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Mit Künstlern auf Du und Du

Harald Schneider mit seinem Kunstwerk, das aus einer ehemaligen Eisenbahnschwelle entstand. Auch das kann zum Tag des offenen Ateliers besichtigt werden.
Harald Schneider mit seinem Kunstwerk, das aus einer ehemaligen Eisenbahnschwelle entstand. Auch das kann zum Tag des offenen Ateliers besichtigt werden. FOTO: Sattler/sam4
Staupitz. An diesem Wochenende laden Brandenburgs Künstler wieder zum Tag des offenen Ateliers ein. Insgesamt 750 Künstler beteiligen sich in den 14 Landkreisen und drei kreisfreien Städten an der Aktion und stellen sich und ihre Arbeiten vor. Einer von ihnen ist Harald Schneider. Mirko Sattler

Von der Hauptstraße aus erahnt man nicht, dass es im bescheidenen Dörfchen Staupitz an der Kreisgrenze von Elbe-Elster zu Oberspreewald-Lausitz einen Künstler gibt, der sowohl aus Naturmaterialen als auch auf der Leinwand wahre Kunstwerke entstehen lassen kann. "Da es in meiner Kindheit wenig Fernsehen gab, musste man sich irgendwie anders beschäftigen. Und so bin ich zur Malerei gekommen", so der heute 63-jährige Künstler. Mehrere Hundert Bilder hat er seither gemalt. Mal Stillleben, mal die Natur oder mal etwas Abstraktes. "Ich male nicht nur in eine Richtung. Die Idee reift im Kopf. Das ist der Moment, wo ich dann praktisch tätig werde", so Harald Schneider.

Doch nicht nur auf der Leinwand lässt er Kunstwerke entstehen, die Kunstliebhaber schon im Hamburg, Chemnitz oder Dresden besichtigen konnten. Seit Neuestem nutzt er die Natur selbst für seine Kunstwerke. "Wenn ich in der Natur unterwegs bin, um zum Beispiel eine Malskizze zu entwerfen, gehe ich mit offenen Augen durch die Landschaft. Hier finde ich dann immer Holz, aus dem später ein Kunstwerk wird", so Schneider weiter. Mittlerweile braucht er dazu nicht mal mehr in den Wald zu gehen. Im Ort hat sich herum gesprochen, dass Harald Schneider für seine Arbeiten immer Holz benötigt. "Ich nutzte für meine Arbeiten Kirsche, Aprikose, Pflaume, Birke, Eiche, Essigbaum, Birne, aber auch schon mal für Auftragsarbeiten Teakholz oder Olivenbaum", verrät der Künstler. Sein kleiner Ausstellungsraum ist voll von Kunstwerken zwischen 20 Zentimetern und zwei Metern. Am Sonntag, zum Tag des offenen Ateliers, können die Besucher ab 10 Uhr sogar jenes Kunstwerk bestaunen, das aus einer 50 Jahre alten Eisenbahnschwelle entstanden ist. sam4