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Nicht ohne uns
Elke Schubert – immer da für Menschen, die Hilfe brauchen

Bei Festumzügen in der Stadt Forst schlüpft Elke Schubert auch mal in historische Kostüme und hilft bei der Vorbereitung.
Bei Festumzügen in der Stadt Forst schlüpft Elke Schubert auch mal in historische Kostüme und hilft bei der Vorbereitung. FOTO: Elke Schubert / Privat
Forst. Von der Arbeitslosigkeit, die viele Lausitzer nach der Wende trifft, lässt sie sich nicht entmutigen. Elke Schubert engagiert sich in sozialen Einrichtungen, bis ihr Weg sie in die Kirche führt.

Elke Schubert engagiert sich in der Kirchengemeinde, gibt in der AG Soziales Hilfe zur Selbsthilfe und leistet im Kultur- und Bildungsausschuss kleinere Zuarbeiten. „Auf der Straße oder in der Kirche kommen Leute auf mich zu, und diese Anregungen gebe ich dann weiter“ sagt sie zu der Arbeit, die sie leistet.

Elke Schubert, Jahrgang 1953, ist 1978 von Großräschen nach Forst gezogen. Von da arbeitet sie bis 1992 als Verwaltungsangestellte der Zentralverwaltung für Statistik beim Rat des Kreises – dann wird sie arbeitslos.

Es folgen, wie bei vielen anderen auch, kurzfristige Beschäftigungen in sozialen Bereichen, die ihr durch die Arbeitsagentur und das Jobcenter vermittelt werden, lebt zeitweise von Hartz IV.

Die Arbeit in der DRK-Seniorenwohnanlage Haus am Mühlgraben empfindet sie als eine große Bereicherung. Schnell wachsen ihr die  älteren Bürger ans Herz, die ihre Pflege und Unterstützung brauchen. „Das Pflegepersonal hat wenig Zeit. Dabei sind es die kleinen Gesten, wie das Streicheln der Hände oder Zuhören, die schon sehr heilsam sein können“, sagt Elke Schubert. Im Pflegeheim ist sie zur Unterstützung und Unterhaltung eingeteilt, unternimmt aber auch gern Spaziergänge mit den Senioren.

In der Seniorenresidenz arbeitet sie anschließend für ein Jahr in der Verwaltung. „Da wurden Feste vorbereitet, und die Post verteilt. Es war eine schöne Zeit, und ich habe noch heute Kontakte zu den Kollegen“, erinnert sich die Forsterin. Die Tätigkeit in der Verwaltung ist als Arbeitsbeschaffungsmaßnahme ausgelegt. Darauf folgen immer wieder nur kurze Beschäftigungsphasen.

Zwischen 1992 und 2011 werden ihr immer wieder Bewerbungstrainigs auferlegt. Kleidungsstil und Ernährung sind oft ein Thema. Zur Zeit des Ein-Euro-Jobs sagt sie: „Man hat etwas zusätzlich im Portmonee gehabt, wenngleich ich mir oft die Frage gestellt habe, wie man eine solche, oft gleichwertige Arbeit, mit nur einem Euro entlohnen kann. Aber ich bin wieder raus gekommen und war unter Menschen und das hat mir Spaß gemacht“ sagt sie rückblickend. Ein wenig Erfahrung sammelt sie zusätzlich durch die Tage der Qualifizierung in der Stadtbibliothek, bei Felicitas, beim Adventgestecke basteln oder der Auseinandersetzung mit der damaligen neuen Rechtschreibform.

Im Jahr 2012 beginnt die Arbeit über die Freiwilligenagentur. Zu Beginn engagiert sie sich im ehemaligen Jugendclub und anschließend beim Familientreff des Paul-Gerhard Werkes. Hier ruft sie im Ehrenamt für die Kinder den „Bücherwurm“ ins Leben. “Das war eine Zeit, in der entweder ich den Kindern vorgelesen habe oder sie selbst gelesen haben“. Ein Angebot, das erfolgreich angenommen wurde.

Durch das Jobcenter kommt sie zur Kirchenarbeit. Dabei handelt es sich um drei Jahre Bürgerarbeit, die, durch das Bündnisprogramm für Langzeitarbeitslose mit Anteil der DIAS vermittelt werden. „Ich bin nicht kirchlich, aber der Kirche gegenüber offen eingestellt“ sagte sie zu ihrer damaligen Situation. Mit ihrer netten und bescheidenen Art bekommt sie den Zuschlag. Von 2011 bis 2014 hilft sie bei der Vorbereitung der ökumenischen Gottesdienste, Konzertvorbereitungen, Bikergottesdienst, Seniorenkaffee, Weihnachtsfeiern, oder dem Weltgebetstag. Diese Arbeiten fallen vorrangig an den Wochenenden an. Sie begann auch gleich mit Führungen durch die Kirche. Die Informationen dazu bekommt sie aus gelesener Lektüre. Die Ausführungen dazu hat sie selbst ausgearbeitet. „Ich bin damals mit Zetteln gelaufen und habe mich entschuldigt, das ich noch neu bin“ erinnert sie sich. „Aber im Laufe der Zeit ging es mir leicht von der Hand“ sagt sie mit etwas Stolz. „Es war eine schöne Zeit und ich bin heute noch dabei“.

Knapp zwei Jahre bekleidet sie dieses Ehrenamt. „Weil es Spaß gemacht hat, bin ich dabei geblieben. Die Kirche ist meine zweite Wohnung geworden“, betont Elke Schubert. Während der Kirchenarbeit erlebt sie unvergessliche Momente. „Ich muss nicht in die Welt, die Welt kommt zu mir“, sagte sie, und meinte den damaligen Besuch einer älteren Dame, die aus Hawaii kam, und auf den Spuren ihrer Vorfahren in Forst unterwegs war. „Sie hat sich die Kirche angeschaut, weil ihre Ur-Großmutter damals in Forst getauft worden ist“. Sie konnte auch auf die Kirchenbücher verweisen, denn Forst hat ein gut geführtes Archiv.

Im Zuge ihrer verschiedenen Einsätze in sozialen Einrichtungen spielt sie fünf Jahre lang den Weihnachtsmann. Damals noch eine spontane Aktion, die aber längst zur Tradition geworden ist. Überhaupt sind ihr die Menschen ans Herz gewachsen.

Waren es zu DRK Zeiten die Kaffeenachmittage, die sie organisiert hatte, führte man die Kaffeenachmittage mit Andacht und gemütlichem Austausch später in der Kirche als Begegnungsstätte, in der Bonhoeffer Kapelle fort.

Auch Dinge, die sie selbst sieht die angesprochen oder einer Verbesserung bedürfen, gibt sie weiter. Seit dem Mai diesen Jahres ist sie nun im Ruhestand aber selten zu Hause anzutreffen.