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Medizinstudent aus Lauchhammer
Beste Medizin auch unter Armutsbedingungen

In Tansania angekommen übergibt Lukas Richter den Spendenschenk an die Mitarbeiter des Lugala Lutheran Hospital.
In Tansania angekommen übergibt Lukas Richter den Spendenschenk an die Mitarbeiter des Lugala Lutheran Hospital. FOTO: Wieduwilt Kommunikation / Lukas Richter
Lauchhammer/Tansania . Ende Juni ist der angehende Arzt Lukas Richter zu seinem Praktikum nach Tansania aufgebrochen,um dort Ärzte bei der medizinischen Versorgung unterstützen. Im Gepäck hatte er einen Spendenscheck über 7 000 Euro. Die Summe wurde in Zusammenarbeit mit den Gemeindekirchenräte von Lauchhammer-Mitte und Grünewalde zusammengetragen.

Medizin zu studieren bedeutet mehr als nur Auswendiglernen und Stunden voller Theorie im Hörsaal: Ab dem 5. Semester steht vor allem der praktische Unterricht auf dem Programm.

Lukas Richter, 25 Jahre, absolvierte ein Praktikum in einem Krankenhaus in Tansania. Er erlebte, wie die Gesundheitsversorgung unter Armutsbedingungen geleistet wird. Der junge Lauchhammeraner studiert Medizin an der Universität Freiburg im Breisgau. Seit 2012 lebt er im Badischen, blieb jedoch seiner Heimat und der Region stets verbunden. Doch warum absolviert man ein Praktikum in einem Land wie Tansania? „Ich möchte die Möglichkeit nutzen, mich in verschiedenen Fachbereichen und Formen der Gesundheitsversorgung auszuprobieren,“ sagt er. „Aus diesem Grund wollte ich auch in ein Land mit begrenzten Ressourcen reisen, um unter solchen Bedingungen Erfahrungen zu sammeln.“

Das Land ist vor allem als Urlaubsziel für Safaris, Kilimanjaro-Besteigungen und Sansibar-Aufenthalte bekannt. Doch Abseits der Touristenorte leiden die Menschen unter Armut und kämpfen täglich ums Überleben. „In Vorbereitung auf mein Praktikum beschäftigte ich mich sehr mit der medizinischen Versorgung in der Region rund um das Krankenhaus. Schnell kam mir die Idee, Spenden für das Hospital zu sammeln,“ berichtet der junge Medizinstudent.

In Zusammenarbeit wurde ein Aufruf zur Unterstützung des Krankenhauses gestartet. Insgesamt konnten 7 000 Euro gesammelt werden. „Ich freue mich sehr, dass weit über die Grenzen von Lauchhammer hinaus Interesse an dem Projekt geweckt und es dermaßen unterstützt wurde,“ sagt Lukas Richter.

Mit Hilfe der gesammelten Gelder konnte die Etablierung eines Krankenhausinformationssystems zu einem großen Teil finanziert werden. Es erleichtert nun die Verwaltungsarbeit. Dass die medizinische Versorgung in Tansania mit anderen Problemen als in Deutschland zu kämpfen hat, merkte Lukas Richter schnell. Fünf Prozent der Erwachsenen sind mit dem HI-Virus infiziert. 85 Prozent der kindlichen Patienten leiden unter Malaria, Durchfällen und Infektionen der Atemwege.

„Am Lugala Lutheran Hospital kann sehr vielen Patienten geholfen werden,“ sagt Lukas Richter voller Freude. In den letzten Jahrzehnten konnte das Krankenhaus dank großzügiger Spendengelder aus Europa apparativ gut ausgestattet werden. Dennoch sind die finanziellen Möglichkeiten des Hospitals so knapp, dass meistens nicht ausreichend Medikamente für die Behandlung zur Verfügung stehen. „Es ist beeindruckend, was trotz der knappen Ressourcen die medizinische Versorgung der Menschen geleistet wird.“

Die Menschen in der gesamten Region sind dankbar für die gebotene Hilfe. „Mit den gesammelten Erfahrungen sieht man viele Probleme im Land mit anderen Augen,“ resümiert Lukas Richter.