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Nicht ohne uns
Helfen macht glücklich und öffnet das Herz

Spremberg. Seit etwa zwei Jahren engagiert sich  Brigitte Klopfleisch (65) ehrenamtlich bei der Tafel in Spremberg, die vom Albert-Schweitzer-Familienwerk Brandenburg e.V. (ASF) betreut wird. Das ist zwar manchmal viel Arbeit,  macht sie aber glücklich.

Prüfend blickt Brigitte Klopfleisch im Lager auf neu eingegangene Lebensmittel. Auch die Tiefkühlkost für das Kühlhaus hat sie im Blick.

Sie dokumentiert und listet diese Lebensmittel in verschiedenen Listen auf und stellt diese entsprechende Ware für die Ausgabe in der Tafel Spremberg bereit. „Das ist meine Aufgabe, der ich nahezu täglich seit etwa zwei Jahren nachgehe“, erzählt Brigitte Klopfleisch. Ihr macht die abwechslungsreiche Arbeit sehr viel Spaß. Zudem ist es eine sinnvolle Beschäftigung im Alltag.

„Wäre die Arbeit bei der Spremberger Tafel nicht, würde ich nicht wissen, was ich mit meinem Alltag anstellen sollte“, meint die Rentnerin, die vor knapp drei Jahren in ihren verdienten Ruhestand eingetreten ist. „Ich bin ein ganzes Jahr zu Hause geblieben. Doch mir ist irgendwie die Decke auf den Kopf gefallen. Also wollte ich mich ehrenamtlich engagieren. Da fielen mir sofort die Tafel-Projekte der ASF ein“, erzählt die heute 65-Jährige.

So hat sie damals bei dem Leiter der Tafelprojekte Kai Noack angefragt und der hatte sofort eine passende Aufgabe. „Es ist schön sich  sozial zu engagieren. Ich habe zuvor 30 Jahre im Behindertenwerk in Spremberg gearbeitet, da spielte die soziale Ader auch schon eine Rolle“, meint Brigitte Klopfleisch.

Vor allem Obst und Gemüse, sowie Molkereiprodukte, aber auch Teigwaren kommen im Lager an. „Das kommt später vielen Menschen, die in Armut leben, zugute“, freut sie sich.

Rund 1000 Bedürftige besuchen regelmäßig die Tafel in Spremberg, um sich mit Essen zu versorgen. „Doch nicht jeder von Armut betroffene oder gefährdete Mensch findet den Weg zur Tafel“, meint Brigitte Klopfleisch traurig. „Scham, Angst und Unsicherheit halten viele davon ab, hier Hilfe zu suchen“, ergänzt sie.

Sie kann nur jeden raten die Scham abzulegen oder Ängste abzubauen, um zur Tafel zu kommen. „Niemand muss sich für seine Bedürftigkeit schämen. Die Menschen werden hier freundlich empfangen und ihnen wird geholfen“, erzählt die rüstige Rentnerin.

„Schon ein Lächeln der Bedürftigen, wenn sie ihre Lebensmittel erhalten, erfreut mich. Das gibt mir ein gutes Gefühl, Menschen helfen zu können. Zudem ist es auch für mich schön, wenn ich spüre, gebraucht zu werden“, erklärt sie.

Brigitte Klopfleisch hat bisher noch nie einen einzigen Moment bereut, dieses Ehrenamt übernommen zu haben. „Etwas Schöneres, als die Arbeit der Tafel zu unterstützen, kann ich mir momentan nicht vorstellen. Und ich verbringe meinen Alltag mit einer sinnvollen Beschäftigung.“ Solange es ihre Gesundheit noch mitmacht, will sich die 65-Jährige noch ehrenamtlich engagieren. „Das werden hoffentlich noch etliche Jahre sein“, schmunzelt sie zum Abschluss.