| 15:14 Uhr

Skireise
Eine Gebirgswelt wie aus dem Bilderbuch

Schnee soweit das Auge reicht: Die Urlaubsregion Montafon im österreichischen Vorarlberg ist ein beliebtes Ziel für Winterwanderer.
Schnee soweit das Auge reicht: Die Urlaubsregion Montafon im österreichischen Vorarlberg ist ein beliebtes Ziel für Winterwanderer. FOTO: Montafon Tourismus Gmb/Schruns
Der Schnee, die Berge, die Stille: Mit jedem Schritt rückt der Alltagsstress ein Stückchen weiter in die Ferne. Im Montafon, einem beliebten Skigebiet im österreichischen Vorarlberg, gibt es vielfältige Möglichkeiten, die verschneite Berglandschaft zu Fuß zu erkunden. Vom 39 Kilometer langen Tal an der Grenze zwischen Österreich und der Schweiz zweigen mehrere Seitentäler ab, als eines der schönsten gilt das Gauertal

„Der Name kommt aus dem Alemannischen und bedeutet übersetzt sanfte Wiesen“, erklärt Imelda Dönz. Die erfahrene Wanderführerin und Kräuterexpertin kennt das Hochgebirgstal am Nordhang der Rätikon-Gruppe in- und auswendig. Im Sommer sammelt sie hier Heilpflanzen und erfreut sich an der Vielfalt der alpinen Flora, im Winter genießt sie die Aussicht auf die umliegenden, in Weiß getauchten Gipfel.

Die Tour beginnt in Latschau, einem kleinen Ortsteil von Tschagguns auf rund 1000 Metern Höhe. Wer will, kann sich von der Golmerbahn nach oben bringen lassen, doch auch die Anfahrt mit dem Pkw ist möglich. Die Straßen sind gut geräumt, der Parkplatz ist kostenlos.

Durchs Gauertal fließt der Bach Rasafei, links und rechts davon verlaufen Wanderwege. In den nächsten zweieinhalb Stunden zeigt sich das Montafon von seiner Bilderbuch-Seite: Hier gibt es Schnee in Hülle und Fülle, die weiße Pracht hat die mächtigen Bäume in weiße Riesen verwandelt, der Gebirgsbach gluckert am Wegesrand und die Berggipfel erstrahlen im Sonnenschein. Bis auf wenige kurze Anstiege ist die Route, die unter anderem über weitläufige Alpgebiete führt, gut zu bewältigen, auch für Familien mit Kindern.

Schon bald öffnet sich der Blick auf die sogenannten Drei Türme. Das schroffe Bergmassiv gilt als Wahrzeichen des Montafons. Trutzig ragen der Kleine (2754 Meter), der Mittlere (2782 Meter) und der Große Drusenturm (2830 Meter) in die Höhe. Die beliebten Ziele für Gipfelstürmer erfordern Trittsicherheit, Kondition und eine gute Ausrüstung.

Wer dagegen lieber gemächlich unterwegs ist, kann seinen Schlitten und eine Stirnlampe mitnehmen. Das Gauertal ist auch ein beliebtes Ziel für alle, die die verschneite Berglandschaft auf Kufen erkunden wollen.

Vor der rund einstündigen Anfahrt oder der Wanderung zurück zum Ausgangspunkt steht meist noch eine zünftige Hüttengaudi auf dem Programm. Am Ende des Gauertals und am Fuß der Drei Türme liegt auf 1744 Metern Höhe die Lindauer Hütte, die zur Einkehr einlädt. Auf der Speisekarte stehen traditionelle Alpenschmankerl wie Tirolerknödel mit Sauerkraut oder Kässpätzle. Als legendär gilt allerdings der Kaiserschmarren, der hier nach einem alten Geheimrezept zubereitet wird.

Ohnehin scheint hier oben alles perfekt: Das Wanderziel endlich erreicht, ein spektakuläres Bergpanorama vor Augen und noch hinzu kommt diese süße Mehlspeise, zu der Apfelmus oder Zwetschgenröster serviert wird. Manchem kann es da schwerfallen, gleich wieder aufbrechen zu müssen. Doch wer möchte, kann hier auch in einem der Zimmer für zwei bis acht Personen oder im schlichten Matratzenlager, in dem bis zu 60 Personen Platz finden, übernachten. Zum Aufwärmen der müden Glieder gibt es eine Sauna.

Das Hüttenfrühstück genießen nicht nur Übernachtungsgäste, sondern auch Frühaufsteher, die dem Sonnenaufgang entgegenwandern. „Das ist ein besonderes Erlebnis“, schwärmt Imelda Dönz. Die Chance, Gämse oder Rehe zu sehen, sei dann besonders hoch.

Karte Montafon
Karte Montafon FOTO: PR