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Kampfmittelräumungs-Dienst sucht nach Weltkriegsmunition
Granatenfund stoppt Bauarbeiten am Bahnhof Ruhland

 Die Arbeiten des Kampfmittelräumungsdienst am Ruhlander Bahnhof dauern noch circa eineinhalb Wochen an.
Die Arbeiten des Kampfmittelräumungsdienst am Ruhlander Bahnhof dauern noch circa eineinhalb Wochen an. FOTO: Mirko Sattler
Ruhland. Ein Kampfmittelräumungs-Dienst sucht das Gelände in den nächsten zwei Wochen nach weiterer Weltkriegs-Munition ab. Von Jan Augustin

Am Bahnhofsvorplatz in Ruhland ist eine deutsche Sprenggranate aus dem Zweiten Weltkrieg gefunden worden, wie die zuständige Bundespolizei am Montag bestätigte. Die Sprenggranate mit einem Kaliber von 15 Zentimetern und ohne Zünder ist bereits vor einem Monat bei Bauarbeiten entdeckt und von einem Kampfmittelbeseitigungsdienst abtransportiert worden, erklärt Bundespolizeisprecherin Gabriele Krümmel.

Das Ruhlander Ordnungsamt hatte daraufhin einen sofortigen Baustopp ausgesprochen und einen Antrag zur Überprüfung des Grundstückes auf Kampfmittelbelastung gestellt. Die Arbeiten an der Räumstelle dauern noch ungefähr eineinhalb Wochen an. „Bis jetzt wurde keine weitere Munition gefunden“, sagt die Polizeisprecherin.

Während des Zweiten Weltkrieges erfüllte der Knotenpunkt Ruhland ein besonderes militärisches Ziel zur Aufrechterhaltung der Frontlinie im Osten. Wie aus alten Heereskarten hervorgeht, wurden von hier die 344. Infanteriedivision und die 2. Fallschirm-Panzer-Division sowie einige kleinere Einheiten zum Gefecht in den Raum Spremberg und Görlitz teilverladen und abtransportiert. Im März 1945 zerstörte ein Tiefflieger die Bahnstrecke Schipkau – über Ruhland führte somit der einzige Weg zur Truppenbewegung per Bahn. Das Bahnhofsgelände war mehrmals bombardiert worden und ein Hauptangriffsziel der alliierten Streitkräfte. Dabei sind auch etliche Blindgänger niedergegangen.