oben.

Doch Hobeck musste inzwischen auch seinen ersten Korb kassieren. Der französische Stabhochsprung-Star Renaud Lavillenie, ebanfalls auf der Wunschliste Meetingchefs, hat vergangene Woche abgesagt. Er hatte dem Istaf Indoor in Berlin zusagt. Der zeitliche Abstand zwischen beiden Veranstaltungen sei ihm zu kurz gewesen. Das Istaf Indoor findet nur zwei Tage nach dem Springermeeting statt. Im Gegenzug allerdings kann Hobeck mittlerweile die Verpflichtung von drei Top-Athleten verkünden. So hätten sowohl Vorjahressieger Pjotr Lisek, als auch der deutsche Überflieger Raphael Holzdeppe zugesagt. Außerdem können sich die Cottbuser Leichtathletikfans auf den Franzosen Stanley Joseph freuen.

Die Fans des Meetings sind jedenfalls schon jetzt in großer Vorfreude. Die Resonanz auf den Vorverkauf ist laut Hobeck enorm. „Wer noch ein Ticket bekommen möchte, der muss sich sputen“, sagt der Organisationschef. Im vergangenen Jahr war die Veranstaltung bereits zum Jahreswechsel praktisch ausverkauft. Ähnliches deutet sich auch diesmal an.