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Reuden
Ein Sakral-Bau als Stätte der Kultur

2016 gastierte das Vantaa Suzuki-Orchester aus Finnland in der Gutskapelle und begeisterte das Publikum. Auch in diesem Jahr sind dort mehrere Konzerte geplant.
2016 gastierte das Vantaa Suzuki-Orchester aus Finnland in der Gutskapelle und begeisterte das Publikum. Auch in diesem Jahr sind dort mehrere Konzerte geplant. FOTO: Uwe Hegewald
Reuden. Feuchte Wände, defektes Dach, bröckelnder Putz: Ende der 1980er-Jahre steht die Gutskapelle Reuden kurz vor dem Verfall. Den Reudenern selbst und dem Förderverein Gutskapelle Reuden ist es zu verdanken, dass die Kapelle heute im neuen Glanz erstrahlt. Von Uwe Hegewald

Der Braunkohlebergbau greift nach dem beschaulichen Dorf zwischen Calau und Vetschau und somit auch nach dem 1726 eingeweihten sakralen Gebäude. Dank beherzter Personen besticht die Kapelle heute als Wahrzeichen des Dorfes. 1997 gegründet, übernimmt der Förderverein die Ruine, kümmert sich um das Akquirieren von Fördergeldern, begleitet die zwingend erforderlichen Restaurationsarbeiten und sorgt für kulturelles Leben im Gotteshaus.

An dieser Stelle muss Martina Schmidt, Pfarrerin i. R., genannt werden, die den Verein von Beginn an führt. „Ohne ihre Initiative wäre die Gutskapelle wahrscheinlich noch in dem bedauernswerten Zustand, in dem sie mal war. Die Idee, die Gutskapelle als Ausstellungsort zu nutzen, geht auch auf sie zurück“, betont Renate Uckrow. „Martina Schmidt kümmert sich um Baumaßnahmen, Finanzen, Vereinsangelegenheiten und hat immer wieder gute Ideen für die Programmgestaltung. So manche Veranstaltung geht auf Ihre Initiative zurück“, so Renate Uckrow weiter, die sich im Verein in der Öffentlichkeitsarbeit und beim Bewerben von Veranstaltungen einbringt.

Dass sie von der Presse schon als „Grande Dame der Gutskapelle“ bezeichnet wurde, weist sie entschieden zurück. „Mir ist das peinlich. Außerdem empfinde ich das allen anderen Vereinsmitgliedern gegenüber als ungerecht“, stellt sie klar. Es gäbe so viele Menschen, die am Gelingen einer Veranstaltung beteiligt sind. „Die Gutskapelle muss gesäubert, Ausstellungen aufgebaut und die Stühle gestellt werden. Der Rasen verlangt regelmäßiges Mähen. Für den Blumenschmuck muss gesorgt, Gläser und Getränke besorgt werden“, zählt Renate Uckrow auf. Zu Ausstellungseröffnungen müssten Getränke serviert und die Gläser im Anschluss auch wieder gespült werden. Hinzu kommt, dass die regelmäßigen Ausstellungen auch zu den Öffnungszeiten der Gutskapelle zu beaufsichtigen sind. Das alles setze sehr viel ehrenamtliches Engagement und Verständnis bei Ehepartnern und Familienangehörigen voraus.

„Viele fleißige Helfer und Vereinsmitglieder bringen sich ein, oder tragen mit ihren Ideen zur Programmgestaltung und Vielfalt bei“, skizziert Renate Uckrow das Vereinsleben. Als einer der Jahreshöhepunkte gilt der große Kuchenbasar. Damit Besucher gemütlich ihre Kaffeetafel genießen können, wird dafür zusätzlich ein Zelt aufgebaut. Bisher wurde die Kaffeetafel immer mit dem Konzert der Initiative „Musikschulen öffnen Kirchen“ kombiniert. Wie Martina Schmidt informiert, wird das auch in diesem Jahr so gehandhabt. „Am Sonntag, dem 3. Juni, gastiert um 17 Uhr das Gitarrenorchester der Musikschule Oberspreewald-Lausitz unter der künstlerischen Leitung von Uwe Steinberg“, so die Vereinsvorsitzende. Bereits ab 15.30 Uhr werden Kaffee, Kuchen und ein Bücherbasar angeboten, um 16.15 Uhr findet eine Führung statt.

Die Gutskapelle Reuden gilt zweifellos als Wahrzeichen des Ortes.
Die Gutskapelle Reuden gilt zweifellos als Wahrzeichen des Ortes. FOTO: Uwe Hegewald