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Nicht ohne uns
Lilia Wolf – Ihr Leben für den Tanz und die Kinder

Lilia Wolf hat Spaß daran, schon die Kleinsten für das Tanzen zu begeistern.
Lilia Wolf hat Spaß daran, schon die Kleinsten für das Tanzen zu begeistern. FOTO: Tanzclub Rose
Forst. Tänzer sind die Athleten Gottes. Mit diesem Spruch von Albert Einstein wird man auf der Homepage des Forster Tanzclubs „TSC Rose Forst e.V.“ empfangen. Vor 20 Jahren haben Valeri und Lilia Wolf den Verein aus der Taufe gehoben.

Lilia Wolf kann all die Stunden gar nicht zählen, die sie in den Tanzclub gesteckt hat und zu dem gebracht hat, was er heute ist. Ein weit und breit anerkannter Tanzsportclub, bei dem das Herz vor allem den Kindern gehört.

Im November 1994 kam Familie Wolf aus Westsibirien über Göttingen, Peitz, und Briesnig nach Forst. Ab März 1995 waren Lilia und Valeri Wolf als Tanzpädagogen bei der Musik- und Kunstschule des Landkreises Spree- Neiße tätig. Um Turniertanz in Forst auf die Beine zu stellen, gründeten die Eheleute Wolf mit Unterstützung von einigen Eltern wie Angelika und Thomas Hoffmann, Simone Stähr, Annett Dannehl im September 1998 einen Tanzsportclub.

Der Name des Tanzclubs wurde damals zusammen mit den Eltern ausgewählt und schnell gefunden. Die „Rose“, um zum einen den Bezug zur Heimatstadt hervorzuheben, und zum anderen weil diese bundesweit in keinem anderen Tanzclubnamen vorkommt.

Von da an drehten sich das Tagesgeschehen sowie die Familienorganisation um den Tanzclub. Heimtraining, bundesweite Wettkämpfe, Kadertraining auf Landes- und Bundesebene, Auftritte – überall begleitete Lilia Wolf ihre Schützlinge. Etliche Jahre hielt der TSC „Rose“ Forst den ersten Platz im Land Brandenburg bei der Medaillenbilanz der Landesmeisterschaften. Auch für die eigene Ausbildung haben Lilia und Valeri Wolf gesorgt. Mehreren Wochenenden verbrachten sie in Neubrandenburg, um ihre erste deutsche Lizenz im Tanzsport zu erhalten. Die drei Söhne mussten in dieser Zeit ganz allein den Haushalt stemmen, um ihre Eltern zu unterstützten. Heute sind zwei der Söhne lizensierte Tanztrainer für Leistungssport. Inzwischen sind auch in Guben und Tauer weitere Tanzgruppen aufgebaut. Die Hobbytänzer trainieren ein- bis zweimal pro Woche, die Leistungssportler drei- bis viermal.

Lilia Wolf plädiert an die Eltern, Kinder sollen alles ausprobieren, sich dann aber maximal für zwei Sachen entscheiden. Macht man mehr, ist man in allem vielleicht gut, kann sich aber auf nichts konzentrieren.

Zum Tanzen gehört nicht nur Spaß am Bewegen, sondern auch Disziplin, Respekt und in nicht so guten Zeiten Durchhaltevermögen. Und auch ein wenig Begabung. „Die Kinder können mehr, als wir Erwachsene ihnen zutrauen“ so ihr Resümee nach den vielen Jahren im Kindertanzbereich. Lilia vergleicht die Kinder wie einen rohen Diamanten. Man muss sie wie einen Diamanten behandeln, durch das Schleifen erhält er seinen unvergleichlichen Glanz und seinen einmaligen Wert. Einige Diamanten sind in den Jahren auf diese Weise aus der Tanzgruppe hervorgegangen, worauf sie besonders stolz ist. Wo Licht ist, fällt auch Schatten. Es gab auch Zeiten, in denen die Kinder ausgeblieben sind. „Da dachte ich, jetzt geht es zu Ende“ sagt sie sich erinnernd. In Guben ist das gleich zweimal passiert. Die Gruppe wurde aufgelöst, plötzlich stand eine Mutter in der Tür, und fragte nach Tanztraining. Dann kamen wieder Kinder, und sogar Jungen, die beim Tanzen immer in der Minderheit sind.

In Forst arbeiten sie gut mit der Kita Fröbel zusammen. Von hier kamen sehr viele Kinder zum Tanzen. Die ganze Vereinsarbeit wird von zu Hause aus organisiert. Hier ist das Büro mit der kompletten Verwaltung, die von Lilia Wolf und ihren Mann Valeri geleitet wird.

Die rechte Hand bei der vielfältigen Vereinsarbeit ist Larissa Schmidt aus Guben, die auch Vorstandsmitglied ist. Nicht nur der Tanzsport wird bei Lilia Wolf groß geschrieben, sie organisiert Kinderfreizeiten, um auch persönlich mehr Zeit miteinander verbringen zu können und Teamgeist zu fördern. Sommerabschluss mit Übernachtung, Weihnachtsfeier, Osterbasteln, Schwimmcamp, Erwachsenenbälle, Sport und Spieltag, Bowlen oder das Ablegen des Tanzsportabzeichens – eigentlich reicht ein 24 Stundentag bei ihr nicht aus. Viele der Veranstaltungen werden doppelt organisiert, einmal in Forst, dann in Guben.

„Ich erwarte immer, dass die Kinder besser tanzen als ich – das ist mein Erfolg. Ich habe keine Angst vor meinem Alter“ sagt die 57 Jährige. Generell wünscht sie sich, dass ein paar mehr Jungen Spaß am Tanzen finden, um neue Turnierpaare bilden können. Auch eigene Vereinsräume stehen auf der Wunschliste, um das Vereinsleben noch aktiver und interessanter gestalten zu können. „Wenn Menschen da sind, die sich für den Tanzsport interessieren, dann mache ich das bis zum letzten Tag“. Wer so für das Tanzen glüht, geht einfach nicht in Rente. 

Den Wanderpokal für die meisten abgelegten Tanzsportabzeichen im Land Brandenburg erhielt der Tanzsportclub im Mai dieses Jahres.
Den Wanderpokal für die meisten abgelegten Tanzsportabzeichen im Land Brandenburg erhielt der Tanzsportclub im Mai dieses Jahres. FOTO: Tanzclub Rose
Nicht ohne uns lrw 4c
Nicht ohne uns lrw 4c FOTO: LR / Schubert
Solz präsentierte sich die Kindergruppe nach dem Regenschirmtanz beim Vereinsjubiläum.
Solz präsentierte sich die Kindergruppe nach dem Regenschirmtanz beim Vereinsjubiläum. FOTO: Tanzsportclub Forst / Tanzsportclun Forst