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Pinotin-Winzersekt vom steilsten Weinhang Brandenburgs ist angesetzt
Räschener Winzer setzen eigenen Sekt an

 Der Großräschener Winzer Andreas Wobar verkostet den Pinotin Jahrgang 2018.
Der Großräschener Winzer Andreas Wobar verkostet den Pinotin Jahrgang 2018. FOTO: Rasche Fotografie / STEFFEN RASCHE
Großräschen . 2018 holte Winzer Andreas Wobar mit seinem Piontin barrique den ersten internationalen Wein-Preis in die Lausitz. Jetzt will er seinen Rotwein auch prickeln lassen. Ein kupferfarbener Pinotin-Winzersekt ist bereits angesetzt. Von Andrea Budich

Für 6000 Euro erstand Winzer Andreas Wobar im Sommer vergangenen Jahres sechs original Barrique-Fässer von einem französischen Familienbetrieb. In denen soll der von der Sonne überdurchschnittlich verwöhnte Spitzenjahrgang 2018 hervorragend reifen.

1500 Liter des in Großräschen gelesenen Pinotins liegen jetzt in den Fässern aus französischer und amerikanischer Eiche im Weinkeller von Schloss Proschwitz in Meißen. Der Winzer und der aus Südafrika stammende Erste Kellermeister Jacques du Preez erhoffen sich dadurch einen besonders guten Tropfen. Die Basis dafür hat im Vorjahr der Hitze-Sommer mit Sahara-Temperaturen gelegt. Dank der vielen Sonne im Sommer 2018 konnten sich an den Rebstöcken in der Kessellage direkt am Großräschener See besonders edle Inhaltsstoffe und Aromen bilden. Die 89 Grad Oechsle beim Pinotin sind als Idealwerte sogar Voraussetzung für einen Rekordjahrgang.

Diesen hervorragenden Wein wollte das Winzerpaar besonders sorgsam ins Fass legen und hat für die höhere Qualität investiert. „Die amerikanische Eiche bringt die Vanille, die französische Eiche das Röstaroma mit Tabaknote“, schwärmt der Kellermeister. Nach den ersten acht Wochen in den neuen Fässern, werden die Weine zum Reifen noch gut zwei Jahre brauchen.

Die Eichenfässer aus Frankreich sind nicht die einzige Idee, zu der der Rekordjahrgang das Großräschener Winzerpaar inspiriert hat. In Sektlaune haben sie 500 Liter vom roten Pinotin Anfang September als Sektgrundwein gelesen. Daraus wollen Wobars nach dem rieslingähnlichen Johanniter-Sekt namens „JAC“ einen weiteren Winzersekt in traditioneller Flaschengärung kreieren, den es so in der Lausitz noch nicht gegeben hat. Weiß gekeltert mit kupferfarbener Note soll er perlen und prickeln wie ein echter Champagner.

Reichlich Sonne getankt haben auch die Cabernet blanc-Trauben des Jahrgangs 2018. Kellermeister Jacques du Preez verspricht einen schmelzigen Tropfen, der mit einer wunderbaren Kombination von tropischen Früchten und einem Touch grüner Paprika besticht. Wie gut die Großräschener Weine des Jahrgangs 2018 auf der Zunge liegen, können die Lausitzer bei der Jungweinprobe am 27. April und bei der Großen Brandenburger Jungweinprobe am 10. Mai verkosten.

Winzer und Weinberg schlafen indes auch im Winter nicht. Wenn die Tage frostfrei bleiben, will Andreas Wobar noch im Januar mit dem Rebschnitt beginnen und damit den Grundstock für den Jahrgang 2019 legen.