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Kolumne
Eine Frage der Gewohnheit

FOTO: Angelika Brinkop / LR
An bestimmte Dinge, das gebe ich zu, muss ich mich erst gewöhnen. Zum Beispiel an unsere geschäftsführende Regierung. Das sind also jene Damen und Herren, die auch weiterhin als Minister tätig sind, obwohl ihnen der Bundespräsident schon im Oktober die Entlassungsurkunden überreicht hat. Irgendwie eine kuriose Situation. Und ich frage mich die ganze Zeit: Gibt es eigentlich Vergleichbares? Durchaus! Wenn der FC Bayern München schon im Herbst ankündigt, dass die Zusammenarbeit mit Trainer Jupp Heynckes nur bis zum Saisonende dauern wird und dann ein neuer Trainer kommt, dann ist der Jupp Heynckes praktisch der geschäftsführende Trainer der Bayern. Das kann man, wie das Beispiel zeigt, übrigens durchaus erfolgreich tun, das geschäftsführende Trainieren.

Und noch etwas Gewöhnungsbedürftiges: die Abkürzung OAR. Na, wo ist die Ihnen dieser Tage untergekommen? Genau, bei den Olympischen Spielen. Weil ja das Nationale Olympische Komitees Russlands wegen des Vorwurfs des Staatsdopings für die Spiele in Südkorea ausgeschlossen wurde, einzelne Sportler aus Russland aber starten dürfen, treten die unter der Bezeichnung Olympische Athlethen aus Russland an – kurz OAR. Klingt genauso kurios wie die Sache mit der geschäftsführenden Regierung, ist aber nur der ganz normale Wahnsinn im Umgang mit dem Thema Doping – und den sind wir ja gewohnt.