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Senftenberg
Rutschungswunsch stößt auf Kritik

 Zum Saisonbeginn im April soll der Senftenberger See samt Insel wieder sicher sein.
Zum Saisonbeginn im April soll der Senftenberger See samt Insel wieder sicher sein. FOTO: LR / Jan Augustin
Senftenberg. Die Sicherungssarbeiten an der Insel im Senftenberger See laufen momentan auf Hochtouren, stoßen aber seitens der Stiftung Naturschutzfond auf Ablehnung. Nun äußern sich die Inselsanierer dazu.

 Die Sicherungsarbeiten an der Insel im Senftenberger See sind im vollen Gange. Im Bereich von Untiefen schaufeln schwimmenden Bagger massenhaft Erde ab, um die Böschung abzuflachen und so das Rutschungsrisiko zu minimieren. Der abgetragene Sand wird über eine bis zu zwei Kilometer lange Schlauchleitung in die tiefsten Stellen des Sees gepresst.

Hohe Wellen haben allerdings die Aussagen aus dem Entwurf des Managementplanes der Stiftung Naturschutzfonds geschlagen. Vor allem geht es um einen Satz am Ende des 90 Seiten starken Papiers. „Zufällige, oft lokal begrenzte Prozesse wie horizontale Sedimentverlagerungen (Sanddrift), kleinere Rutschungen oder Uferabbrüche zur Schaffung offener, konkurrenzarmer Pionierstandorte sowohl am Ufer wie auch in den Wasserbereichen sind aus Sicht von Natura 2000 elementare, ausdrücklich erwünschte Effekte und sichern bzw. fördern die Schutzziele.“

Kritik dafür hagelt es nun von der Lausitzer und Mitteldeutsche Bergbau-Verwaltungsgesellschaft (LMBV). Wie LMBV-Sprecher Uwe Steinhuber mitteilt, lassen sich die Zitate der Stiftung Naturschutzfonds Brandenburg nur schwer in Einklang bringen mit den derzeit laufenden Sanierungsarbeiten und den bergrechtlichen Erfordernissen zur Sicherung der Insel im Senftenberger See. Die Aussagen aus dem Entwurf würden dem technischen Verständnis der Sachverständigen zu wider laufen. Uwe Steinhuber betont: „Die LMBV betrachtet Rutschungen grundsätzlich, egal ob in kleinerem oder größeren Umfang, im Bereich der bisher weitestgehend ungesicherten Insel für gefährlich.“ Aus Sicht der LMBV als bergrechtliche Verantwortliche sei der mit der Bergbehörde in Abstimmung befindliche und von der LMBV einzureichende Betriebsplan zum Sichern der Insel künftig die Richtschnur für das Handeln der Bergbausanierer im Senftenberger See. Die LMBV betont, dass die Sicherungsarbeiten in einem schonenden Verfahren erfolgen, naturschutzrelevante Aspekte streng beachtet werden.

Ulrich Schröder von der Natura 2000-Managementplanung war sich der Brisanz dieser Aussagen bewusst. „Da der Naturschutz nicht zum Selbstzweck existieren möchte, gilt es hier Kompromisse zu suchen“, sagte er. Unter den Aspekten der Gefahrenabwehr, der wasserwirtschaftlichen, fischereilichen und touristischen Nutzungen müsse man gemeinsam Lösungen finden.

Bei Wind und Wetter sind seit Anfang des Jahres pro Schicht 16 Mitarbeiter der Elsterheider Firma BUG Dienstleistungen auf und am Senftenberger See im Einsatz - und das sieben Tage die Woche. Täglich sollen so bis zu
3000 Kubikmeter Erde bewegt werden.

Das Ziel ist klar: Insel und See sollen zu Saisonbeginn ab April wieder sicher sein, die Sperrflächen wieder aufgehoben werden. Nur die unter Naturschutz stehende Insel soll weiter tabu bleiben. Bei den Inselsanieren herrscht trotz des Ärgers über die Aussagen des Naturschutzfonds viel Optimismus: „Die Saison 2019 ist gesichert“, sagte LMBV-Projektmanager Michael Matthes vor Kurzem.