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Nicht ohne uns
Seit fast 20 Jahren Kosakenchefin

Der Kauscher Karneval Verein.
Der Kauscher Karneval Verein. FOTO: Kauscher Karneval Verein
Kausche . Der Kauscher Karnevalverein ist 50 Jahre alt. Diese lange Zeit regiert der Frohsinn im alten und neuen Kauschedorf. Andrea Schicktanz ist seit vielen Jahren die Vereinschefin.

„Das Ganze ist mal am Stammtisch beschlossen worden. Ein Kauscher hatte den Kölner Karneval erlebt und schlug vor, denn im Dorf schon üblichen Fasching aufzupeppen mit einer originellen Idee. So wurde das Thema Kosaken geboren“, erzählt Andrea Schicktanz.

In dem Jahr ihrer Geburt wurde dieser Vorschlag dann Wirklichkeit, der Kauscher Karnevalverein entstand. Der Vater von Andrea war damals mit von der Partie und hat sein Faible für den Karneval an seine Tochter weiter gegeben. Dank Andrea lebt die Tradition nun im heutigen Kausche weiter. Die blonde, groß gewachsene Frau ist das Herz des KVK. An ihrer Seite weiß sie einen Elferrat, der sie mit aller Kraft unterstützt. Die Ideengeberin ist aber meist die 50-jährige. Sie leitet nicht nur die Vereinsgeschicke seit fast
20 Jahren, sondern sie ist auch die Textschreiberin der meisten Sketche, die dann im Programm gezeigt werden.

Ihr größter Verdienst sind aber die tänzerischen Programmbeiträge. „Ich habe damals vor 34 Jahren als Tänzerin im Verein angefangen. Auch meine Schwester hat da mitgemacht. Wir waren die ersten Tanzmädels der Kosaken“, erinnert sich die Ingenieurin, die in einem Vetschauer Unternehmen elektrotechnische Anlagen konzipiert. Dass heute zum Kauscher Karneval Verein 76 Mitglieder gehören, darunter zahlreiche junge Leute, ist der Verdienst von Andrea Schicktanz. Als ihre Tochter Annika drei Jahre alt war, hat sie eine Kindertanzgruppe gegründet und geleitet. Die Kindergruppe gibt es heute noch, obwohl die Tochter bereits 18 Jahre alt ist. „ Wenn man mit Kindern arbeitet, bleibt man jung. Man muss am Musikgeschmack der Jugend dran bleiben, auch das ist eine Herausforderung“, erzählt die Kauscherin, die persönlich am liebsten die Titel der 90ziger Jahre hört.

Training ist immer freitags. Annika unterstützt mittlerweile ihre Mutti, wenn sie mal keine Zeit für die Übungsstunde hat. Von ihrer Mama hat sie nicht nur das Rüstzeug zur Leitung einer Tanzgruppe bekommen, sondern auch die Unterstützung als Funkenmariechen. „Ich habe meine Tochter ja überall zum Karneval mit hingenommen und sie hat dabei den Funkentanz entdeckt. Das wollte sie auch unbedingt auch machen, also habe ich mich hier kundig gemacht und deshalb haben wir heute im Verein auch zwei Funkenmariechen“, erzählt die Kauscher Karnevalspräsidentin, die sehr stolz darauf ist, dass sie mit ihrem Verein schon etwas besonderes in der Lausitzer Karnevalslandschaft darstellt.

Neben der Kindergruppe trainiert die 50-jährige auch das Kauscher Männerballett. Ihre schönste Freizeit ist, wenn sie selbst tanzen kann. Das tut sie nach wie vor bei den Kauscher Tanzmädels und betont: „Durch das regelmäßige Tanzen bleibe ich fit, das ist für mich Ausgleich zu meiner Arbeit“.

Dass ihr das Tanzen am meisten am Herzen liegt, wird auch an den Aushilfstrainerjobs deutlich. „Vor fünf Jahren haben mich die Koßwiger gefragt, ob ich ihnen nicht helfen kann, wieder eine Kindertanzgruppe für den Karneval aufzubauen. Da konnte ich nicht nein sagen. Diese damals als Aushilfstrainer gedachte Position gibt es heute noch“, berichtet die Frau, die schon u.a, als Teufelin, Piratin und Hula-Girl oder Claire Grube auf der Bühne stand.

 Auch bei den Cottbuser Narrenweibern hat sie viele Jahre Aufbauarbeit für ein Frauenballett geleistet. Ihre Karnevalsleidenschaft hat sie auch ihrem Sohn vererbt. Der 28-jährige ist der Standartenträger im Kauscher Karneval Verein.

Nur selten gibt es neben Arbeit und Karneval noch freie Zeit. Die wenigen Stunden werden dann zur Betreuung der Eltern genutzt, oder zum Radfahren oder Skaten. Schon jetzt freut sie sich auf die Veranstaltungen ihres Vereins im Bürgerhaus Kausche im Februar und am ersten Märzwochenende 2019.

Kennen Sie auch jemanden, der sich ehrenamtlich engagiert und der einmal in der Zeitung vorgestellt werden sollte? Dann schreiben Sie uns eine E-Mail mit ihrem Vorschlag an
cottbus@lausitzer-woche.de