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Hobby & Leben
Ein Mann für Fell und Federn

Manfred Kalz (re.) kennzeichnet ein junges Kaninchen. Er ist seit 30 Jahren der Tätowiermeister seines Rassekaninchenzuchtvereins.
Manfred Kalz (re.) kennzeichnet ein junges Kaninchen. Er ist seit 30 Jahren der Tätowiermeister seines Rassekaninchenzuchtvereins. FOTO: Andreas Staindl
Lübben. Züchter sorgen dafür, dass alte Haustierrassen nicht aussterben. Manfred Kalz (76) ist einer von ihnen. Der Lübbener engagiert sich gleich in zwei Sparten. Er züchtet Kaninchen und Tauben. Seine Tiere gehören landes- und bundesweit zu den Besten.

Hunderte Pokale hat er in fast fünf Jahrzehnten gesammelt. Manfred Kalz weiß, worauf es ankommt. Er kennt die Details und Feinheiten, die zu hervorragenden Bewertungen führen. Sein Erfahrungsschatz ist riesig. Seit 1969 ist er Mitglied im Rassegeflügelzuchtverein und seit 1977 im Rassekaninchenzuchtverein.

Er züchtet Tauben der Rasse „Strasser“ in seltenen Farbschlägen, zudem Kaninchen der Rasse „Deutsche Widder“, „Kleinwidder“ und „Zwergwidder“. Die Zucht von Tauben und Kaninchen fasziniert ihn. „Ich komme davon nicht mehr los.“

Manfred Kalz ist nicht nur ein erfolgreicher Züchter, sondern gibt seine Erfahrung an andere Züchter weiter. „So kann ich helfen, alte Rassen zu erhalten.“ Der Nachwuchs liegt ihm besonders am Herzen. „Wir brauchen junge Leute, die sich für die Rassezucht begeistern. Ich bin gern bereit, wertvolle Tipps zu geben.“

Verantwortung ist ihm nicht neu. Der 76-Jährige engagiert sich seit vielen Jahren im Vorstand beider Zuchtvereine in der Spreewaldstadt. Sein Rat ist auch dort gefragt. Manfred Kalz hilft anderen Züchtern, deren Tiere für Schauen optimal vorzubereiten. Wie bringt man das Fell in Form? Was ist beim Schneiden der Krallen zu beachten? Worauf achten die Preisrichter besonders? „Vor allem junge Züchter sind für die Hinweise sehr dankbar“, sagt er.

Seine Erfahrungen gibt er nicht nur an Züchter im Spreewald sondern weit über die Grenzen der Lagunenlandschaft hinaus weiter. Manfred Kalz ist Mitglied in Sonderzuchtvereinen in Berlin und Brandenburg.

Und er ist Tätowiermeister des Rassekaninchenzuchtvereins in seiner Heimatstadt. Er markiert junge Kaninchen mit Erkennungszahlen. Seit etwa 30 Jahren übernimmt der 76-Jährige das Tätowieren. „Manfred Kalz hat die nötige Ruhe für diese Aufgabe“, sagt der Züchter Siegfried Grohmann. „Er macht das hervorragend, und das schon seit so vielen Jahren.“

Die Tätowierung sichert, dass die Herkunft eines Kaninchens eindeutig festgestellt werden kann. Und sie gewährleistet, Tiere in Rasse und Farbenschlag zu unterscheiden. Bis zu Tausend Kaninchen jährlich hat Manfred Kalz früher gekennzeichnet. So viele sind es lange nicht mehr. „Die Anzahl hat sich etwa halbiert.“

Der 76-Jährige will helfen, dass es nicht noch weniger werden. Auch im Rassegeflügelzuchtverein ist sein Engagement gefragt. Seit etwa 15 Jahren ist er der Ausstellungsleiter des Vereins, bereitet akribisch tagelang Schauen vor.

Seine Verdienste um die Zucht von Kaninchen und Tauben werden anerkannt. Vor knapp zehn Jahren wurde er als „Meister der Rassekaninchenzucht“ des Landes Brandenburg ausgezeichnet. Zudem wurde sein Engagement in beiden Sparten mit goldenen, silbernen und bronzenen Ehrennadeln gewürdigt.

„Solange es meine Gesundheit noch zulässt, werde ich mich weiter einbringen“, sagt Manfred Kalz und fügt schmunzelnd hinzu: „Ich kann ohnehin schlecht nein sagen.“

Manfred Kalz (2.v.li.) engagiert sich auch als Ausstellungsleiter seines Rassegeflügelzuchtvereins.
Manfred Kalz (2.v.li.) engagiert sich auch als Ausstellungsleiter seines Rassegeflügelzuchtvereins. FOTO: Andreas Staindl