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Turnen
Enttäuschung nach verpasster Sensation

Enttäuschte Cottbuser Turner: Tom Schultze (v.l.), Enrico Barowsky, Leonard Prügel und Christopher Jursch. Rechts daneben: Trainer Oleksandr Suprun.
Enttäuschte Cottbuser Turner: Tom Schultze (v.l.), Enrico Barowsky, Leonard Prügel und Christopher Jursch. Rechts daneben: Trainer Oleksandr Suprun. FOTO: Steffen Beyer
COTTBUS. Von Mirjam Danke

 Viel hat nicht gefehlt an der großen Sensation. Beinahe wären die Cottbuser Turner tatsächlich ins große Finale der Deutschen Turnliga eingezogen, hätten Silber sicher gehabt und nach Gold gegriffen. Doch dazu hätten sie am vergangenen Samstag in heimischer Halle die Siegerländer Kunstturnvereinigung besiegen müssen. Mit 33:38 ging das spannende Duell am letzten Bundesliga-Wettkampftag jedoch verloren. Als Tabellendritter bleibt den Lausitzern aber die Chance auf Bronze. Das kleine Finale hatten sie schon zuvor perfekt gemacht. Sie können sich also auf einen stimmungsvollen Saisonabschluss am 1. Dezember in Ludwigsburg freuen.

Am Ende des letzten Wettkampftags jedoch mochten sie daran noch nicht denken. Die Enttäuschung nach der knappen und deshalb so bitteren Niederlage war riesengroß. Mit 29:23 hatten die Cottbuser zwischenzeitlich immerhin geführt und waren sogar virtueller Tabellenführer. Auch beim 33:34 vor den letzten beiden Duellen am Reck schien noch alles möglich. Doch die Siegerländer waren an diesem Abend einfach einen Tick stärker aufgestellt. Auf drei ausländische Gastturner konnten sie zurückgreifen, darunter der WM-erprobte Türke Ahmet Önder.

In den Reihen der Cottbuser fehlte hingegen ein wichtiger Mann. Marios Georgiou (Zypern) hatte von seinem Verband so kurz vor dem Turnier der Meister (22. bis 25. November in Cottbus) keine Freigabe für den letzten Bundesliga-Wettkampf erhalten. „Mit ihm wäre der Kampf wahrscheinlich anders ausgegangen“, meinte SCC-Präsident Arved Hartlich. „Wir holen aus unserer jungen Mannschaft schon das Maximale heraus, für mehr braucht man dann aber den einen oder anderen Spezialisten.“

Karsten Oelsch, der standortverantwortliche Trainer in Cottbus, wollte wegen des verpassten großen Finales nicht lange hadern. „Wir haben viele gute Übungen unserer Mannschaft gesehen, waren mit Cottbuser Jungs am Start – diese Linie werden wir auch weiterfahren.“

Tatsächlich machten die erst 17-jährigen Tom Schultze und Elias Maximilian Graf ihre Sache richtig gut. Zudem war es beeindruckend, wie sich auch Enrico Barowsky trotz gesundheitlicher Probleme zuletzt und Devin Woitalla nur kurz nach einer weiteren Operation am Knie in den Dienst der Mannschaft stellten.

Dabei ließ sich die Cottbuser Riege auch vom 16:22-Rückstand nach drei von sechs Geräten nicht aus der Ruhe bringen. Nach einer ganz starken Vorstellung am Sprung (10:1) ging der SCC stattdessen in Führung und läutete damit die so nervenaufreibende Schlussphase ein.

Einen tollen Sechskampf zeigte Leonard Prügel, der nach seiner Reck-Übung mit den Kampfrichtern haderte. Die späte Niederlage setzte ihm daher besonders zu. „Es war bis zum Ende spannend. Dass wir noch mal herangekommen sind, hat uns extrem motiviert. Daher ist die Enttäuschung natürlich groß“, sagte der 20-Jährige.

Christopher Jursch, der als bester Scorer (16 Punkte) immer wieder dafür gesorgt hatte, den Abstand zu den Siegerländern nicht zu groß werden zu lassen, blickte schon einmal voraus auf das kleine Finale, das die Cottbuser am 1. Dezember in Ludwigsburg gegen die TG Saar bestreiten werden. „Da werden wir noch einmal alle Konzentration aufbringen.“

Denn klar ist: Mit Platz vier wollen sich die Cottbuser, die so dicht vor dem Kampf um Gold standen, jetzt nicht zufrieden geben. „Jetzt wollen wir den dritten Platz holen“, betont SCC-Präsident Hartlich. Und auch der so enttäuschte Leonard Prügel fand schnell seinen Kampfgeist wieder: „Bronze ist auf jeden Fall das Ziel – das schaffen wir.“

Enttäuschte Cottbuser Turner: Tom Schultze (v.l.), Enrico Barowsky, Leonard Prügel und Christopher Jursch. Rechts daneben: Trainer Oleksandr Suprun.
Enttäuschte Cottbuser Turner: Tom Schultze (v.l.), Enrico Barowsky, Leonard Prügel und Christopher Jursch. Rechts daneben: Trainer Oleksandr Suprun. FOTO: Steffen Beyer