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Nicht ohne uns
„Das Ehrenamt hält uns am Leben“

Detlef Müller lebt für den Fussball.
Detlef Müller lebt für den Fussball. FOTO: Christiane Klein
Senftenberg.. Früher hat Detlef Müller selbst in seiner alten Heimat, in Forst, gekickt. Heute kümmert sich der 51-Jährige intensiv um die Nachwuchsarbeit beim FSV „Glückauf“ Brieske/Senftenberg und trägt mit seinem ehrenamtlichen Engagement dazu bei, dass der Verein in Sachen Fußball zu den Größen in Südbrandenburg gehört. Von Christiane Klein

Die Elsterkampfbahn in Brieske ist so etwas wie das zweite Zuhause von Detlef Müller geworden. Im Jahr 2005 kam er mit seinem Sohn zum Verein. Anfangs brachte sich der Senftenberger als Übungsleiter und Trainer im Verein ein, heute ist er Nachwuchsleiter Kleinfeld und Trainer der erfolgreichen D1-Junioren.

Müller organisiert den Spielbetrieb für neun Mannschaften, stellt Turniere auf die Beine, kümmert sich um geeignete Trainer und vieles, vieles mehr.

Außerdem liegen die Senftenberger Schulmeisterschaften in seinen Händen. Diese finden am 2. Mai zum zwölften Mal statt – mit rund 26 Mannschaften aus Senftenberg, Schipkau, Missen, Vetschau und vielen anderen Orten des Oberspreewald-Lausitz-Kreises.

„Fußball füllt viel vom Leben aus“, sagt Detlef Müller. Rund um die Uhr ist er telefonisch für den FSV erreichbar, rund vier Stunden täglich für den Verein im Einsatz.

Machbar ist das nur, weil er sich die Zeit in seinem Job flexibel einteilen könne und weil seine Familie sein Hobby mittrage.

Warum er das alles mache? „Weil ich positiv bekloppt bin“, sagt Müller und lacht. Nein, es mache Spaß – auch wenn es neben viel Arbeit immer auch Probleme gibt. So ist es beispielsweise alles andere als eine leichte Aufgabe, ausreichend qualifizierte Trainer für die Kinder- und Jugendmannschaften zu finden. „Wir sind die zweitgrößte Abteilung nach Energie Cottbus in Südbrandenburg. Wir wollen anspruchsvolles Training anbieten“, betont der Sportler. Bisher gelingt dem Verein das mit Erfolg: Immer wieder ist der FSV für einzelne Spieler Sprungbrett auf die Sportschulen in Cottbus und Dresden. Außerdem holen die Mannschaften regelmäßig diverse Titel und Medaillen.

Aber es geht nicht nur um Leistung und die Förderung von Talenten. „Durch den Sport lernen die Kinder, ihren Tagesablauf besser zu organisieren, müssen beispielsweise erst ihre Hausaufgaben machen, bevor sie zum Training können. Sie lernen Respekt unter- und miteinander und werden zu Teamplayern“, erklärt der Trainer.

Ohne das Engagement vieler Vereinsmitglieder und der Eltern der Nachwuchskicker wäre vieles im Verein nicht möglich, betonen Detlef Müller und Marco Kloss, der als kaufmännischer Angestellter für den FSV arbeitet. „Das Ehrenamt hält uns am Leben. Bei einzelnen Turnieren sind teilweise bis zu 100 Leute beim Auf- und Abbau, bei der Versorgung und auf vielen weiteren Gebieten im Einsatz“, sagt Kloss. Ohne die Menschen, die in ihrer Freizeit mit anpacken und nicht auf die Uhr gucken, würde es den Verein nicht geben. „Bei uns gilt der Spruch: viele Hände, schnelles Ende. Es ist toll, dann die strahlenden Menschen zu sehen, die wissen: Wir haben hier gemeinsam so etwas geschaffen.“ ⇥

Detlef Müller (re.) trainiert erfolgreich die D1 Junioren.
Detlef Müller (re.) trainiert erfolgreich die D1 Junioren. FOTO: Detlef Müller