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Auto
Die Vans laufen zu immer neuen Rekorden auf

Der eVito wird ab der zweiten Jahreshälfte ausgeliefert.
Der eVito wird ab der zweiten Jahreshälfte ausgeliefert. FOTO: Daimler AG / Daimler AG - Global Communicatio
Cottbus. Mercedes-Benz Vans hat im vergangenen Jahr erstmals die Marke von 400 000 verkauften Fahrzeugen überschritten und damit einen Umsatzrekord von 13,2 Milliarden Euro erzielt. Auch 2018 ist mit einem deutlichen Plus bei Absatz und Umsatz zu rechnen. Von Eva-Maria Becker

Vor allem die Neuauflage des Bestsellers Sprinter werde der Daimler-Transportersparte weiteres Wachstum bringen, erklärt Volker Mornhinweg, Chef von Mercedes-Benz Vans, im Rahmen der Vorstellung des Neuen. Für die neue Triebkopf-Variante des Sprinter – die quasi nur aus dem Führerhaus besteht – ist mit dem Reisemobil-Hersteller Hymer bereits ein erster Großkunde gefunden, der künftig jedes Jahr eine hohe vierstellige Zahl der Fahrzeuge kaufen und mit eigenen Aufbauten komplettieren will.

Mit dem neuen Sprinter – so Mornhinweg – werde zudem das digitale Zeitalter in dieser Fahrzeugklasse eingeläutet. So ist beispielsweise das digitale Cockpit mit dem neuen Multimediasystem MBUX und Sprachsteuerung integriert. „Mercedes-Benz Vans wandelt sich vom reinen Hersteller zum ganzheitlichen Mobilitätslöser. Wir denken praktisch über die Ladekante des Vans hinaus“, betont der Chef der Sparte.

Allerdings werde auch eine Menge investiert, um immer neue Höhen zu erreichen: Allein für 2017 und 2018 sind es rund zwei Milliarden Euro. „Seit fünf Jahren wächst unser Geschäftsfeld kontinuierlich“, freut sich Mornhinweg und nennt die besonderen Treiber dieser Entwicklung: Neben dem Sprinter sind das der Midsize-Transporter Vito, die Vans der V-Klasse und bereits auch die gerade erst aufgelegten Pick-ups der X-Klasse. Allein der Vito legte 2017 um rund 21 Prozent auf rund 111 800 Einheiten zu; die V-Klasse übertraf mit rund 59 300 verkauften Einheiten den Vorjahresrekord um rund 22 Prozent.

Bereits im vergangenen Herbst hat der Hersteller angekündigt, dass alle Transporter-Modelle im gewerblichen Segment auch mit Elektroantrieb angeboten werden sollen. „Wir sind von der Notwendigkeit des elektrischen Antriebs in unseren Vans überzeugt, allen voran im innerstädtischen Bereich“, sagt Volker Mornhinweg. Den Anfang macht der Elektro-Vito, der ab der zweiten Jahreshälfte erhältlich ist und bereits bestellt werden kann. 2019 sollen der Sprinter und der Kleintransporter Citan folgen.

Der Elektroantrieb des Elektro-Vito leistet 84 kW/114 PS und generiert ein Drehmoment von 300 Newtonmetern. Die Lithium-Ionen-Batterien sind unterflur installiert und verfügen über eine Kapazität von 41,4 kWh. Damit wird eine Reichweite von etwa
150 Kilometern ermöglicht. Selbst bei ungünstigen Rahmenbedingungen wie niedrigen Außentemperaturen und voller Beladung steht eine Reichweite von 100 Kilometern zur Verfügung. Damit bietet der Midsize-Van beste Voraussetzungen beispielsweise für den innerstädtischen Liefer-, Gewerbe- und Personen­verkehr.

Die Höchstgeschwindigkeit des Elektro-Vito beträgt 120 km/h. Das Fahrzeug wird mit zwei verschiedenen Radständen angeboten – es ist
5,14 Meter oder 5,37 Meter lang. Erlaubt sind Zuladungen von etwas mehr als einer Tonne; das zulässige Gesamtgewicht beträgt 3200 Kilogramm. Mit einigen Großkunden – so dem Logistik-Dienstleiter Hermes, der bereits 1500 Elektro-Lieferwagen bestellt hat – sollen die Fahrzeuge weiterentwickelt werden. Dazu sind bereits Pilotprojekte gestartet. Der Preis des Elektro-Vito wird mit 39 900 Euro angegeben. Vom Bund erhält der Käufer einen Zuschuss von 4000 Euro. Es gibt aber auch weitere Fördertöpfe bei Landesregierungen und Großstädten wie München.