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Raddusch
Feuerwehrzwerg als zentrale Figur

Zum 110-jährigen Bestehens der FF Raddusch hat das Mitglied der Alters- und Ehrenabteilung, Detlef Krüger, eine Schützenscheibe bemalt und der Ortswehr geschenkt.
Zum 110-jährigen Bestehens der FF Raddusch hat das Mitglied der Alters- und Ehrenabteilung, Detlef Krüger, eine Schützenscheibe bemalt und der Ortswehr geschenkt. FOTO: Uwe Hegewald
Raddusch. Feuerwehrmann Detlef Krüger malt die Scheiben für die Schützenfeste. Für die eigene Wehr hat er einen drolligen Feuerwehrzwerg als zentrale Figur entworfen.

Anlässlich des 110-jährigen Bestehens der Freiwilligen Feuerwehr und dem Ausrichten des 15. Vetschauer Stadtfeuerwehrtages sind die Floriansjünger aus Raddusch mit lobenden Worten und so mancher willkommenen finanziellen Zuwendung bedacht worden. Ein sehr originelles Geschenk kam aus den eigenen Reihen: Detlef Krüger, passionierter Produzent von Spreewald-Schützenscheiben, hat viele Stunden seiner Freizeit geopfert, um der Ortswehr ein Schützenscheiben-Unikat zu überreichen.

„Mir bereitet das Fertigen der Scheiben immer viel Freude. Ohne den Spaß und die Liebe zum Hobby würde ich das auch nicht machen“, sagt der Radduscher, der 1963 das Malerhandwerk erlernt hatte.

Auf rund 80 Schützenscheiben beziffert der 69-Jährige die Summe der bis heute produzierten Exemplare. Darunter befinden sich auch die jährlichen Scheiben für die Frauen der Schützengilde zu Lübbenau. „Die Mädels wollen immer ein Motiv mit einem Eisvogel haben“, erzählt Detlef Krüger. Grund sei wohl die Farbenpracht des heimischen aber seltenen zu beobachtenden Vogels, der auch „fliegender Edelstein“ genannt wird.

Bei der Motivwahl für die Jubiläums-Schützenscheiben der Radduscher Feuerwehr lassen ihm seine Kameraden freie Hand. „Anscheinend muss ich deren Nerv immer getroffen haben. Es ist jedenfalls noch nicht vorgekommen, dass eine Schützenscheibe zurückgegeben wurde“, bemerkt er.

In diesem Jahr hat sich Detlef Krüger für einen drolligen Feuerwehrzwerg als zentrale Figur entschieden. „Er könnte auch ein Gründungsmitglied unserer Feuerwehr darstellen“, erzählt der Hauptlöschmeister mit einem Augenzwinkern. Selbst ein privates Detail hat der Radduscher einfließen lassen: eine blaue Fingerkuppe, die er sich vor der Zeit des Malens zugezogen hatte.

Für den aufgeweckten Rentner ist die blaue Fingerkuppe ein sicherer Beweis dafür, dass durch seine Adern blaues Blut fließt. Der Vergleich kommt nicht von ungefähr: „Immerhin bin ich im September 1948 im Lübbenauer Schloss geboren worden“, begründet er mit einem Schmunzeln. Unter dem Dach des Schlosses befanden sich in den Nachkriegsjahren ein Landambulatorium mit Arzt, Zahnarzt und eine Entbindungsstation.

Für Detlef Krüger, dem im Jahr 2008 das Ehrenzeichen des Kreisfeuerwehrverbandes Oberspreewald-Lausitz verliehen wurde, steht fest: solange es Gesundheit und die Freude am Malen zulassen, will er auch zukünftig auf Wunsch Schützenscheiben fertigen. Die Rohlinge bezieht er aus der Tischlerei Dirk Biela in Boblitz, die der Radduscher dann kunstvoll bemalt und wetterfest versiegelt. Sein Markenzeichen: Zielscheiben/Fadenkreuze werden stets außerhalb der Motive aufgezeichnet und nie auf die Tierkörper selbst. „Wehr schießt beim Ermitteln von Schützenköniginnen und -königen schon auf ein wehrloses Tier“, so der Radduscher, der auch noch die Feuerwehrchronik pflegt. Beim Stadt-Feuerwehrtag konnten Besucher an Schautafeln in die Geschichte der Freiwilligen Feuerwehr Raddusch eintauchen. Detlef Krüger hatte diese zusammengestellt und wird gemeinsam mit Ortschronist Manfred Kliche eine Dokumentation zum Feuerwehrjubiläum ausarbeiten.

Marina Kusche ist die Schützenkönigin der Schützengilde zu Lübbenau. Ermittelt wurden die Besten auf Scheiben von Detlef Krüger mit dem markanten Eisvogel.
Marina Kusche ist die Schützenkönigin der Schützengilde zu Lübbenau. Ermittelt wurden die Besten auf Scheiben von Detlef Krüger mit dem markanten Eisvogel. FOTO: Uwe Hegewald
Zwei Männer im Geiste vereint: Detlef Krüger (rechts) und Manfred Kliche  haben im Dorfzentrum eine Milchrampe gebaut. Katrin Roge (nicht im Bild) hatte als Dank den Männern ein Bier gebracht.
Zwei Männer im Geiste vereint: Detlef Krüger (rechts) und Manfred Kliche haben im Dorfzentrum eine Milchrampe gebaut. Katrin Roge (nicht im Bild) hatte als Dank den Männern ein Bier gebracht. FOTO: Uwe Hegewald