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Kolumne
Mehr Sachlichkeit vom Nikolaus

Bernd Töpfer
Bernd Töpfer FOTO: LR / Angelika Brinkop
Es soll Leute geben, denen sind Feste zu wider. Kein Ostern, kein Weihnachten, und auch kein Nikolaus. Ich zähle nicht zu ihnen. In meiner Kindheit bin ich Ostern mit einem Körbchen bewaffnet durch den Garten gestreift, auf der Suche nach bunten Eiern.

Und vor dem Nikolaus habe ich eifrig Schuhe geputzt, damit der fleißige Mann in der Nacht zum 6. Dezember die Schuhe reichlich füllt. Dabei hat er (oder meine Mutter). nicht selten Süßigkeiten oder kleine Geschenke auf einen Teller gelegt und den neben die Schuhe gestellt. Außerdem stand eine Kerze daneben. Und kurz bevor ich aufwachte, hat meine Mutter die Kerze angezündet.

An diese Zeit kann ich mich heute noch erinnern. In der Welt der Erwachsenen ist alles viel, viel sachlicher geworden. Keine geputzten Schuhe, keine brennende Kerze daneben. Wenn es Aufmerksamkeiten zum Nikolaus gibt, werden sie am Morgen übergeben.

Beinah noch nüchterner sieht es die Stadt Calau. „Wer braucht schon einen Nikolaus? fragt sie in einer Pressemitteilung.

Am 6. Dezember will der Calauer Politeur Jörg Suchomel Geschenke verteilen. Und zwar an Falschparker!

Innerhalb der Aktion „Kalauer statt Knöllchen“ gibt es sie. Und die erfreuen sich offenbar großer Beliebtheit, wie der Calauer Politeur weiß. „Es gibt regelrecht Sammler, die dafür weiter Strecken auf sich nehmen.“ Falschparker bekommen ein Schreiben vom Bürgermeister, einen „Kalauer“, also einen Wortwitz, und eine duftende Überraschung...

Bernd Töpfer
Bernd Töpfer FOTO: LR / Angelika Brinkop