| 15:10 Uhr

Holzpflege
Holzböden natürlich veredeln

Mit Naturölen behandelte Holzböden entwickeln eine besondere Brillanz, die den Holzcharakter unterstreicht.
Mit Naturölen behandelte Holzböden entwickeln eine besondere Brillanz, die den Holzcharakter unterstreicht. FOTO: natural-farben.de
Ölen oder lackieren? Diese Frage stellt sich früher oder später jedem, der einen Holzboden hat oder damit liebäugelt. Wichtig ist, die natürlichen Eigenschaften des Holzes zu bewahren. Beim Lackieren verschwindet das Holz allerdings unter einer Versiegelung. Der Holz-Charakter und die positive Wirkung auf das Raumklima gehen verloren. Man kann das Holz zwar noch sehen, aber nicht mehr spüren.

Naturfarben-Experte Oskar Scherzenlehner würde sich daher immer für Parkettöle auf Naturölbasis - zum Beispiel Lein- Tung- oder Nussöl - entscheiden.

„Damit lässt sich die Natürlichkeit betonen und man kann das Holz fühlen. Wer zu Hause gerne barfuß geht, merkt den Unterschied sofort. Auf einem geölten Boden kann man sogar noch die sanfte Holzmaserung spüren“, so der Fachmann vom österreichischen Naturfarben-Hersteller Natural. Der Boden fühlt sich wärmer an. Auch auf das Raumklima wirken sich Öle positiv aus: Sie erhalten die Atmungsfähigkeit der Oberfläche, das Holz kann Luftfeuchtigkeit aufnehmen und abgeben. Die Optik ist ebenfalls eine ganz andere. Denn da kommt der sogenannte Nasseffekt zum Tragen. Öl zieht tief in das offenporige Holz ein. Farblich wirkt die Oberfläche, als sei sie von Feuchtigkeit durchdrungen. Die Maserung tritt akzentuierter hervor, das Holz erhält eine eigene Tiefenwirkung. Damit verhält es sich ähnlich wie bei einem Tropfen Öl auf Papier: Es wird an der Stelle transparenter, das Licht bricht sich anders. Die Farbe beginnt in der Sonne zu leuchten. „Geöltes Holz entwickelt eine besondere Brillanz, die den Holzcharakter unterstreicht“, schwärmt Scherzenlehner.

Es gibt jedoch Fälle, bei denen diese farbintensivierende Wirkung unerwünscht ist: Vor allem helle Hölzer wie Fichte, Ahorn, Esche oder Weißbuche nehmen dadurch gerne einen honiggelben Ton an. Doch auch dafür hat Scherzenlehner einen Tipp: „Von Natural gibt es Parkettöle mit einem Weißpigment, das man nicht sieht und das der veränderten Lichtbrechung entgegenwirkt. Mit einem speziellen weißen Pigmentöl wirkt die geschützte Oberfläche sogar wie frisch geschliffen.“

Das Aufbringen selbst ist auch für Laien kein Problem, wenn sie ein paar Spielregeln beachten. Das Öl sollte mehrfach im Abstand von einer halben Stunde aufgetragen werden, bis die Holzfasern so gesättigt sind, dass sie nichts mehr aufnehmen und ein Ölfilm glänzend auf der Oberfläche zurückbleibt. 40 Minuten nach dem letzten Auftrag sollte der Dielenboden dann mit einem weichen, gut saugenden Lappen getrocknet werden. Es darf an keiner Stelle glänzen: „Der Schutz ist im Holz und nicht auf dem Holz“, betont Scherzenlehner. Bei stärker beanspruchten Oberflächen wird nach einer Trocknungszeit noch ein Finishöl aufgezogen.

Einen Tag lang sollten frisch geölte Böden nicht begangen und erst nach zwei Wochen wieder feucht gewischt werden. Doch dann sind sie wieder voll belastbar. Mit Naturöl eingelassenes Holz hält sogar Stuhlrollen aus, lädt sich nicht elektrostatisch auf und ist rutschhemmend. Einmal geölt, sollten die Böden jährlich nachbehandelt werden. Weitere Informationen unter www.natural-farben.de.