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Auto
Deutsche Gebrauchte besonders zuverlässig

Die Sachverständigen von Dekra untersuchen jährlich Millionen Fahrzeuge und erstellen dabei Statistiken über die Mängel der einzelnen Modelle.
Die Sachverständigen von Dekra untersuchen jährlich Millionen Fahrzeuge und erstellen dabei Statistiken über die Mängel der einzelnen Modelle. FOTO: Dekra
Dekra ist neben TÜV und GTÜ eine der wichtigsten Adressen für die bundesweiten Fahrzeug-Hauptuntersuchungen. Die Sachverständigen-Organisation mit Hauptsitz in Stuttgart erstellt dabei regelmäßig ein genaues Mängelprofil für die einzelnen Modelle. Jetzt liegt der „Dekra Gebrauchtwagenreport 2018“ vor.

Der Report basiert auf den Ergebnissen von rund 15 Millionen Hauptuntersuchungen an Dekra-Standorten. Dabei hat Dekra nur die Fahrzeugmodelle in den Report aufgenommen, von denen wenigstens 1000 Fahrzeuge untersucht wurden. Nur so sei die statistische Relevanz gewährleistet, argumentierten die Prüfer. Insgesamt umfasst der Report 522 Fahrzeugmodelle. Gewinner einer Fahrzeugklasse ist das Modell mit den wenigsten Mängeln über eine Laufleistung bis 150 000 Kilometern.

Für die Auswertung der Mängelhäufigkeit ist die Laufleistung bedeutsamer als das Alter des Fahrzeugs. Fahrzeuge, die jünger sind als drei Jahre, werden in dieses Ranking nicht einbezogen. In der Auswertung werden in erster Linie diejenigen Mängel berücksichtigt, die für einen Gebrauchtwagenkauf besonders relevant sind. Mängel, die vor allem dem Halter zuzurechnen sind – wie zum Beispiel verschlissene Wischerblätter oder abgefahrene Reifen – fließen dagegen nicht in die Statistik ein.

Wie schon in den Vorjahren, gehören auch in der aktuellen Mängelauswertung die deutschen Marken zu den meisten Bestplatzierten. Bei allen Autos über eine Laufleistung bis 150 000 Kilometer konnte der Audi A6 am meisten punkten und geht als Gesamtsieger hervor. Bereits in 2017 und 2016 konnte er sich den Titel sichern. Insgesamt holt Audi fünf Klassensiege und liegt damit auch als Marke an der Spitze. In ihren Klassen sind der A1 (Modelljahr 2010), der A3 (Modelljahr 2012), der A4 (Modelljahr 2008), der A6 (Modelljahr 2011) und der TT (Baujahr 2006) führend.

Mercedes-Benz siegt mit der M-Klasse (Modelljahr 2011), der B-Klasse (Modelljahr 2011) sowie dem Sprinter (Modelljahr 2006). VW kann lediglich mit dem Pickup Amarok im Kleintransporter-Segment auf Rang Eins gelangen. Auf den Plätzen rangieren unter anderem der VW Golf (Modelljahr 2012) und der Porsche 911 (Modelljahr 2004) sowie Modelle der Hersteller Volvo, Honda, Mazda, Skoda, Renault, Opel und Ford. Im Transporter-Segment sind nach dem Sprinter die französischen Hersteller erfolgreich.

BMW konnte sich lediglich über einen Rang Drei des 1er (Modelljahr 2011) freuen. Ältestes Modell unter den Besten im Segment war der Mercedes-Benz SL (Modelljahr 2001). Neben dem Gebrauchtwagen-Ranking umfasst der Report auch Informationen über Oldtimer, neuere Gebrauchtwagen unter drei Jahren und Fahrzeuge mit Laufleistungen zwischen 150 001 und 200 000 Kilometern.

Weil die individuelle Wartung und Pflege wesentliche Faktoren für die Güte eines Fahrzeugs sind, bleibt dieser Report eine gute, aber natürlich nicht die einzige Hilfe zur Beurteilung eines Gebrauchten auf dem Markt. Der zeigte sich allerdings schon robuster: Die nicht enden wollenden Diskussionen über Diesel-Fahrverbote schlagen aktuell voll auf das Gebrauchtwagen-Geschäft durch. Eine Umfrage des ZDK im März unter 1817 Händlern ergab, dass sie mit Wertminderungen von bis zu 50 Prozent zu kämpfen haben.

Rund ein Viertel der Befragten schätzte ein, dass das erste Quartal schlecht gelaufen sei. Die Zahl der Besitzumschreibungen ging gegenüber dem Vorjahr um 3,8 Prozent auf rund 1 785 000 Einheiten zurück. Gebrauchte Euro5-Dieselfahrzeuge seien zurzeit kaum zu verkaufen. Der Verband spricht sich deswegen ausdrücklich für die Hardware-Nachrüstung von Dieselfahrzeugen aus, um die Euro5-Diesel im Wert zu stabilisieren.