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Wetter-Rückblick
Verrücktes Wetterjahr 2018

 Die Hobbymeteorologen sowie Jürgen Tremmel (r.) vom Deutschen Wetterdienst sagen, dass das derzeitige milde Wetter noch bis mindestens 10. Januar anhält. Ein Wintereinbruch ist nicht in Sicht.
Die Hobbymeteorologen sowie Jürgen Tremmel (r.) vom Deutschen Wetterdienst sagen, dass das derzeitige milde Wetter noch bis mindestens 10. Januar anhält. Ein Wintereinbruch ist nicht in Sicht. FOTO: Richter-Zippack
Senftenberg. Laut Hobbymeteorologen aus Senftenberg wird es in diesem Jahr wieder häufiger regnen. 2018 landete die Lausitz im Deutschlandvergleich auf einem heißen Spitzenplatz. Von Torsten Richter-Zippack

Das Wetter verlief im vergangen Jahr durchweg turbulent. Einem viel zu warmen Januar folgte ein extrem trockener Februar, der März war verschneit und von April bis Mitte November hatten die Landwirte, mit extremer Dürre zu kämpfen. Kaum ein Monat habe sich halbwegs normal gezeigt. Zu diesem Ergebnis sind Hobbymeteorologen  der Region Senftenberg bei ihrer 26. Jahrestagung gekommen.

Eine Bauernregel hat im zu Ende gehenden Jahr komplett ins Schwarze getroffen: „Ist der Februar zu trocken, wird das ganze Jahr zu trocken.“ Tatsächlich fielen nach Angaben des Ortrander Hobbymeteorologen und hauptberuflichen Landwirts Walter Beckmann nur zehn Prozent der monatsüblichen Menge vom Himmel. Anderswo, so Beckmann weiter, sei fast nichts mehr zusammengekommen. Nach Ostern begann die Trockenheit, die bis weit in den Spätherbst hinein anhalten sollte. Bis Ende 2018 hatte der Landwirt rund 400 Liter Wasser pro Quadratmeter gemessen. Normal wären 550 bis 580 Liter. Beckmann präsentiert während der Tagung zwei Maiskolben. Der eine wuchs unter künstlicher Beregnung heran und brachte zur Ernte 230 Gramm auf die Waage. Sein Pendant, das nur mit Regenwasser auskommen musste, schlug mit gerade mal 40 Gramm zu Buche.

„Im Raum Berlin/Brandenburg gab es zwischen 1881 und 2003 insgesamt 17 Trockenjahre“, hat Beckmann recherchiert. Das heißt also Jahre, in denen weniger als 500 Liter Wasser auf den Quadratmeter fielen. Die Chance auf ein extremes Trockenjahr 2019 sei laut Statistik gering. „Nach langen Dürren folgte sechsmal ein nasses, neunmal ein normales und nur einmal ein trockenes Jahr“, sagt Walter Beckmann. „Ich bin also optimistisch, dass es in der Lausitz 2019 wieder feuchter wird.“