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Zurück in die Vergangenheit
Jugendliche besuchen Auschwitz

Ortrand. Ende Oktober sind 20 Jugendliche aus der Region Ortrand erst nach Auschwitz und dann nach Krakau gereist. Sie haben das Konzentrationslager Auschwitz und das Vernichtungslager Birkenau besucht und waren anschließend auf den Spuren der Geschichte des osteuropäischen Judentums unterwegs.

Wie die Kroppener Gemeindepfarrerin Angelika Scholte-Reh erzählt, zeigten sich alle Jugendlichen während und nach ihrem Besuch berührt und nachdenklich.

Insbesondere das bekannte Tor mit der Aufschrift „Arbeit macht frei“ blieb in Erinnerung. Aber auch die Grausamkeit dieser Tage beschäftigte die Jugendlichen lange. So stand eine Mitreisende beispielsweise weinend vor Kinderschuhen im Krematorium stehen.

Alle Jugendliche haben das Erlebte in Bildern und Texten verarbeitet. Die jungen Leute haben ihre Gefühle beschrieben und miteinander diskutiert, was ihnen für ihre eigenen Zukunft und die aller Menschen wichtig ist. Einer der Jugendlichen malte ein Bild des Tores von Birkenau und schrieb darauf „Unmenschlichkeit“. Angesichts des Bösen, das der Gruppe hier begegnete, ist es allen Teilnehmern ein Anliegen, die Menschlichkeit und guten Werte zu bewahren.

Begleitet wurde die Gruppe an einem Tag von Brandenburgs CDU Chef Ingo Senftleben. Gemeinsam wurde an der Todeswand im Konzentrationslager Auschwitz ein Kranz niedergelegt und ein kurzes Gebet gesprochen.

Am vergangenen Freitag, als sich die Novemberprogrome gegen jüdische Menschen zum achtzigsten Mal jährten, zeigten die Jugendliche ihre erstellten Werke in Kroppen und schilderten ihre Erlebnisse.