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Lübben
Im Orchester das Saxophon und im Verein die erste Geige

Lübben. Maret Kurrar liebt es, ihren Instrumenten wohlklingende Töne zu entlocken. „Musik ist meine Leidenschaft“, sagt die 48-Jährige. „Wenn ich musiziere, kann ich wunderbar von der Arbeit abschalten, mich prima entspannen.“ Von Andreas Staindl

Maret Kurrar spielt nicht allein sondern gemeinsam mit vielen weiteren Musikerinnen und Musikern. Sie ist Mitglied im Orchester „grenzenlos“, das seinen Sitz in Luckau hat, deren Mitglieder aus zahlreichen Orten im Spreewald kommen.

Der Verein „Musik und Leben“ e.V. ist der Träger des Orchesters. Maret Kurrar steht an der Spitze. Sie ist seit 2016 die Vorsitzende. Zuvor hatte sich die 48-Jährige schon als Schatzmeisterin engagiert. „Ich übernehme gern Verantwortung“, sagt sie, denn ich möchte ja, dass sich unser Verein weiterentwickelt, er eine Zukunft hat.“ Seit 2007 gibt es den Verein „Musik und Leben“. Er ist national und international tätig, bereichert die Kulturlandschaft im Spreewald. Partnerschaftliche Kontakte bestehen nach Polen und Litauen.

Maret Kurrar hilft mit, die Begegnungen zu organisieren. Sie kümmert sich um Anträge, Formulare, um die bürokratischen Hürden. „Ich habe nicht erwartet, dass einen Verein zu führen, vor allem viel Bürokratie bedeutet.“ Die Lübbenerin lässt sich davon jedoch nicht abschrecken. „Ich mag Herausforderungen und nehme sie gern an.“ Dass sich ihr Engagement lohnt, wurde kürzlich deutlich. Die Besucher waren von den drei Neujahrskonzerten des Orchesters „grenzenlos“ begeistert. „Zufriedene und glückliche Zuhörer sind der schönste Lohn. Und wenn sich Besucher persönlich bei uns bedanken – wie es regelmäßig passiert, weiß man, dass sich der Aufwand gelohnt hat.“

Etwa 50 Mitglieder zählt das Orchester. Es verbindet Generationen. Der jüngste Musiker ist sieben, der älteste 72 Jahre alt. Familien spielen mit, Mütter mit ihren Kindern. Auch Maret Kurrar sitzt mit ihrer Tochter Lisa und deren Mann Jurij Strebnk gemeinsam im Orchester. „Es ist toll, mit dem eigenen Kind ein Hobby zu teilen.“

Anfangs hat nur Lisa Kurrar im Orchester gespielt. Ihre Mutti hatte sie zu den Proben gefahren. „Immer nur zuschauen und warten, war mir auf Dauer zu langweilig“, erzählt Maret Kurrar. Sie begann vor elf Jahren mit dem Spiel auf dem Saxophon, vor eineinhalb Jahren dann noch zusätzlich auf dem Tenorhorn. „Ich war einer der ersten Eltern, die wegen ihrer Kinder begonnen haben, ein Instrument spielen zu lernen. Für mich war das eine große Herausforderung, denn ich kannte ja keine Noten. Doch es hat mich gereizt, aktiv Musik zu machen. Ich bin sehr ehrgeizig.“

Inzwischen sind weitere Eltern ihrem Beispiel gefolgt. Doch das Musizieren genügt der 48-Jährigen noch nicht. Sie kümmert sich auch darum, dass Auftritte möglich werden, die Rahmenbedingungen stimmen, halt um die vielen Kleinigkeiten, ohne die ein Konzert kein Erfolg wird.

Ihr Engagement als Vorsitzende und die wöchentlichen Proben nehmen viel Zeit in Anspruch. Maret Kurrar opfert diese gern. „Die vielen tollen Erlebnisse entschädigen.“ An die Aufführung der „Friedenssinfonie“ gemeinsam mit polnischen und litauischen Musikerinnen und Musikern denkt sie besonders gern. „Dieses grenzübergreifende Musikprojekt war emotional sehr berührend. Es hat zu Tränen in den Augen und zum Nachdenken geführt.“

Solche und ähnliche Erlebnisse sind es, die Maret Kurrar motivieren, weiterzumachen. „Ich möchte mit unserem Orchester noch viel Schönes erleben.“

Holger Miertsch leitet das Orchester „grenzenlos“. Mit ihm arbeitet die Vereinschefin eng zusammen. „Ohne ihn, unseren Vorstand und die weiteren fleißigen Helfer wäre unser Verein längst nicht so erfolgreich.“ Der Nachwuchs liegt der Vorsitzenden besonders am Herzen. „Es ist beeindruckend, wie sehr sich junge Leute auch für klassische Musik und Filmmusiken interessieren und diese hervorragend auf ihren Instrumenten spielen.“ Maret Kurrar hilft mit, den Rahmen dafür zu schaffen. Sie sorgt dafür, dass sich alle Generationen im Verein „Musik & Leben“ wohlfühlen. Das gelingt offenbar, denn immer mehr Leute machen mit. Auch qualitativ hat sich das Orchester „grenzenlos“ längst einen Namen gemacht.

Die Vereinschefin freut sich darüber, sagt zudem: „Der Verein ist auch für mich ein Gewinn. Mein Engagement erweitert meinen Horizont. Ich darf so viele Leute kennenlernen, erlebe so viel Schönes, das möchte ich nicht missen. Wenn man sich für andere Menschen engagiert, kommt auch immer etwas zurück.“

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