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Hitze
Wenn Hitze zu Datenverlust führt

Tabletts und Smartphones sollten nicht in der direkten Sonne liegen. Die empfindlichen Geräte heizen sich zu schnell auf.
Tabletts und Smartphones sollten nicht in der direkten Sonne liegen. Die empfindlichen Geräte heizen sich zu schnell auf. FOTO: fotolia / sdecoret
Berlin/ Brandenburg. Smartphones speichern alle wichtigen Daten, auf die wir im Alltag regelmäßig zugreifen. Doch wie das Wetter der vergangenen Wochen zeigt, sind die Geräte empfindlicher als vermutet. Von Jenny Theiler

Wer viel mit Tablets, Smartphones und Notebooks arbeitet, sollte vor allem an heißen Sommertagen besonders umsichtig mit seinen Geräten umgehen. Denn nicht nur der menschliche Organismus hat ab einer bestimmten Außentemperatur zu kämpfen, sondern auch jene Elektrogeräte, die uns durch unseren Alltag begleiten.

Jan Bindig, Geschäftsführer der Leipziger Datenrettungsfirma DataRecovery, weiß, dass starke Sonneneinstrahlung und drückende Hitze auch von einem Großteil seiner Kundschaft unterschätzt wird. „Ab Außentemperaturen von über 30 Grad ist Vorsicht geboten, denn in vielen Fällen sind Geräte mit integriertem Datenträger nicht für den sommerlichen Freiluftbetrieb geeignet“, weiß der Experte. Vor allem für Datenspeichermedien wie Festplatten und Smartphones sowie andere elektronische Geräte wie Notebooks oder Tablets würden die derzeit hohen Temperaturen eine enorme Herausforderung darstellen.

Mobilgeräte ohne Lüfter, wie Smartphones und Tablets, haben es dieser Tage besonders schwer. „Durch den flachen Bau ist die Technik auf kleinster Fläche untergebracht, sodass ein Abtransport der Wärme erschwert wird. Im Normalfall ist das kein Problem, aber sobald diese Geräte zu lange direkter Sonneneinstrahlung oder großer Hitze ausgesetzt sind, steigt das Risiko von Datenverlust“, erklärt der IT-Forensiker. Besonders empfindlich seien so genannte Flashspeicher, die in Laptops, Handys und Tablets verwendet werden. „Die Lebenserwartung dieser Speichermedien wird bei Umgebungstemperaturen um die 35 Grad stark reduziert, im schlimmsten Fall droht ein Totalverlust. Noch schneller können Daten verloren gehen, wenn Geräte direkter Sonneneinstrahlung ausgesetzt sind“, erzählt Jan Bindig.

Das Ausmaß des Datenverlustes hängt vom Gerät, seinem Alter und der Wartung ab und kann demzufolge von Fall zu Fall sehr unterschiedlich sein. Grundsätzlich sei es jedoch möglich, in fast 90 Prozent aller Fälle, verlorengegangene Daten wieder herzustellen. Hierbei rät der IT-Forensiker jedoch von Selbstversuchen und Hilfestellungen durch das Internet Abstand zu nehmen und lieber einen Fachmann aufzusuchen. „Für uns als Datenwiederhersteller sind solche semiprofessionellen Herangehensweisen eine zusätzliche Herausforderung, wenn es um die Wiederherstellung der Datenträger geht. Das nimmt für uns mehr Zeit in Anspruch, wodurch die Kosten für den Kunden steigen“, erklärt der IT-Experte.

Damit es aber gar nicht erst dazu kommt, gibt die Datenrettungsfirma einfache Tipps zum richtigen Umgang mit Technik im Sommer. So sollten mobile Geräte grundsätzlich nie der direkten Sonne ausgesetzt sein. „Wer mit dem Auto in den Urlaub fährt und nicht auf sein Notebook verzichten möchte, sollte es lieber im Kofferraum lassen und nicht auf dem Armaturenbrett abstellen“, empfiehlt Jan Bindig. Zudem sollte auch in Büros und Arbeitszimmern für eine klimatisierte Raumluft gesorgt werden. Geräte sollten ausreichend Platz haben, damit die Luft im Raum besser zirkulieren kann. „Am Wichtigsten sind jedoch regelmäßige Datensicherungen auf externen Speichermedien sowie Backups. So kann es nicht zum Totalverlust kommen, sollte wegen der Hitze tatsächlich mal ein Speichermedium ausfallen“, rät der IT-Forensiker.