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B169
Lärmschutzstreit erneut vor Gericht

 Täglich donnern mehr als 1000 Schwerlaster durch das kleine Allmosen an der Bundesstraße 169.
Täglich donnern mehr als 1000 Schwerlaster durch das kleine Allmosen an der Bundesstraße 169. FOTO: LR / Jan Augustin
Allmosen/Klein Oßnig. Wieder landet der Streit um den Lärmschutz an der B169 vor Gericht. Eine Anwohnerin aus Klein Oßnig hat jetzt erneut Klage beim Verwaltungsgericht Cottbus eingereicht.

Die Klage der Anwohnerin richtet sich gegen den Widerspruchsbescheid des Spree-Neiße-Kreises (SPN) und gegen Landrat Harald Altekrüger (CDU). Die Klägerin kämpft seit Jahren erfolgreich für Lärmschutz. Das Verwaltungsgericht hatte vor gut zwei Jahren in ihrem Sinne geurteilt. Doch donnern weiter täglich über 1000 Laster durch die Ortschaften an der Bundesstraße und machen Krach jenseits gesetzlicher Grenzwerte. Nun soll die von Verkehrsministerin Kathrin Schneider (SPD) gebilligte Sackgassen-Variante für mehr Ruhe sorgen. Sattelkraftfahrzeuge und Laster mit Anhänger dürfen demnach künftig zwar von Cottbus nach Allmosen (Oberspreewald-Lausitz) fahren und von Süden aus kommend bis Klein Oßnig. Weiter aber nicht. Eine Durchfahrt, etwa von Cottbus bis nach Senftenberg, ist für Lkw künftig nicht mehr erlaubt. Die großen Brummis sollen so auf die Autobahnen geleitet, beziehungsweise auf diesen gehalten werden. Lokaler Ziel- und Quellverkehr aber soll in diesem Korridor weiter möglich sein. Die Planungen liegen im Zeitplan, sodass die Umsetzung im ersten Quartal des Jahres realistisch ist, erklären der SPN-Verkehrsdezernent Carsten Billing und OSL-Landrat Siegurd Heinze (parteilos).

Dass diese Lösung die gewünschte Wirkung zeigt, daran glaubt die Interessengemeinschaft B 169 (IG) nicht. Die Lärmwerte werden weiter die Zumutbarkeitsschwelle tags und nachts überschritten, teilt der IG-Vorsitzende Gerhard Düring mit. Ohnehin seien die von den Landkreisen anvisierten Grenzwerte von 60 Dezibel in der Nacht und 70 am Tage zu gering. Klein Oßnig etwa sei allgemeines Wohngebiet und habe damit nach Gesetz ein Recht auf maximal 49 Dezibel in der Nacht und 59 Dezibel tagsüber.

(jag/sme)